Mehrere Menschen laufen an der Polizeiwache am Alexanderplatz vorbei (Bild: imago iamges/Sabine Brose/Sorge)
Bild: imago images/Sabine Brose/Sorge

50.000 Auskünfte in zwei Jahren - Polizeiwache am Alex bislang eher Touristen-Auskunft

Am Kriminalitäts-Hotspot Alexanderplatz wurde vor zwei Jahren eine neue Polizeiwache eröffnet, um dort für mehr Sicherheit zu sorgen. Seitdem befassen sich die Beamten vor allem mit - der Suche nach Restaurants, Hotels und der richtigen Buslinie.

Die Polizeiwache am Berliner Alexanderplatz ist zu einer beliebten Anlaufstelle für Touristen geworden: Seit ihrer Eröffnung vor knapp zwei Jahren haben die Beamten dort rund 50.000 Auskünfte erteilt. Das haben Recherchen von rbb 88.8 ergeben. In erster Linie sei die Wache eine Touristen-Auskunft gewesen, sagte der stellvertretende Leiter der Wache, Robin Gottschlag. Beamte hätten bei der Suche nach Hotels, Restaurants oder der richtigen Buslinie geholfen.

Allerdings seien seit dem 15. Dezember 2017 auch rund 5.000 Strafanzeigen, vor allem wegen Diebstahls, aufgenommen sowie 2.000 Fundsachen entgegengenommen worden. Man könne eine steigende Tendenz der Zahl der Strafanzeigen feststellen, was vermutlich mit der zunehmenden Bekanntheit der Wache zu tun habe, so Gottschlag.

Mehr Delikte zur Anzeige bringen

Die meisten Strafanzeigen hätten mit Vorfällen zu tun, die gar nicht am Alexanderplatz stattgefunden haben. Deshalb lasse sich nicht sagen, ob die Wache den Platz sicherer gemacht hat, sagte Gottschlag weiter. Um das herauszufinden, müsse man Studien machen. Gestiegen sei vor allem die subjektive Sicherheit, weil die Beamten unmittelbar auf dem Platz und in der Nähe seien.

Die gut sichtbare Polizeistation am Alexanderplatz sollte auch dazu beitragen, dass Betroffene einen größeren Anteil der Delikte zur Anzeige zu bringen. Zuvor war die Polizei von einer hohen Dunkelziffer an Straftaten ausgegangen.

Der Alexanderplatz war durch eine Reihe von Schlägereien, Messerstechereien und zahlreichen Taschendiebstählen in Verruf geraten. Die Polizei verstärkte vor zwei Jahren ihre Maßnahmen. Die Ermittlungsgruppe "Alex" der Kriminalpolizei begann ihre Arbeit am 1. November 2017. Am 15. Dezember 2017 wurde die "Alex-Wache", eingerichtet. Seit dem 1. März 2018 gibt es einen Staatsanwalt, der speziell für Täter vom Alexanderplatz zuständig ist.

Sendung: rbb 88.8, 03.12.2019, 6.00 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Gewalttätigkeiten sind selten, beherrschen aber wegen ihrer einschneidenden Wirkung die Schlagzeilen, sodass so mancher hinter jedem zweiten Baum und Busch einen Gewalttäter vermutet.

    Einzelne Anfragen von Menschen, die sich an fremden Orten nicht auskennen, sind häufiger. Das allerdings ist weniger spektakulär und bietet Raum für wenig Schlagzeilen.

    Beides ist Realität und zu erwarten gewesen, auch, weil im Umfeld des Alex eine Touristeninfo fehlt. Allerdings wäre sie nur westlich vom Alex gut aufgehoben.

  2. 10.

    Für mich ist es ein eindeutiges Zeichen, dass driekt neben diese Dienststelle eine Touristeninformation gehört. So würden alle Bedürfnisse befriedigt und die Beamten könnten ihrem Kerngeschäft nachgehen.

  3. 9.

    Wenn das Ihre Denkweise ist, schlage ich vor, dass Sie die Polizei künftig nicht mehr herbeirufen.
    Denn welche Straftat wäre es wert, dass für deren Verfolgung Menschen umgebracht werden?

    Im Ernst: Die Polizei ist nicht der Böswewicht.
    Auch wenn es dem Zeitgeist entsprechen mag.

  4. 8.

    Jede ernstzunehmende Metropole stellt an wichtigen Touristen-Hotspots Touristik-Informationsbüros auf (geht auch in Containern. Unsere Polizei ist gnadenlos unterbesetzt. Noch Fragen zur "Weltstadt Berlin"?

  5. 7.

    Ein Hinweis in den Weltsprachen, dass die Dienststelle keine touristische Auskunftei ist und konsequent derartige Anfragen abweisen, das wäre mein Rezept.

  6. 6.

    Besser als in der Stadt herumzurasen und Bürger platt fahren.

  7. 5.

    "Polizeiwache am Alex wird als Touristen-Auskunft genutzt". Guten Tag rbb, warum dieser Titel? Was wollt Ihr damit erreichen? Im Text kommt dann eine aktuelle Sachlage, aber der Titel soll wohl boulevardmäßig irgendetwas verkaufen. Aber was? Bin echt neugierig, warum diese Schlagzeile gewählt wurde. Ich hätte "Wache am Alex erhöht sie subjektive Sicherheit" gewählt. Aber ich bin wohl zu sachlich ....

  8. 4.

    Dann läuft es ja super. Mehr Bürgernähe (oder Touristennähe) ist sehr gut für die Polizei. Die Beamten haben vielleicht auch mehr Freude dran jemandem zu helfen anstatt immer nur Platzverweise auszusprechen.

  9. 3.

    Tolle Sache, das bringt Bürgernähe und für die Beamten sicherlich ein tollen Job, besser noch als sich von ,,Aktivisten'' irgendwo in der Lausitz im Tagebau verprügeln und beschimpfen zu lassen.

  10. 2.

    Ja und? Auch die Jugendamtmitarbeiter machen teilweise Polizeiarbeit.
    Ausserdem ist doch " die Polizei Dein Freund und Helfer ", zumindest hieß es vor langer Zeit mal so.

  11. 1.

    Das könnte man als ausgleichende Gerechtigkeit bezeichnen.
    Immerhin machen beispielsweise die Bezirksämter viel, von dem ich zuvor angenommen hätte, das wären eigentlich die Aufgaben von Streifenpolizisten.
    Und ganz ehrlich:
    Wenn es nach den Grünen ginge, wären Polizisten doch eh kaum mehr als bessere Schülerlotsen mit Zielscheiben auf den Rücken.

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