Oranienburg: Eine entschärfte 250 Kilogramm Bombe hängt am Kranhaken. In Oranienburg ist für den 13. Juni die Entschärfung von zwei 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbomben aus dem Zweiten Weltkrieg geplant. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: rbb|24 | Brandenburg Aktuell | 12.12.2019 | Bild: dpa/Bernd Settnik

Blindgänger am Oder-Havel-Kanal - Weltkriegsbombe in Oranienburg ist entschärft

Kampfmittelexperten haben am Donnerstag in Oranienburg eine Weltkriegsbombe entschärft, mehr als 5.000 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Schon in der kommenden Woche müssen sich die Oranienburger auf weitere Entschärfungen einstellen.

Eine 500 Kilogramm schwere amerikanische Weltkriegsbombe ist am Donnerstag in Oranienburg erfolgreich entschärft worden. Das teilte die Stadt um 13:58 Uhr mit [oranienburg.de]. Wenig später wurde auch der Sperrbereich um den Fundort am Oder-Havel-Kanal aufgehoben.

Der Blindgänger mit chemischem Langzeitzünder war Mitte November am Treidelweg im ufernahen Bereich des Oder-Havel-Kanals in etwa vier Metern Tiefe gefunden worden. Für die Entschärfung wurde am Donnerstagmorgen um 8 Uhr ein Sperrkreis von 1.000 Metern um den Fundort eingerichtet. Nach Angaben der Stadt sind in dem Gebiet etwa 5.200 Menschen gemeldet.

Kita, Schule und Seniorenheim betroffen

Von der Evakuierung betroffen waren auch vier Kitas, ein Hort, eine Grundschule, ein Seniorenheim, ein Freizeitbad und das Medizinische Versorgungszentrum. Die Rettungsstelle des Oranienburger Krankenhauses war nur eingeschränkt erreichbar.

Nach Einrichtung des Sperrkreises habe die Feuerwehr kontrolliert, ob alle Anwohner den Sperrkreis verlassen haben, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Donnerstag.

Ein Polizist spricht am 12.12.2019 mit einem Autofahrer in Oranienburg (Quelle: rbb/Brandenburg aktuell)
| Bild: rbb/Brandenburg aktuell

Zugverkehr unterbrochen

Auch der öffentliche Personennahverkehr wurde in Mitleidenschaft gezogen: Bahngleise sowie der S-Bahnhof Lehnitz befanden sich ebenfalls im Sperrbereich, so dass der S-Bahn- und Regionalverkehr eingestellt werden musste. Für die Linie S1 wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Oranienburg und Birkenwerder eingerichtet. Einschränkungen gab es ebenfalls bem RE5 und RE20.

Zwei weitere Bomben gefunden

Es handelte sich nach Angaben der Stadt um den 209. Blindgänger, der seit der Wende in Oranienburg beseitigt werden musste. Und die nächsten Bombenentschärfungen stehen möglicherweise kurz bevor: Der Oranienburger Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) sagte im rbb, man habe inzwischen zwei weitere Weltkriegsbomben gefunden, die möglicherweise schon in der kommenden Woche neutralisiert werden müssten. Wo die Blindgänger genau gefunden wurden und wieviele Menschen von Evakuierungen betroffen sein könnten, sagte Laesicke nicht.

Am Treidelweg wurden bereits im Juli zwei Weltkriegsbomben gefunden. Es sei damit zu rechnen, dass in dem Ufergebiet weitere Blindgänger liegen könnten, sagte schon am Dienstag die Sprecherin der Stadt Oranienburg, Eike-Kirstin Fehlauer, im Gespräch mit rbb|24. Die routinemäßige Suche nach Weltkriegsbomben werde auch in diesem Gebiet fortgesetzt.

Oranienburg war zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein vorrangiges Ziel von Luftangriffen der Alliierten, weil es Sitz von chemischer Industrie und Rüstungsbetrieben war. Seit 1965 wurden nach Angaben der Stadt in Oranienburg mehr als 400 Blindgänger entschärft. Die Stadt kämpft seit langem dafür, dass sich der Bund an den Kosten für die Beseitigung der Kampfmittel beteiligt. 

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