Ein Obdachloser schiebt in Schöneberg, unweit vom Bahnhof Südkreuz, seine Habe mit einem Einkaufswagen durch eine Unterführung, deren Wände voller Graffiti sind. (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Audio: rbb 88,8 | 10.12.2019 | Nina Amin | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

"Nacht der Solidarität" - Rund 3.700 Freiwillige für Obdachlosenzählung in Berlin

Rund 3.700 Berliner wollen Ende Januar bei der ersten Obdachlosenzählung in der Hauptstadt helfen. "Das ist ein Riesenerfolg", sagte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) am Dienstag nach dem Ende der Anmeldefrist. Die hohe Bereitschaft übertreffe alle Erwartungen. "Die Berliner Stadtgesellschaft zeigt, wie solidarisch sie ist."

Die Zählung findet vom 29. zum 30. Januar 2020 in der sogenannten Nacht der Solidarität statt. Sie soll bessere Erkenntnisse darüber bringen, wie viele obdachlose Menschen in Berlin auf der Straße leben. Bisher gibt es lediglich Schätzungen. Diese schwanken zwischen 6.000 und 10.000 Menschen. Durch genauere Zahlen soll das Berliner Hilfesystem besser an den Bedarf angepasst werden.

Die Freiwilligen, die ehrenamtlich mitmachen, sollen in rund 600 Zählteams zwischen 22.00 Uhr und 01.00 Uhr auf festgelegten Routen durch die Bezirke laufen und Obdachlose ansprechen. Die Beantwortung der Fragen ist freiwillig. Wer nicht antworten möchte, wird nur gezählt. Die Zählungen sollen auch fortgesetzt werden.

Sendung: Inforadio, 10.12.2019, 13:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

3 Kommentare

  1. 3.

    Lieber rbb, könntet Ihr bitte in Erfahrung bringen, welche Politiker sich an der Zählaktion beteiligen? Bin neugierig, ob diese mit gutem Beispiel vorangehen. Oder ob nur auf die Bürger gesetzt wird. Ich finde ehlrich gesagt die Jahreszeit und die Uhrzeit der Zählaktion unzumutbar. Kalt, dunkel und nachts. Da wären eher Kältehilfen angesagt statt Zählaktionen. Die "Befragung" dürfte nachrangig sein, da auch Obdachlose nachts schlafen.

  2. 2.

    Warum wird das "Nacht der Solidarität" genannt? Das Elend wird ja nur quantifiziert. Dass Berlin sehr viele Obdachlose hat, wissen alle schon lange.

  3. 1.

    Diese Zählaktion ist das Zynischste und Widerlichste seit langem. Wahrscheinlich kommt hinterher die Meldung, es sind einige Hundert oder noch nicht einmal, und es würde viel zu viel Alarm gemacht. Weder Tiefgaragen noch Keller(eingänge) noch Dachböden oder Baustellen werden begangen, einfach weil sie privat sind. Und in Gebüsche kriechen werden diese Zähler wohl auch nicht. Zudem: Mit den diversen brutalen Räumaktionen wurde in letzter Zeit unter Obdachlosen so viel Angst verbreitet, dass viele sicher zusehen werden, in dieser Nacht möglichst nicht aufzufallen.
    Wir brauchen Wohnungen, keine Statistiken!

Das könnte Sie auch interessieren