01.01.2019,Neujahr,Berlin,Deutschland,GER, Reste von Feuerwerkskörpern, Raketen, Böllern in der Pallasstraße, Berliner Bezirk Schöneberg (Quelle: imago images/Stefan Zeitz)
Video: Abendschau | 28.12.2019 | Rainer Unruh | Bild: imago images/Stefan Zeitz

Böller-Verbotszonen in Berlin - "Wir müssen uns zu Silvester die Straße zurückerobern"

Weil manche Gegenden Berlins an Silvester eher an Bürgerkriegsszenarien erinnern, gilt dort nun zum ersten Mal ein Böllerverbot. Damit sollen Passanten geschützt, aber auch Angriffe auf Polizei und Feuerwehr verhindert werden. Doch kann das funktionieren? Von Sebastian Schneider

Wenn man eine Kugelbombe in den Himmel schießt, sieht man das Ergebnis kilometerweit: Ein Regen aus Farben und Lichtern sinkt dann langsam verblassend zu Boden. Das sind die schönsten Seiten eines Feuerwerks – gezündet werden dürfen die Bomben wegen ihrer Sprengkraft allerdings nur von geschulten Experten.

Im Schöneberger Steinmetzkiez aber konnten die Anwohner erst vor kurzem wieder erleben, was man noch mit so einem Teil anstellen kann: Zwei Wochen vor Silvester legten Unbekannte eine Kugelbombe an der Kreuzung Pallasstraße, Potsdamer Straße und Goebenstraße auf den Asphalt und zündeten sie an. Die Druckwelle beschädigte vier Autos und zerstörte drei Fensterscheiben eines Wohnhauses.

Voting

Alljährliche Straßenschlachten

Es war ein Vorgeschmack auf das, was sich seit Jahren immer zu Silvester und Halloween an der Kreuzung - und in anderen Teilen Berlins - abspielt: Autos, Busse und Passanten werden mit Feuerwerksraketen und Böllern beschossen, Einsatzkräfte angegriffen, Tiere durch den infernalischen Krach verängstigt, die Bushaltestelle vor dem sogenannten "Pallasseum" wird zerstört. "Entglast" nennt die Polizei diesen Vandalismus der meist jugendlichen Täter nur noch.

Im vergangenen Jahr lieferten sich dort 150 Jugendliche eine regelrechte Straßenschlacht mit der Polizei. Berlinweit wurden vergangenes Silvester nach Darstellung der Behörden 40 Polizisten und 49 Feuerwehrleute attackiert. Damit sich das nicht wiederholt, hat der Senat ein Böllerverbot für Teile des Alexanderplatzes und Nord-Schönebergs verhängt. "Wir können nicht einfach hinnehmen, wenn Polizisten und Feuerwehrleute beschossen werden, wir werden deshalb dort ein Zeichen setzen", sagt der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD).

An diesen Orten gilt in Berlin dieses Jahr Böllerverbot:

Nur Knallerbsen und Wunderkerzen erlaubt

Vom 31. Dezember 18 Uhr bis zum 1. Januar um 6 Uhr dürfen Polizisten dort Personen nach Feuerwerkskörpern durchsuchen und diese direkt einkassieren. Rund 140 Beamte sollen in den beiden Zonen kontrollieren, ob sich alle Feiernden an das Verbot halten. Wer in diesen Zonen zündet, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Nur Knallerbsen, Tischfeuerwerke und Wunderkerzen bleiben erlaubt. Bei der Silvesterfeier an der Straße des 17. Juni und am Pariser Platz ist das Böllern ohnehin seit längerem verboten. 

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) befürwortet die neue Regelung. "Natürlich führt so ein Verbot in bestimmten Zonen immer zu Verdrängung. Es kann sein, dass die Jugendlichen, die vorher im Steinmetzkiez randaliert haben, nun weiterziehen und woanders böllern. Aber wir sollten das Verbot nicht gleich schlechtreden, es ist ein guter Ansatz", sagt der GdP-Sprecher Benjamin Jendro rbb|24. "Langfristig muss man darüber nachdenken, ob das Böllern im Innenstadtbereich überhaupt noch stattfinden muss. Die gesellschaftliche Entwicklung geht meinem Eindruck nach eher weg davon."

Archivfoto, 28.12.2018, Berlin: Ein Mann zeigt Böller und Silvesterraketen, die er in einem Geschäft in Friedrichshain gekauft hat (Quelle: dpa / Paul Zinken).
Ein Mann zeigt die Ausbeute seines Silvestereinkaufs in Friedrichshain. Zwischen 100 und 150 Millionen Euro pro Jahr verfeuern die Deutschen in der Silvesternacht. | Bild: dpa

"Silvester sollte man nicht im Krankenhaus landen"

Noch scheint die Nachfrage allerdings stabil: Nach Angaben des Umweltbundesamtes brennen die Deutschen in der Silvesternacht Feuerwerkskörper im Wert von 100 bis 150 Millionen Euro ab. Schon heute ist es verboten, mit Silvesterraketen auf Menschen zu schießen und sogenannte "Polenböller" zu zünden - diese illegale, ohrenbetäubende Pyrotechnik aber ist beispielsweise rund um die Pallasstraße das Hauptproblem, genau wie die explodierte Kugelbombe Mitte Dezember. Daran ändert auch das neue Verbot nichts.

Und so bezweifelt die Opposition dessen Sinn. Am Alex gilt das Verbot auf dem Gelände zwischen Park Inn und Galeria Kaufhof bis zur Weltzeituhr. Richtung Rotes Rathaus und Fernsehturm hat die Polizei keine Handhabe. Das Schöneberger Sperrgebiet umfasst Teile der Pallasstraße, der Potsdamer und der Steinmetzstraße, in der Winterfeldtstraße nur bis zu den Hausnummern 1 und 4. Wer ein paar Meter weiter Krach macht, hat nichts zu befürchten. "Sie können ab der nächsten Hausnummer entsprechend wunderbar in das Gebiet hinein Feuerwerkskörper zünden, was nach wie vor jetzt bereits verboten ist. Aber es wird natürlich gemacht werden, es ist eine lächerliche Maßnahme", sagt Marcel Luthe, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion.

Ein anderer Schwachpunkt ist die enge zeitliche Beschränkung: Polizei und Anwohner sagen, dass das belastende Geböller im Steinmetzkiez schon mehrere Tage vor Silvester losgehe. Viele Nachbarn in dem Viertel, das ansonsten laut Polizei nicht als Kriminalitätsbrennpunkt gilt, zeigen sich genervt von den Silvesterkrawallen. "Sie schmeißen die ganze Zeit Böller. Das machen die nur, damit die Polizei herkommt und sie dann darüber lachen können. Das geht jedem hier auf den Sack", sagt Furkan Yilmaz. "Wir haben hier sehr kleine Kinder und das ist überhaupt nicht schön. Man fühlt sich auch gar nicht mehr sicher. Silvester sollte man feiern – und nicht irgendwo im Krankenhaus landen", sagt eine andere Anwohnerin. Sie sei für das Verbot.

An Silvester die Straße zurückerobern

Auch Hamad Nasser, Leiter des Nachbarschaftszentrums in der Steinmetzstraße, spricht sich dafür aus: "Wir haben in den letzten Jahren festgestellt, dass für viele Familien ein Zustand erreicht war, der nicht mehr hinnehmbar ist." Nasser argumentiert, nur mit der Polizei werde man das Problem nicht lösen können. Ähnlich wie beim Bekämpfen der 1. Mai-Krawalle in Kreuzberg brauche es das Einbeziehen der Anwohner.  "Wir müssen das wie beim Stadtteilfest vor zehn Jahren machen, indem wir uns zu Silvester die Straße zurückerobern. Wir müssten uns ein Kulturprojekt überlegen, und die Eltern im Vorfeld dazu bewegen, dass sie mitziehen – um zu schauen,  was die Jugendlichen an dem Tag machen können. Wenn wir sie nicht erreichen durch die Aufklärung, durch die Arbeit, dann können wir nicht viel verändern", sagt der Erziehungswissenschaftler.

Verbot in der gesamten Münchner Innenstadt

Nasser sagt, er wolle gemeinsam mit anderen Initiativen im neuen Jahr intensiv auf Jugendliche zugehen, sie und ihre Ideen einbinden, damit sie weniger Anlass dazu hätten, Anderen mit ihren falsch verstandenen Kraftproben zu schaden. 

Bis diese Graswurzelarbeit erfolgreich sein kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Um sich in wenigen Tagen nicht noch einmal solchen Angriffen auszusetzen, werde die Polizei an Silvester "gut aufgestellt" sein, sagte der zuständige Einsatzleiter der "taz". Eine Steigerung gegenüber den Vorjahren sei kaum vorstellbar. Die Berliner Feuerwehr wird bei Angriffen "weiterhin die von mir ausgegebene Strategie der Null-Toleranz verfolgen", sagte der Landesbrandkoordinator Karsten Homrighausen. Man werde jeden bekannten Fall zur Anzeige bringen und bis zu einer Verurteilung entsprechend verfolgen. 

Die Verwaltungen anderer Metropolen greifen bereits heute deutlich härter durch, als die Berlins. Paris beispielsweise veranstaltet nur noch ein zentrales, großes Feuerwerk, private Böllerei ist ansonsten verboten.

Viel Feinstaub in der Luft

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wünscht sich das auch in deutschen Kommunen - sie hat 98 Stadtverwaltungen angeschrieben und Verbotsanträge gestellt, unter anderem für Berlin, Köln und Hamburg. Der Verein will das Böllern weniger aus Sicherheits- als aus Umweltschutzgründen abschaffen. Das Argument: Die Kracher, Raketen, Tischfeuerwerke setzten zu jedem Jahreswechsel etwa 5.000 Tonnen Feinstaub frei. Das entspreche 16 Prozent der jährlichen Menge im Straßenverkehr. 36 Städte haben bereits Verbotszonen oder prüfen, ob sie solche Zonen einrichten.

Rund um die Hamburger Binnenalster und in der Münchner Innenstadt zum Beispiel darf in diesem Jahr erstmals nicht mehr geböllert werden, rund um den Kölner Dom sind nicht mal Wunderkerzen erlaubt - vor allem aus Sicherheitsgründen. Stuttgart veranstaltet eine Licht- und Lasershow, statt eines großen Feuerwerks. Und Händler wie die Baumarktkette Hornbach haben angekündigt, ab kommendem Jahr keine Feuerwerkskörper mehr zu verkaufen.

Polizeigewerkschaft: Verbot in ganz Berlin nicht durchsetzbar

Ein Verbot in ganz Berlin gibt die Rechtslage gegenwärtig nicht her - das Sprengstoffgesetz ist Bundesrecht. Der rot-rot-grüne Senat möchte den Verkauf von Feuerwerkskörpern gern auf höchstens zwei Tage verkürzen und besonders laute Böller verbieten. Dabei ist er aber auf die Unterstützung der anderen Länder angewiesen. Mehr als eine Bundesratsinitiative zu starten, kann der Senat nicht tun. Laut des Verbandes der pyrotechnischen Industrie (VPI) dürfen Kommunen Feuerwerk nicht flächendeckend verbieten. "Weder das Bundesimmissionsschutzrecht noch die Landesimmissionsschutzgesetze oder die allgemeinen Polizeigesetze der Länder eröffnen Raum dafür, solche Beschränkungen oder Verbote zu erlassen," sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Lobbyverbandes.

Und selbst wenn der Bund sich zu einem weitreichenden Verbot entscheiden würde, wäre das in der 3,8-Millionen-Metropole Berlin kaum durchsetzbar. "Uns bringt kein Verbot etwas, wenn wir nicht kontrollieren können, dass es auch eingehalten wird. Wenn nun irgendwer in Charlottenburg böllert, müssten wir einen Einsatzwagen schicken. Dazu fehlt uns das Personal", sagt der Polizeigewerkschafter Jendro. Man müsse nun sehen, ob sich das Pilotprojekt in Schöneberg und auf dem Alexanderplatz bewähre. "Wenn ja, kann man darüber nachdenken, diese Verbotszonen auszuweiten."

Mehr zum Jahreswechsel

Ein als Raumfahrer verkleideter Mensch mit Wunderkerze (Quelle: imago/Vasily Pindyurin)
imago/Vasily Pindyurin

Rückblicke | Ausblicke - Das war 2019 - und so könnte 2020 werden

Was waren die kulturellen Highlights des Jahres - und wofür sollte man im Jahr 2020 Tickets kaufen? Welche News haben bewegt? Und wo stehen die Sportvereine der Region? Die wichtigsten Beiträge mit Blick zurück - und in die Zukunft.

Beitrag von Sebastian Schneider

70 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 70.

    Wer unbedingt Feuerwerk, besonders missbräuchlich, abschießen möchte, wird sich dies besorgen. Wenn es immer mehr Drogen leicht zu erwerben gibt, wird es ggf. auch einen Schwarzmarkt für Feuerwerk geben. Regeln und Gesetze müssen vor allem durchgesetzt werden. Man wird sehen wie es dem Senat und der Polizei dieses Jahr gelingt.

  2. 69.

    So liebe Gemeinde ... kommt mal wieder, egal welcher Fraktion angehörig, runter.
    Ich wünsche allen Foristen einen guten und stressfreien Rutsch - und behaltet die Finger da, wo sie hingehören - an der Hand ;-).
    Feinstaubarme Grüße vom Stadtrand

  3. 68.

    All die schönen Umfragen sind genau so viel wert wie der der sie beauftragt. Ich bin prinzipiell komplett gegen Böller gerade aus dem Ostlichen Ausland. Aber am 2/1/2020 kommt die reale Statistik vom Einzelhandel mit wahrscheinlich einem neuen verkaufsrekord der knallenden Produkte deswegen glaube ich leider keiner Statistik mehr den es wiederspricht sich einfach alles! Und einer Statistik oder Schätzung der DUH naja bitte diesem Verein traue ich keinen Meter da geht es massiv um Lobby Arbeit die Gesundheit oder das Wohl von Menschen steht dort nicht im Vordergrund!

  4. 67.

    Ja, auch Augenärzte fordern zu Recht ein Verbot zwecks Jugendschutz: "Die DOG und der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V. (BVA) fordern daher Schutzbrillen, verstärkte Aufklärung über die Risiken und eine Diskussion über ein Verbot privat genutzter Feuerwerke. Feuerwerk gehöre in die Hände professioneller Pyrotechniker. Ein erster sinnvoller Schritt wären nach Ansicht der Experten eine strikte Einhaltung des Abgabe- und Weitergabe-Verbots von Feuerwerkskörpern der Kategorie 2 an Minderjährige, eine deutliche Begrenzung der Nutzungszeit wie in Holland und eine Ausweitung der feuerwerksfreien Zonen insbesondere in belebten Innenstädten. „Weniger ist mehr,“ schlägt Gabel-Pfisterer vor. Das verringere nicht zuletzt auch die erhebliche Feinstaubbelastung in den Silvesternächten." https://www.news4teachers.de/2019/12/verletzungen-durch-silvesterboeller-augenaerzte-fordern-verbot-privater-feuerwerke/

  5. 66.

    Das ist doch nichts Neues und müsste ihn doch klar sein dass man es der Gesellschaft egal in welchem Bereich, es nicht recht machen kann den past das wieder nicht der anderen schon.
    Das wird noch sehr lange so gehen, weil Die Leute es nicht zu schätzen wissen egal bei was.
    Leben und leben lasen, kennt man nicht mehr.

  6. 65.

    Das Menschen mit Feuerwerkskörpern beschossen,finde ich ausserordentlich widerwärtig.Menschen die das machen, müssten ermittelt und sehr hart bestraft werden.Da dies aber Aussmasse angenommen hat,wird der Staat nicht um Verbote rumkommen.

  7. 64.

    Mögen wir unsere sehr unlogisch sprechen & handelnden, von Politik verraten Mitmenschen etwa nicht?

  8. 63.

    Ach das macht kein Spaß mehr hier irgendetwas zu kommentieren ob es positiv oder negativ ist man kann es der heutigen Spießer Gesellschaft einfach nicht mehr recht machen, egal bei was spielt einfach keine Rolle.
    Es kommt immer einer den irgendetwas nicht passt und das ist das Problem heute in unsere Gesellschaft.

  9. 62.

    Eine gesunde Umwelt ist sicher nicht aller, aber ohne sie ist alles nichts. Das Böllern und Abbrennen von Feuerwerkskörpern bringt die Umwelt und Lebewesen in Gefahr, auch bei korrektem Umgang damit. Ist das so schwer zu verstehen?
    Mit dem Silvesterfeuerwerk wird tonnenweise Müll in Umlauf gebracht. Für wenige Sekunden /Minuten des Erlebnisses tage- oder wochenlang verschmutze Straßen, Flüsse, Grünanlagen, ist es das wert?

  10. 61.

    Bei jetzt schon "gefährlicher Knallerei" z.B. versuchter gefährlicher Körperverletzung hilft 110 oder auch eine online-Anzeige. In den Tagen vor Sylvester kommt die Polizei tatsächlich und hilft. Wir werden allerdings mit den Kindern auch wieder Kreuzberg verlassen bevor es richtig losgeht und jetzt schon in der Dunkelheit zu Hause bleiben. Leider sind auch hier im Kiez seit heute regelmäßig sehr laute Explosionen zu hören trotz geschlossener Fenstern.

  11. 60.

    Ich habe die Nase voll von dieser ewigen Diskussion über Verbote oder nicht. Es ist ganz einfach, wenn bestimmte Menschen keine Lust haben, Rücksicht auf andere Lebewesen zu nehmen, wenn sie im Gegenteil zwischen Weihnachten und Silvester absichtlich auf alles schießen, was sich bewegt, dann gehört diese verdammte Böllerei endlich flächendeckend verboten. Alle meine Freunde verlassen seit Jahren zu Silvester Berlin, weil sie auf diese bürgerkriegsähnlichen Zustände keinen Bock mehr haben. Mir hat man aus einem vorbeifahrenden Auto eine Rakete in die Kapuze geworfen, ich war stundenlang taub und stand unter Schock. Überall wird rumgefackelt, Sanitäter angegriffen, Raketen über die Straße gefeuert, Böller im Hauseingang hinterher geworfen oder blind vom Balkon geschmissen usw. Wir feiern nach diversen Angriffen seit Jahren den Jahreswechsel nicht mehr auf der Straße, wir haben alle Angst. Es kotzt mich an, das die Mehrheit diese hirnlose Minderheit wüten lässt.

  12. 59.

    Sie haben natürlich eine Kernfrage der gesamten Debatte richtig herausgestellt. Was sollen diese ganzen Verbote und lassen sich dadurch Probleme lösen ? In den meisten Fällen nicht. Die illegalen Feuerwerkskörper sind ein Problem, vorallem wenn mit diesen nicht sehr vorsichtig umgegangen wird, denn je nach Typ, Satzmenge usw. haben die im Vergleich zu den legalen Feuerwerkskörpern schon ein weitaus größeres Gefahrenpotenzial. Diese Gegenstände werden aber nicht nur zu Silvester eingeführt sondern über das ganze Jahr hinweg, sie werden entweder auf Märkten im nahen Ausland erworben oder bei Shops im Internet bestellt. Diese Gegenstände, sofern Sie nicht unbeschränkt in Kat 1, 2 F 1,2 eingruppiert und über eine CE Kennzeichnung verfügen, sind nicht legal. Erwerb und Umgang ggf. Verwendung nur fachlich befugten vorbehalten. Ansonsten handelt es sich bei Einfuhr, Umgang, usw. um Straftaten. Das Gesetz ermöglicht hier mehrjährige Haftstrafen.

  13. 58.

    Bei uns in Kreuzberg passiert mal wieder nichts gegen die wirklich unerträgliche und öfter gefährliche Knallerei! Hier hört uns niemand. Ich hatte an die Grüne Partei geschrieben. Keine Antwort für Fhain/Kreuzberg. Warum?
    Weil es so scheint, als daß man nichts dagegen tun kann. Besonders türkische Jugendliche knallen nur mit den allerlau testen Böllern. Auch schon seit Anfang Dezember und über Weihnachten. Deshalb ist es eher ein Tabuthema. Die Verschiebung eines Antrages einer Bundesratsinitiative , die Georg Kössler (Grüne) fordert, hilft uns auf jeden Fall am 31.12.19 nicht mehr. Ich habe jedesmal Probleme, Sylvester zu überstehn.
    Viel Feuerwerksmüll landet auch in der Spree-hinein geworfen von der Oberbaumbrücke aus. Usw. Dagegen könnte man auch schon mal etwas tun.

  14. 57.

    Naja, der Befund mag ja in gewissen Ansätzen sogar zutreffen, aber die Schlussfolgerung ist doch völlig falsch. Sie orientieren sich jetzt an den negativen Fällen, die es ja ohne Zweifel gibt, aber Sie missachten die Tatsache, dass der überwiegende Anteil der Leute, ganz sachgemäß und umsichtig mit Feuerwerk umgeht und hier kein Schaden erzeugt wird. Das wäre genauso, als würde man argumentieren, es gibt immer wieder Straftäter, meist mit einer pyschischen Komponente, die gerne Scheunen oder Häuser anzünden, und daher müsste man jetzt alle Feuerzeuge und Streichhölzer verbieten, das ist weder rational noch verhältnismäßig. Dann wird immer gesagt, es entstehen soviele Unfälle mit Feuerwerk, ja die gibt es, die Ursachen sind dann aber bewusst unsachgemäße Verwendung oder vorheriger Alkoholkonsum, Manipulationen oder die Verwendung illegaler Feuerwerkskörper. Viel mehr Unfälle jeden Tag entstehen durch menschliches Versagen oder fahrlässiges Handeln im Straßenverkehr. PKW Verbot fordern?

  15. 56.

    Das Leben ist mehr als Feinstaub und CO2-Bilanz. Niemand darf beim Böllern in Gefahr gebracht oder belästigt werden. Das versteht sich von selbst.
    Niemand wird zum Knallen an Silvester gezwungen. Wenn die Mehrheit der Deutschen gegen die Böllerei Raketen usw. ist, soll sie es halt lassen!

  16. 55.

    Und wieder sind Verbote nötig, weil manche Menschen nicht bereits sind, ein Mindestmaß an Rücksicht auf den Rest der Welt zu nehmen. Wenn jeder zu Sylvester eine Handvoll Raketen in den Himmel schießen würde, wär das kein echtes Problem.
    Problem sind die Leute, die mit Raketen auf andere Leute, fahrende Autos und Busse schießen, Polenböller in Hauseingängen und U-Bahn Stationen zünden, und und die Tage um Sylvester dazu nutzen, sie wie Arschlöcher zu benehmen ohne jede Rücksicht auf den Schaden, den sie anrichten.

  17. 54.

    Klimadiskussion, Feinstaubbelastung, Plastikmüll etc sind alle Teil eines einzigen Problems: dass der Mensch Ressourcen sinnlos verschwendet, die Umwelt sukzessive zerstört und sich und anderen Arten damit die Lebensgrundlage raubt. Der tiefere Hintergrund ist die überholte Vorstellung, dass immer alles noch größer, schöner?, schneller?, gewaltiger sein muss. Wachstum ohne Ende,nur der Planet und die Ressourcen wachsen nicht mit. Was spricht dagegen, das Problem von vielen Seiten her anzugehen?
    "Bei diesen Leuten kam es noch nie zu irgendwelchen Schäden, Unfällen oder Verletzugen. Auch bei größerer Pyrotechnik besteht bei richtiger Handhabung kein Problem." Können Sie wirklich für alle diese Leute sprechen, kennen Sie die alle?Haben Sie auch drauf geachtet, dass beim Abbrennen kein Rauch und Feinstaub in die Luft gelangt ist? Keinen Lärm verursacht?Die Reste der Raketen, Böller etc am Neujahrstag aufgesammelt, die braune Asche zusammengefegt,und wie haben Sie das eigentlich entsorgt?

  18. 53.

    Dann verbietet doch einfach alles der Mensch soll kein Spaß mehr haben keine Freude mehr, ich mein Böller kann man verbieten gerade Die Polenböller denn das ist echt Quatsch, oder auch bitte Alkohol weil sowas hat überhaupt nichts in Silvesterabend zu suchen meine Meinung.
    Man wird doch wohl Raketen oder Die Selbstschutz Batterien benutzen können wenn man als Erwachsener Mensch damit vernünftig umgeht und gut aufpasst, wenn Die Kinder sich es angucken und sich freuen wenn das alles in der Luft explodiert und schöne bunte Farben im Himmel zusehen sind ist, sowas ist doch was schönes.
    Da muss ich nicht extra zum Brandenburger Tor hinfahren um beim gruppenkuscheln mit zu machen und mir da Das Feuerwerk anzugucken sondern zuhause vor der Haustür.
    Wenn Müll entsteht wie z.b. Die selbst Schuss Batterie dann nimm ich es mit und schmeiße es in den Mülleimer, fertig.

  19. 52.

    Ich bin dafür Die Böller zu verbieten denn sowas brauch man wirklich nicht, machen nur ein kurzen lauten knall und das wars, aber Raketen Oder Die selbst Schuss Batterie sollten nicht verboten werden, denn wir wollen es ja nicht übertreiben alles immer zu verbieten.

  20. 51.

    Heute eine neue Meldung:
    Deutschland Rekord bei Waffenexporten. Solange das anhält und wahrscheinlich noch mehr wird, finde ich Einschränkungen bei Silvesterfeuerwerk und eine Diskussion darüber vollkommen mehr als lächerlich.
    Man kann dieses Land in meinen Augen nicht mehr ernst nehmen.

Das könnte Sie auch interessieren