Ein Schild mit einem Grünen Pfeil hängt an einer Ampel, die gerade auf Rot steht. (Quelle: imago-images/Martin Müller)
Audio: rbb 88,8 | 04.12.2019 | Ricardo Westphal | Bild: imago-images/Martin Müller

Fußgängerverein weist auf Gefahren hin - Grüner Pfeil wird an acht Berliner Kreuzungen abmontiert

Schilder mit dem Grünen Pfeil für Rechtsabbieger werden an acht Kreuzungen in Berlin wieder abgeschafft. Es geht um drei Kreuzungen in Charlottenburg, zwei in Schöneweide und jeweils eine in Friedrichshain, Kreuzberg und Tiergarten. Ein Sprecher der Verkehrsverwaltung bestätigte am Mittwoch eine entsprechende Mitteilung des Vereins Fuss e.V. Wann die Schilder abmontiert werden, wurde nicht mitgeteilt.

Der Verein setzt sich für die Rechte und Belange von Fußgängern ein. Er hatte eigenen Angaben zufolge die Behörde darauf hingewiesen, dass die Grünen Pfeile an diesen Stellen verkehrsgefährdend seien. Alle acht Pfeile würden gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen.

"Die Pfeile bringen Gefahren für Fußgänger"

Häufig sei die Sicht nach links für abbiegende Fahrer an den entsprechenden Kreuzungen verdeckt, zum Teil seien die Pfeile an Straßen mit zwei Rechtsabbiegespuren angebracht, was ebenfalls unzulässig sei, hieß es von Fuss e.V. "Die Pfeile bringen Gefahren für Fußgänger, und sie untergraben die Verkehrsmoral, weil sie das Tabu brechen, dass man bei Rot grundsätzlich warten muss", kritisierte Vereinsvorstand Roland Stimpel. Eine Studie der TU Dresden und der Versicherer habe gezeigt, dass drei Viertel der Autofahrer bei solchen Pfeilen gegen ihre Pflicht verstießen, zunächst anzuhalten.

Die Hoffnung des Vereins sei, dass in Berlin nun der Anfang vom Ende für die Rechtsabbiegerpfeile gekommen sei. Zuletzt habe es sie noch an rund 30 Berliner Kreuzungen solche Pfeile gegeben.

Bei den Grünen Pfeilen auf Schildern müssen Autofahrer an der roten Ampel zunächst zwar halten, dürfen dann allerdings, wenn Fahrbahn und  Rad- und Fußgängerüberweg frei sind, rechts abbiegen. An Grünen Pfeilen als Leuchte am Ampellicht selbst gilt das nicht. 

An folgenden Kreuzungen werden die Grünen Pfeile abmontiert:

Otto-Suhr-Allee / Cauer- und Leibnizstraße (Charlottenburg)
Otto-Suhr-Allee / Eosander- und Wilmersdorfer Str. (Charlottenburg)
Schlüterstraße / Mommsenstraße (Charlottenburg)
Mühlenstraße - Stralauer Platz / Str. der Pariser Kommune (Friedrichshain)
Urbanstraße / Blücherstraße  (Kreuzberg)
Schnellerstraße / Fennstraße (Schöneweide)
Michael-Brückner-Straße/ Sterndamm (Schöneweide)
Spreeweg / John-Foster-Dulles-Allee  (Tiergarten)

Sendung: rbb UM6, 04.12.2019, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

11 Kommentare

  1. 11.

    Den grünen Pfeil abschaffen???? also wenn ich als Autofahrer an einer roten ampel stehe, dann rauschen die Fahrradfahrer vorbei und die Fußgänger laufen ebenfalls einfach rüber .... Vorschlag: rote Ampel bringt auch nix - also abschaffen :-)

    Die Frage aber ist: Will der Verein dass sich die Autos stauen und dann kommt als nächstes "Feinstaubalarm" und so kann man die Autos abschaffen .... Ich hoffe nur das Rote Kreuz, Feuerwehr und Co haben schon ordentlich Lastenfahrräder geordert .....

    Übrigens braucht mir keiner Antworten, ich lese es sowieso nicht. Mir ist es inzwischen egal was die Regierung macht ... Deutschland schafft sich selbst ab!

  2. 10.

    Es ist erstaunlich wie ein Verein mit 500 Mitgliedern sich zum Anwalt aller Fußgänger aufschwingt und hier eine Plattform findet, sich zu profilieren. Solange uns keine anderen Sorgen plagen, sollten wir dem lieben Gott für unser Wohlergehen danken.

  3. 9.

    Der Pfeil funktioniert doch seit gefühlten Jahrhunderten hervorragend. Wo die Autofahrer zu blöd sind ist voreinander ab zu biegen.

  4. 8.

    Wenn jede Kleingruppe ihre Verbote durchbringt, dann geht bald gar nix mehr. Radfahrer sind auch Verkehrsgefährdend... und... ?!
    Ich habe mit dem Pfeil noch nie Probleme gehabt weder als Fußgänger noch als Autofahrer.
    Der RRG Senat versucht doch nur jeden noch so nichtigen Anlass zu nutzen um den Verkehr nach Strich und Faden zu schikanieren. Und dabei entsteht CO2 ohne Ende. Anfahren, bremsen, stehen bleiben, Stau. Das ist die Verkehrspolitik des Senates.
    Über die Hälfte der Wähler sind Autofahrer + Familienmitglieder. Warum wählt ihr diese Kindergarten Parteien ?

  5. 7.

    Also,mal so gesprochen. Ich fahre seit über 30Jahren mit dem Rad kreuz und quer durch die Stadt. Erst nur im Osten, dann auch im Westen. Ich kenne diesen Pfeil also schon länger. Habe in all den Jahren keine Probleme gehabt. Vielleicht einfach selbst vorausschauend fahren und nicht auf die eigene Vorfahrt pochen. Radfahrer haben keine Knautschzone. Wunders mich über die Linksabbieger...

  6. 6.

    "Ja neee, is klar!! Der grüne Pfeil könnte ja den Verkehr beschleunigen! Und es könnte an einigen Kreuzungen ja dadurch schneller gehen! Neee!! Dann lieber abschaffen, und die Autos noch länger im Verkehr warten lassen! Damit sich die Rechtsabbieger-Spur richtig lange staut! " (Zitat)

    Genau darum geht es eben nicht!
    Es geht darum, dass sehr viele Autofahrer den Grünen Pfeil nicht "richtig" nutzen (egal ob Egoismus oder Unwissenheit) - und dann wird es gefährlich! Darum gehts!

  7. 5.

    Ja neee, is klar!! Der grüne Pfeil könnte ja den Verkehr beschleunigen! Und es könnte an einigen Kreuzungen ja dadurch schneller gehen! Neee!! Dann lieber abschaffen, und die Autos noch länger im Verkehr warten lassen! Damit sich die Rechtsabbieger-Spur richtig lange staut! Genauuu, wieder suuuper Idee!

    Die Verkehrspolitik in dieser Stadt ist unfassbar und eine einzige Katastrophe. Grüne Punkte in irgendwelchen Begegnungszonen, Diesel-Fahrverbote die eh keiner kontrollieren kann, neue Radwege auf der Straße (siehe z.B. Eichborndamm), obwohl es bereits welche auf dem Gehweg gibt, Hauptsache, es fällt eine zweite Spur für Fahrzeuge weg (weil ja auch so viele Fahrräder im Winter unterwegs sind!), Car-Sharing nur im Innenstadt-Bereich wo es genügend ÖPNV gibt, anstatt in den Außenbezirken, und ÖPNV, der viel zu teuer und dermaßen unzuverlässig ist, sodass ihn eh keiner nutzt und stattdessen(verständlicherweise) aufs Auto zurück gegriffen wird. Man man man.

  8. 4.

    Meines Erachtens liegt es keineswegs an "Unwissenheit" der Autofahrer, sondern an der schlichten Behäbigkeit, das Ding zum Stillstand zu führen. Das nämlich wird faktisch als persönliche Niederlage gewertet, weshalb besagte Autofahrende bei "dunkelgelb" an Ampeln auch noch Gas geben.

    Wer jemals mit dem Rad gefahren ist und einem beabsichtigen Linksabbieger begegnet ist, der sein Gefährt weiter rollen lässt bis es fast die eigene Person erreicht, weiß, wovon ich rede. Neulich habe ich - weil der ein offenes Fenster hatte - deshalb kurz angebrüllt. Musste einfach sein, denn der glaubte sich offenbar als Allesherrscher über sämtliche Umstände, die da kommen. Auch und gerade mir gegenüber.

    Die Durchlöcherung des Fußgänger-Grüns darf nicht weiter legal bleiben.

  9. 3.

    Ja es liegt größtenteils an der Unwissenheit vieler Autofahrer, an und für sich ist der grüne Pfeil eine Super Sache, aber leider wird dieser von einigen Verkehrsteilnehmern missbraucht.

  10. 2.

    Tja,manche kapieren die einfachsten Dinge nicht!

  11. 1.

    Sehr gut! 99% aller Autofahrer halten NICHT bei Rot an der Haltelinie, obwohl der Fußgänger und Autoverkehr vor ihm Grün hat!
    Auch ich wurde öfter schon als Fußgänger (ich hatte grün) weggedrängelt, weil die Autofahrer am Abbiegepfeil ohne Rücksicht einfach vorfahren, um dann schnell abzubiegen - und es hat manches mal ein Hupkonzert von einem Autofahrer gegeben, der halt Grün hatte. Ich glaube, in der DDR hat das mit dem Abbiegepfeil um einiges besser geklappt.

Das könnte Sie auch interessieren