Shih Tzu Welpe Lulu, am 22.12. in Marzahn gefunden, vermutlich ausgesetzt, 5 bis 6 Wochen jung. (Quelle: rbb/Naomi Donath)
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Video: rbb|24 | 27.12.2019 | Naomi Donath | Bild: rbb/Naomi Donath

Berlin - 39 gefundene Tiere über Weihnachten im Tierheim abgegeben

Katzen, Hunde, Kaninchen, Vögel, Schildkröten und ein Gecko: Für 39 sogenannte Fundtiere war das Weihnachtsfest nicht besonders fröhlich. Sie landeten über die Feiertage im Berliner Tierheim. In den Vorjahren waren es weniger.

39 gefundene Tiere sind in diesem Jahr über die Weihnachtsfeiertage in der Tiersammelstelle des Tierheims Berlin abgegeben worden. Nach Angaben vom Freitag handelte es sich dabei um 13 Katzen, elf Hunde, neun Kaninchen, drei Vögel, zwei Schildkröten und einen Gecko.

Beim Tierheim geht man laut Aussagen der Verantwortlichen davon aus, dass die Tiere ausgesetzt wurden oder ihren Besitzern weggelaufen - beziehungsweise entflogen - sind. Acht der Tiere - je vier Hunde und Katzen - seien inzwischen auch wieder von ihren Besitzern abgeholt worden.

Schwarze Katze, vermutlich ausgesetzt am 26.12. in Steglitz. 10 bis 12 Monate alt. (Quelle: rbb/Nami Donath)
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Im vergangenen Jahr wurden 37 Fundtiere über die Weihnachtsfeiertage im Tierheim Berlin abgegeben, 2017 waren es 14 Tiere.

Tiere aussetzen kann teuer werden

Das Berliner Heim vermittelt über Weihnachten keine Tiere, um zu vermeiden, dass Haustiere als Weihnachtsgeschenke übergeben werden. Denn "wenn die erste Euphorie verflogen und die Weihnachtsferien vorbei" seien, merkten viele Menschen, dass sie dem Tier doch nicht gerecht werden könnten, sagt die Tierheim-Sprecherin Beate Kaminski. Deshalb würden viele der Tiere dann "abgeschoben oder ausgesetzt".

Häufig würden Besitzer die Tiere am Tierheim-Tor anbinden. Vermutlich täten sie dies, um die Abgabegebühren zu sparen, heißt es vom Tierheim.

Die Abgabe von Hunden kann bis zu 420 Euro kosten, für Katzen können bis zu 250 Euro fällig werden. Für kleinere Tiere liegt die Maximalsumme bei unter 100 Euro. Die Höhe der Gebühr berechnet sich nach dem Gesundheitszustand des Tieres und etwaiger Verhaltensprobleme. Wer ein Tier aufnimmt, zahlt eine etwas niedrigere Vermittlungsgebühr.

Das Aussetzen kann jedoch deutlich teurer kommen: Nach dem Tierschutzgesetz ist das Aussetzen von Tieren eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße von 25.000 Euro bestraft werden. Die Sprecherin Kaminski appellierte an Tierbesitzer, ihrer Verantwortung nachzukommen und nicht auszusetzen. "Das ist man dem Tier schuldig", so Kaminski wörtlich.

Eins der 9 vermutlich ausgesetzten Kaninchen. Es wurde zusammen mit einem zweiten Kaninchen am 25.12. an einem Müllplatz in Lichtenberg gefunden und in die Tiersammelstelle gebracht. (Quelle: rbb/Naomi Donath)
Bild: rbb/Naomi Donath

Das Berliner Tierheim befindet sich in Falkenberg und verfügt über ein Grundstück von 16 Hektar. Darauf befinden sich vier Katzenhäuser, sechs Hundehäuser ein Kleintierhaus, ein Vogelhaus, ein Gehege für freilebende Katzen und eine Tierarztpraxis. Das Tierheim beschäftigt etwa 160 hauptamtliche Mitarbeiter und betreut insgesamt etwa 1.400 Tiere.

Sendung: Abendschau, 27.12.2019, 19:30 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Solange Tiere vor dem Gesetz als "Sache" gelten und ihnen Gefühle abgesprochen werden, wird sich im Denken der "Krone der Schöpfung" nichts ändern. Spottbilliges Fleisch und andere billige tierische Produkte tun ein übriges, um die Achtung anderer Geschöpfe zu verhindern.
    Hier auch mal eine gute Nachricht für die Tierfreunde unter den Kommentatoren: Ich habe nach monatelangen Überlegungen einen ca. 5-jährigen rumänischen "Straßenhund" aus einer Auffangstation adoptiert. Er heißt Bob und kommt am kommenden Samstag per Autotransport nach München, wo ich ihn dann abhole. Ich freue mich so sehr auf ihn, auch wenn Anfangschwierigkeiten wahrscheinlich sind.
    Das ändert zwar nichts an den furchtbaren Verhältnissen der tausenden von herrenlosen Hunden in Rumänien, aber für diese eine verlorene Hundeseele ändert das ALLES.
    mfg Peter

  2. 24.

    Ich könnt platzen! Die Menschen lernen es nicht, oder?
    Ein Tier ist keine Ware, auch wenn Sie wie Ware verkauft wird. Warum überlegen Familien nicht VORHER gründlich, ob sie ein tierisches Familienmitglied haben, pflegen und finanzieren können?
    Ich verstehe ebensowenig Menschen, die Ihr Tier von einem Züchter kaufen. Ja, Tierheimtiere können (!) einen Schuß weghaben, aber nach viel Zeit und Geduld (ja, die muß man erstmal haben) danken die Tiere es einem um ein Vielfaches.
    Selber habe ich zwei Katzen aus dem Tierheim Berlin und zwei Katzen aus dem Spanischen Tierschutz, und nach knapp einem Jahr ist das die liebste Katzen-WG, die ich mir vorstellen kann.
    Im Übrigen ist die Abgabe von Fundtieren kostenlos, nur die Abgabe eigener Tiere ist kostenpflichtig (sh. Tierheimseite)!
    Guten Rutsch!

  3. 23.

    Seit 7 Jahren ist bei uns ein Kater zu Hause, der eigentlich unsrem Nachbarn gehörte.
    Da sie ihre Tiere vernachlässigten, hatte der Kater das Glück, sich uns als neue "Dosenöffner" auszusuchen. Leider hatte er in der Übergangsphase das Pech vor ein Auto zu laufen. 1400€ Behandlungskosten, die wir bis heute nicht bereut haben, da er, obwohl es eben "nur" ein Tier ist, bis heute dankbar zeigt...

  4. 22.

    Genau solche Kommentare lassen meine Adern anschwellen! Egal ob Hamster, Kaninchen, Vögel, Katzen oder Hunde - es sind verdammt noch mal LEBEWESEN und keine Ware!
    Bei Ihrer Einstellung sollten Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Stofftiere sich ein neues Zuhause suchen würden...

  5. 21.

    Jedes cent ist wichtig, aber um die 300.000,-€ sind nicht wirklich viel für das Tierheim. Aber wie schon erwähnt, besser als nichts,

  6. 20.

    Soweit mit bekannt ist, zahlt das Land Berlin dem Verein seit 2018 jährlich 300T €. Sollten Sie bei der Beantwortung der Fragen ruhig berücksichtigen. So hört es sich an, als ob der Verein alles alleine stemmen muss.

  7. 19.

    Nein, das ist kein Druckfehler, es sind etwa 160 Mitarbeiter, die durch den 365-Tage-Dienst im Schichtsystem im Einsatz sind, Tierpfleger und -ärzte für 1.400 Tiere, dazu Azubis und andere Mitarbeiter. Finanziert wird das durch den Tierschutzverein.

  8. 18.

    170 hauptamtliche Mitarbeiter?? Ist das ein Druckfehler?? Wer bezahlt die Gehälter??? Sind vielleicht Ehrenamtliche gemeint?

  9. 17.

    Genau da sehe auch das Problem, mit den hohen Gebühren. Viele Menschen sind verroht und wollen für die Tiere kein Geld ausgeben. Das Schicksal, was diesen Tieren droht ist furchtbar. Ich denke, es ist an der Zeit, eine anonyme „Tierklappe“ für Notfälle zu schaffen, damit diese Tiere gerettet werden können. Es ist traurig, aber leider realistisch.

  10. 16.

    Ich finde es sehr traurig und schlim was die Menschen mit Tieren machen. Ich musste meine Trixi erlösen lassen , sie war 16 Jahre alt und krank . Ich habe alles für sie getan und kann die Menschen nicht verstehen , wenn sie ihre Tiere wegwerfen wie Müll oder vernachlässigen. Man müsste diese Menschen sehr hart bestrafen .Warum schaffen die sich Tiere an ??? Und unter den Weihnachtsbaum gehört kein Tier. Ich habe eine kleine Leni 2 Jahre alt einen Jack Russel und sie ist mein Sonnenschein . Ich wünsche mir das es all den Tieren gut geht und die Menschen besser und verantwortungsvoller werden.

  11. 15.

    Ich finde es traurig, wenn man so etwas an den Tieren auslässt. Es sind genauso Lebewesen mit Gefühlen, wie wir Menschen. Ich habe selber 1 Hund und ich bin immer für ihn da, so wie er für mich. Egal was es kostet es gibt immer eine Lösung. In guten wie an schlechten Tagen. LG. Brigitte

  12. 14.

    Ich stimme Dir vollkommen zu.

    Mich macht es wütend, wenn diese Vermehrer unterstützt werden, während die Tierheime aus allen Nähten platzen.
    Bei solchem Verhalten, wie die Eltern es vorleben, lernen Kinder nicht, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Solche Erwachsenen sollten auch keine Kinder in die Welt setzen.

    Es kann schnell zu einer Notsituation kommen, dann sollte Mann/Frau aber den Allerwertesten in der Hose haben und das Tier abgeben. TA-Kosten können in die Höhe schneller, aber damit muss ich rechnen. Viele TA-Praxen bieten Ratenzahlung an. Ich verstehe nicht, warum für ein tierisches Familienmitglied das Geld nicht reicht, aber die Kohle für ein neues Handy und die Autoreparatur da ist.

    Der Abgabegrund eines Kaninchens im Tierheim am 23.12. "Wohnung zu klein"! So ganz plötzlich, komisch. Das Ostergeschenk ist wahrscheinlich riesig geworden. Oder wussten die Leute nicht wohin mit dem Weihnachtsbaum?
    Aber immerhin wurde dieses Kaninchen noch abgegeben.

  13. 13.

    Ein Tier bleibt in meinen Augen ein Lebewesen, für das ich Verantwortung habe,auch wenn ich es käuflich erwerbe. Also keine Ware im Sinne eines Wegwerfartikels. Wenn Menschen im Ausland Kinder gegen Geld adoptieren, sind diese Kinder doch auch keine Ware.

  14. 12.

    @Paula W
    Wenn ich einen Hund kaufe, dann ist es auch Ware.
    Was ist das für ein sinnfreier Satz?

  15. 11.

    Ich habe gerade schon geschrieben, dass es Tiertafeln gibt. Berliner Tiertafel e.V. Tierschutzorganisation Berlin Wustrower Strasse 18, 13051 Berlin Telefon: 0151 6577905

  16. 10.

    Die Gründe des Tierheimes für die Abgabegebühr findet sich im Internet,siehe unten.
    Ich bin seit 6 Jahrzehnten Mitglied des Tierschutzvereins Berlin und spende regelmäßig abs Tierheim. Das wird leider nicht von der Stadt Berlin subventioniert oder regelmäßig unterstützt,obwohl Berlin die Tiersammelstelle nutzt. Wenn jemand sein Tier liebt und das Geld knapp ist, gibt es z.B. die Tiertafel.
    Hätte ich in meinem Umfeld einen Fall, der sich die Abgabegebühr nicht leisten kann, das Tier aber abgeben muss,würde ich im Bekannten/Freundeskreis sammeln, wenn die private Vermittlungcscheitert.

    Tierheim Berlin- Abgabegebühren:
    Da sich unser Tierheim fast ausschließlich durch Spenden finanziert, sind wir gezwungen, für die Aufnahme eines Tieres je nach Gesundheitszustand und evtl. vorhandener Verhaltensprobleme Gebühren zu berechnen, die weit unter den Kosten liegen, die uns tatsächlich entstehen.

  17. 9.

    Ja, es gibt auch Tafeln für Tiere. Man findet im Internet bestimmt Adressen und Telefonnummern. Wer kein Internet hat, erhält bestimmt auch Auskunft im Tierheim oder beim Tierarzt.

  18. 8.

    Ich muss mich meinem Vorredner anschließen. Der Mensch ist ein Arschloch, besser kann man das nicht ausdrücken. Hauptsache die lieben Kinderchen hatten einen kleinen Hund unterm Baum, danach war er langweilig u. man setzte ihn einfach aus, oder wenn er Glück hatte landete er im Tierheim. Und das schlimmste ist, dass die nächste Generation es nicht besser vorgelebt bekam und auch so handelt.

    Lasst es einfach sein, kauft euren Gören lieber ein Stofftier.

  19. 7.

    Haben Sie denn eine Lösung für die angesprochene Problematik der Kosten? Ihnen ist es also lieber, die Tiere werden ausgesetzt?

  20. 6.

    Gute Frage. Ich finde, die Gebühren gehören abgeschafft. Ein unnötiges Aussetzen sollte verhindert werden. Die Gebühren sind erschreckend hoch. Ziel ist doch der Tierschutz.

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