Symbolbild: Eine Polizistin sucht mit einem Spürhund in einem Brandenburger Waldstück nach Vermissten (Bild: imago images/Simone Kuhlmey)
Bild: imago images/Simone Kuhlmey

Ausbildung einer Sondersuchgruppe - Suchhunde sollen Schweinepest-Kadaver aufspüren

Auch wenn es in Brandenburg wie in ganz Deutschland bislang noch keine diagnostizierten Fälle der Afrikanischen Schweinepest gab, bereiten sich Experten und Behörden auf den Ausbruch der Seuche vor: jetzt auch mit Suchhunden.

Sechs Hunde sind im Saarland zu Wildschweinkadaver-Suchhunden ausgebildet worden. Die Nasen der Tiere seien speziell auf tote Wildschweine trainiert, teilte das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz am Dienstag mit. Dies sei von wachsender Bedeutung, da das rasche Entfernen der Kadaver bei der Bekämpfung der Tierseuche extrem wichtig ist. Andere Wildschweine könnten sich an verendeten Schweinen anstecken, hieß es zur Erklärung.

Brandenburg aufgrund Nähe zu Polen gefährdet

Deutschland und damit natürlich Brandenburg gehört aufgrund seiner direkten Nachbarschaft zu Polen zu den gefährdeten Gebieten für den ersten Ausbruch der Seuche. Bis Mitte November waren in Polen laut dem Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) Greifswald, das in großem Umfang über die Tierseuche forscht, insgesamt knapp 2.000 infizierte Wildschweine erfasst worden, zuletzt etwa zwei Dutzend in der westpolnischen Woiwodschaft Lebus nahe der Grenze zu Brandenburg.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruskrankheit, die Wild- und Hausschweine befallen und töten kann. Für Menschen ist sie ungefährlich. Binnen eines Jahres breitete sich der für Haus- und Wildschweine tödliche Erreger in großen Teilen Chinas und Vietnams aus. Auch Osteuropa, Russland, die Mongolei, weitere asiatische und viele afrikanische Staaten sind betroffen.

Mittel zur Pestbekämpfung: Wildbestand senken

Während in Afrika blutsaugende Lederzecken für die Verbreitung des Erregers sorgen, sind es laut Experten in Europa und anderswo Blut und Körperflüssigkeiten infizierter Tiere.  Das Virus greift die Blutgefäße und Immunzellen der Tiere an, es kommt dann bereits nach 48 Stunden zu Blutungen, nach etwa einer Woche sind die Schweine dann meist tot.

Dabei gibt es dem Loeffler-Institut zufolge derzeit zwei unterschiedliche Entwicklung bei der Ausbreitung des Virus': In den baltischen Staaten, in Polen und in Ungarn seien überwiegend Wildschweine erkrankt, in Rumänien und Bulgarien überwiegend Hausschweine. Der Erreger wird vor allem durch den Menschen weitergetragen. Eine Schutzimpfung gibt es bislang nicht.

Als einzigem der in Europa vom aktuellen Seuchenzug betroffenen Länder gelang es bisher Tschechien, Infektionsherde hermetisch abzuriegeln und das Virus wieder loszuwerden. Etwa ein Jahr nach einem Ausbruch im Jahr 2017 galt das Land wieder als seuchenfrei.

Dänemark will seinen Schweinebestand mit einem etwa 70 Kilometer langen Zaun entlang der Grenze zu Deutschland schützen. Auch die Ausdünnung der in einigen Bundesländern sehr großen Schwarzwildbestände gilt als ein Mittel zur Seuchenprävention.

Sendung: Inforadio, 3.12.2019, 6.20 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und was wird mit den Suchhunden, die die Kadaver berührt haben?
    Die sind doch dann auch infiziert!

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