Zwei Frauen genießen am Schloss Oranienburg die Sonne. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Wetter in Berlin und Brandenburg - 2019 war zu warm, zu trocken - und zu sonnig

Das abgelaufene Jahr hat wieder Wetterrekorde gebrochen. Ausgerechnet der Wintermonat Februar konnte mit einem Sonnenschein-Rekord aufwarten. Insgesamt war es 2019 in Berlin und Brandenburg erneut zu trocken und auch deutlich zu warm.

Berlin und Brandenburg waren in diesem Jahr deutschlandweit die wärmsten Bundesländer. Bis auf den Mai waren alle Monate dieses Jahres in beiden Bundesländern zu warm, wie Meteorologe Dennis Dalter von Meteogroup dem rbb sagte.

Besonders die Sommermonate brachten Rekordtemperaturen. Der Juni sei mit einer Abweichung von vier bis sechs Grad der wärmste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen, erklärte Dalters Kollege Ronny Büttner. Im August sei es 2,5 bis drei Grad zu warm gewesen. Die Jahresdurchschnittstemperatur lag in Brandenburg bei 11,1 und in Berlin sogar bei 11,7 Grad - und damit mehr als zwei Grad über dem Mittelwert von 1961 bis 1990.

Regen im Norden, Versteppung im Süden

Und nicht nur zu warm war das vergangene Jahr in beiden Bundesländern, sondern auch wieder zu trocken. Zwar fiel mehr Regen als im Dürrejahr 2018, doch vielerorts weniger als üblich.

Wegen der langen Trockenheit wütete in der Region wieder zahlreiche Waldbrände – der größte Ende Juni bei Jüterbog. Eine Woche lang brannte auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz ein Feuer, das 744 Hektar Wald zerstörte. Erst ab dem Herbst fiel wieder mehr Regen, das habe noch einiges ausgeglichen, so Meteorologe Dennis Dalter von der Meteogroup.

Der meiste Regen in Brandenburg ging in diesem Jahr im Norden, in der Region zwischen Prignitz und Uckermark, nieder. So wurden in Rheinsberg 679 Liter gemessen, ein Fünftel mehr als im langjährigen Mittel. Dagegen geht in der Lausitz laut Dalter die Versteppung weiter. So seien in Cottbus nur 398 Liter Regen gefallen – 70 Prozent der dort üblichen Niederschlagsmenge. 

Sonnigster Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnung

In Berlin-Buch wurde mit 589 Litern zwar eine leicht überdurchschnittliche Regenmenge gemessen, in anderen Teilen der Stadt war es aber deutlich weniger. In Tempelhof etwa fielen 490 Liter Regen, das waren 84 Prozent des langjährigen Mittels.

Gleichzeitig war das Jahr in Berlin und Brandenburg "zu sonnig", wie Dalter sagte. Kurz nach Jahresbeginn gab es schon einen Rekord: Der Februar war in Brandenburg der sonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1881, in diesem Monat schien die Sonne 121 Stunden.

In Berlin-Dahlem gab es mit knapp 2.044 Stunden 125 Prozent mehr Sonnenschein als sonst, in Tempelhof waren es 111 Prozent mehr Sonnenstunden. "Gemeinsam mit Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg sind Berlin und Brandenburg mit die sonnenscheinreichsten Bundesländer", fasst Dalter zusammen.

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6 Kommentare

  1. 6.

    Um ehrlich zu sein, machen doch Demonstration in der Sonne und bei Wärme doch mehr Spaß, als bei einem Wetter, wie das Heutige. Wer steht schon gerne in der Kälte, bei Wind und Regen herum und hält selbst gebastelte Pappschilder hoch, die nach kürzester Zeit unleserlich werden. Dafür lohnt doch nicht die ganze Arbeit, oder?

  2. 5.

    Ich fand das Jahr 2019 vom Wetter her hervorragend. Ich hoffe, dass es auch 2020 so wird oder noch besser wird.
    Und @Berliner: Sie mein wohl Frau VON Storch, soviel Zeit muß sein.

  3. 4.

    Warum wird zum Vergleich der Jahresdurchschnittstemparatur der Zeitraum 1961-1990 gewählt? Lassen Sie mich raten. Der war wohl besonders niedrig.

  4. 3.

    Nachdem nun in Zukunft auch das Heizen meiner Mietwohnung, bei der ich als Mieter keinen Einfluss auf die Art der Heizung habe, besteuert wird, freue ich mich über jeden Tag, an dem ich die Heizung nicht aufdrehen muss.

  5. 2.

    Nun sind die Zeiten vorbei, in denen wir halbherzige Entscheidungen treffen: Wenn wir uns nicht ändern, haben wir bald Zustände wie in Australien und Australien wird dann unbewohnbar sein.

  6. 1.

    DAnn müssen wir nun, gem. der Forderung von Frau Storch, endlich die pöse Sonne verklagen.

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