Wölfe im Wildpark Schorfheide (Bild: imago images/Hohlfeld)
Bild: imago images/Hohlfeld

Monitoring 2018/2019 - In Brandenburg leben deutschlandweit die meisten Wölfe

Die meisten Wolfsrudel in Deutschland leben weiterhin in Brandenburg. 41 Wolfsverbände, die meist aus drei bis elf Tieren bestehen, streifen durch die Lausitz im Süden des Bundeslandes. Diese Zahl habe die Auswertung des Monitoringjahres 2018/19 ergeben, teilten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) am Montag mit.

Demnach konzentriert sich das Vorkommen der streng geschützten Tiere auf ein von der sächsischen Lausitz in nordwestliche Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen reichendes Gebiet. Den Angaben nach leben in Sachsen 22 Wolfsrudel und in Niedersachsen 21. Erstmals seit der Ausrottung der Art in Deutschland seien zudem in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein jeweils einzelne ortstreue Wölfe bestätigt worden, hieß es vom BfN. Insgesamt sind demnach in Deutschland 257 erwachsene Wölfe erfasst.

Mehr Wolfsrudel, weniger Paare

Dem Monitoring zufolge gibt es neben den insgesamt 105 Rudeln deutschlandweit 25 erfasste Wolfspaare sowie 13 sesshafte Einzelwölfe. Damit ist die Zahl der Rudel deutlich gestiegen, die der Paare hingegen zurückgegangen: Im vorhergehenden Monitoringjahr 2017/18 waren deutschlandweit 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe nachgewiesen worden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bewertet die Entwicklung positiv, warnt jedoch vor falschen Rückschlüssen. "Die Entwicklung der Wolfsbestände ist ein gutes Zeichen", erklärt Magnus Wessel vom BUND. "Mit rund 273 erwachsenen Wölfen ist die Art in Deutschland aber noch immer weit von einem günstigen Erhaltungszustand von 1.000 erwachsenen Tieren entfernt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisierte in einer Reaktion auf die vorgestellten Daten, dass in der Bilanz der Nachwuchs nicht zahlenmäßig aufgeführt werde. Nach DJV-Hochrechnungen lebten im Frühsommer 2019 rund 1.300 Wölfe in Deutschland - erwachsene und Jungtiere. Für das Frühjahr 2020 prognostiziert der Verband knapp 1.800 Wölfe in Deutschland.

Weidetierhalter leiden unter Wölfen

Negativ betroffen von der Rückkehr der Wölfe sind vor allem Weidetierhalter. "Statt weiter Öl ins Feuer zu gießen und Meinungsmache zulasten der Wölfe zu betreiben, sollte sich die Politik endlich auf konstruktive Lösungsansätze fokussieren, die den Betrieben wirklich helfen - der Herdenschutz steht dabei an erster Stelle", so Wessel weiter. Neben der vollständigen Erstattung der Kosten von Elektrozäunen und gegebenenfalls Herdenschutzhunden müsse auch die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Weidetierhaltenden im Vordergrund stehen.

Das Monitoringjahr dauert vom 1. Mai bis zum 30. April. Das BfN und das DBBW führen darin die von den Bundesländern erhobenen Daten zusammen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.12.2019, 14 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Also nicht die meisten Geier. - Was bekommen die Wölfe zum Fraß vorgeworfen?

  2. 2.

    Lieber Byk,

    Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Kritik, sorry für den Fehler. Wir geloben Besserung!

    Herzliche Grüße in die Lausitz,

    Ihre Redaktion

  3. 1.

    "... streifen durch die Mark". Die mit Abstand meisten Brandenburger Rudel und Einzeltiere leben in der Niederlausitz, und nicht in der "Mark". Die sogenannte "Mark Brandenburg" und die Niederlausitz sind zwei verschiedene Regionen, die beide Teil ein und desselben Bundeslandes sind (Brandenburg)! Der RBB sollte endlich mal Schulungen für seine Mitarbeiter anbieten, vor allem für die zugewanderten, zur Vermittlung von Grundwissen über Brandenburg!

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