Fundort der Weltkriegsbombe in Ufernähe am Treidelweg in Oranienburg (Bild: oranienburg.de)
Bild: oranienburg.de

Entschärfung am Donnerstag - Sperrkreis um Weltkriegsbombe in Oranienburg ausgeweitet

Schon vor der geplanten Bombenentschärfung in Oranienburg am Donnerstag kommt es zu ersten Verkehrsbehinderungen: Am Mittwoch wurde der Sperrkreis von 70 auf 100 Meter ausgeweitet - damit ist die Lehnitzbrücke für den Verkehr gesperrt.

Einen Tag vor der geplanten Entschärfung eines Blindgängers aus dem 2. Weltkrieg in Oranienburg (Oberhavel) am Donnerstag ist der Sperrkreis um den Fundort vergrößert worden. Nachdem die Bombe im Uferbereich des Treidelweges freigelegt wurde, weitete die Stadt den bereits eingerichteten Sperrkreis nach Empfehlung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes von 70 auf 100 Meter aus.

Damit ist jetzt auch die Lehnitzbrücke für den Verkehr gesperrt. Betroffen sind außerdem die Lehnitzstraße zwischen altem Bahndamm und Wassersportzentrum sowie mehrere Grundstücke.

Zünder offenbar intakt

Die 500 Kilogramm schwere Bombe mit chemischem Langzeitzünder liegt im ufernahen Bereich am Oder-Havel-Kanal in etwa vier Metern Tiefe. Sie war Mitte November gefunden worden und verfügt nach Erkenntnissen der Experten über einen intakten Zünder.

Für die Entschärfung am Donnerstag wird der Sperrkreis noch einmal ausgeweitet. Ab 8 Uhr morgens gilt dann ein Sperrkreis von 1.000 Metern im Radius rund um den Fundort, wie die Stadt auf ihrer Internetseite mitteilt [oranienburg.de]. Mit einem Abschluss der Bombenentschärfung wird für Donnerstagnachmittag gerechnet.

Krankenhaus, Kitas und Seniorenresidenz betroffen

Von Evakuierungen betroffen sind etwa 5.200 Anwohner. Auch mehrere Kitas, die Grundschule Friedrich Wolf in Lehnitz, eine Seniorenresidenz, das Freizeitbad der "Turm Erlebniscity" und das Medizinische Versorgungszentrum liegen in diesem Sperrgebiet. Die Rettungsstelle des Oranienburger Krankenhauses wird nur eingeschränkt über den Eingang Berliner Straße sowie über die Parkplatzzufahrt Robert-Koch-Straße in Höhe Billrothstraße erreichbar sein.

Als Anlaufstellen für Betroffene stehen das Regine-Hildebrandt-Haus in der Sachsenhausener Straße sowie das Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße zur Verfügung. Ab Mittwoch richtet die Stadt Oranienburg unter der Telefonnummer 03301 / 600 900 wieder ein Bürger-Telefon ein, an dem alle Fragen zur Bombenentschärfung beantwortet werden.

Zugverkehr wird unterbrochen

Auch der öffentliche Personennahverkehr wird in Mitleidenschaft gezogen: Bahngleise sowie der S-Bahnhof Lehnitz befinden sich ebenfalls im Sperrbereich, sodass der S-Bahn- und Regionalverkehr ab 8 Uhr eingestellt werden muss. Für die Linie S1 wird ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Oranienburg und Birkenwerder eingerichtet.

Der Fernverkehr kann noch bis 10 Uhr durchfahren, wie die Deutsche Bahn am Dienstag mitteilte. Die Züge der Linie RE5 aus Richtung Norden beginnen und Enden in Oranienburg, die Züge aus Richtung Süden in Berlin-Gesundbrunnen. Züge der Linie RB20 beginnen und Enden während der Sperrung in Birkenwerder. Die Regionalzüge aus und in Richtung Löwenberg (Mark) können weiterhin in Oranienburg halten. 

Weitere Blindgänger in dem Gebiet vermutet

Am Treidelweg wurden bereits im Juli zwei Weltkriegsbomben gefunden. Es sei damit zu rechnen, dass in dem Ufergebiet weitere Blindgänger liegen könnten, sagte die Sprecherin der Stadt Oranienburg, Eike-Kirstin Fehlauer, im Gespräch mit rbb|24. Die routinemäßige Suche nach Weltkriegsbomben werde auch in diesem Gebiet fortgesetzt.

Oranienburg war zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein vorrangiges Ziel von Luftangriffen der Alliierten, weil es Sitz von chemischer Industrie und Rüstungsbetrieben war. Seit 1965 wurden nach Angaben der Stadt in Oranienburg mehr als 400 Blindgänger entschärft. Die Stadt kämpft seit langem dafür, dass sich der Bund an den Kosten für die Beseitigung der Kampfmittel beteiligt. 

Sendung: Inforadio, 11.12.2019, 11.40 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Muß richtig heissen Sperrkreis von 700 m auf 1000 m erweitert.

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