Mehrere hundert Menschen gedenken in Berlin-Prenzlauer Berg dem 19-jährigen Union-Fan Karl M. (Quelle: imago images/Christian Mang)
Bild: imago images/Christian Mang

19-Jähriger in Berlin erstochen - Lebenslange Haft nach Messerattacke auf Union-Fan

Der Fall hat für großes Entsetzen gesorgt: Vor einem Jahr wird auf einem Supermarkt-Parkplatz ein 19-jähriger Fan des 1. FC Union Berlin tödlich verletzt. Nun ist der Täter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

Für eine tödliche Messerattacke auf einem Supermarkt-Parkplatz in Berlin-Prenzlauer Berg ist der Angeklagte am Dienstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 29-Jährigen am Dienstag des Mordes an einem 19-Jährigen schuldig.

Es sei ihm bei der Tat im Februar 2019 darum gegangen, Frust abzureagieren, erklärte das Gericht die Entscheidung. Der 19-Jährige habe auf Beleidigungen des ihm fremden Mannes nicht reagiert und "eigentlich alles richtig gemacht", befanden die Richter. Aus niedrigen Beweggründen habe der Angeklagte dem Opfer einen Messerstich in Höhe des Herzens versetzt. Wenig später starb der 19-Jährige.

"Dominanz um jeden Preis"

Der junge Mann, der in der Altenpflege gearbeitet habe und Fan des Berliner Fußballvereins 1. FC Union gewesen sein soll, war laut Urteil mit einem Bekannten unterwegs, als ihnen der Angeklagte begegnete. Der 29-Jährige sei unzufrieden mit seinen Lebensumständen gewesen und habe Streit gesucht, so das Gericht.

Nach Beleidigungen habe er den 19-Jährigen geschubst. Dieser habe die Arme in Abwehrhaltung genommen, ohne seinerseits zu schlagen. Kurz darauf sei es zum Messerangriff gekommen. Der Angeklagte habe "Dominanz um jeden Preis" zeigen wollen.

Eine Tötungsabsicht hatte der Angeklagte zurückgewiesen. Seine Verteidiger plädierten auf einen Schuldspruch wegen gefährlicher Körperverletzung. Das Gericht folgte jedoch im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Der 29-Jährige wurde zudem verurteilt, den Eltern des Getöteten insgesamt 70.000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Brandenburger und Berliner Polizei arbeiteten zusammen

Im Februar war der Verurteilte in Berlin als Tatverdächtiger verhaftet worden. Der Haftbefehl gegen den 29-jährigen Mann wurde  im brandenburgischen Finsterwalde (Landkreis Elbe-Elster) vollstreckt. Die Ermittlungen sind gemeinsam vom Brandenburger Landeskriminalamt und der Staatsanwaltschaft Berlin geführt worden. Den Sicherheitsbehörden ist der 29-Jährige bereits als gewalttätig bekannt gewesen.

Sendung: Abendschau, 14.01.2020, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

16 Kommentare

  1. 16.

    Und natürlich auch bei diesem super traurigen und hochsensiblen Thema darf natürlich nicht der Kommentar eines rechts Freundes fehlen, der natürlich alle Schuld wieder auf den Ausländer schiebt, ein deutscher könnte ja niemals was Verbrechen.

  2. 15.

    Ich kann Ihnen viele Beispiele nennen, einer wäre der CDU-Bundestagsabgeordnete Stephan Habeck, der nun am Bundesverfassungsgericht als Richter arbeitet. Auch hier in Berliner Straf-und Zivilgerichten gibt es unzählige Beispiele.
    Einfach mal mit diesem Thema beschäftigen, dann würden Sie sehr "erstaunt" sein.

  3. 14.

    Der Täter war wg. Gewaltdelikten mehrfach vorbestraft. Nun ist er für 10 - 15 Jahre keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit. Was das mit der Geldstrafe soll weiß ich nicht. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist bei dem nichts zu holen.

  4. 13.

    Nicht in diesem Beitrag. Sie müssen die Berichterstattung als ein Puzzle betrachten. Wenn man ein bisschen sucht, findet man anschlussfähige Teile.

  5. 12.

    Endlich mal ein richtiges Urteil. Es kann nicht sein, dass wenn man mit seinem Leben nicht klar kommt, einfach ersticht und hinterher erklärt, er wollte das nicht. Er hat das Messer gezogen, er war auf Ärger aus. Wozu trägt man heutzutage immer ein Messer griffbereit bei sich - bestimmt nicht um Obst zu schneiden. In der heutigen Zeit wird gleich zugestochen, zugetreten und sonst noch was. Wer so etwas macht, sollte höher bestraft werden.

  6. 10.

    Richtig. Doch ich glaube, hier spielt der Fußball nur eine untergeordnete Rolle, da der Täter ja "unzufrieden mit seinen Lebensumständen" war. Da hätte es wohl jeden treffen können. Ich finde an diesem Bild schön, wenn man es so sagen darf, dass anscheinend ein Hertha-Fan einen Union-Schal mit Blumen ablegt.

  7. 9.

    Diese Tat hat mit Fussball aber auch gar nichts zu tun.
    Das 19jährige Opfer hätte durchaus auch ein Eisbären-Fan oder einer der Füchse oder Volleys sein können. Der nun verurteilte Täter war einzig und allein auf Stress aus, wollte sich abreagieren, brauchte nur einen Anlass dazu. Diesem in meinen Augen kranken Menschen zu begegnen, stellt eine Gefahr für jeden dar.

    Also bitte die pauschale Verurteilungskeule für eine Sportart oder deren Fans besser stecken lassen und in Gedanken bei den Eltern, Freunden und der ganzen Familie bleiben.

    U.N.V.E.U.

  8. 8.

    "denn auch Richter, auch wenn immer Unabhängigkeit suggeriert wird, sind politisch gesteuert."
    Für diese weitreichende Aussage haben Sie sicher einen Beleg, oder?
    Andernfalls ist sie im Reich der wilden Verschwörungstheorien zu verorten. Ein Richter, der solch einen Steuerungsversuch erhalten und veröffentlichen würde, wäre von heute auf morgen eine Berühmtheit, ebenso ein Journalist, der darüber schreiben würde. Solch ein bundesweiter Skandal ist mir aber nicht bekannt. Am wahrscheinlichsten deshalb, weil es dafür keine Grundlage gibt.

  9. 4.

    Was wollen Sie? Die Todesstrafe? Pauschal alle Richter zu schelten ist nicht hilfreich. Und vor Gericht geht es nicht um Gerechtigkeit sondern um Recht.

  10. 3.

    Eine Tat, die nicht hätte geschehen müssen... wenn die vorherigen Gewalttätigkeiten des Täters rechtzeitig zu einer Beendigung seines Aufenthalts in Deutschland geführt hätten.

  11. 2.

    Endlich mal ein vernünftiges Urteil...auch wenn man einen Tod nie gerecht urteilen kann !
    Ich bin von den Richtern nämlich in allen Belangen enttäuscht !
    Hier in Deutschland wird sonst alles zu Milde verurteilt ! Aber das haben wir u.a der Politik zu verdanken...denn auch Richter, auch wenn immer Unabhängigkeit suggeriert wird, sind politisch gesteuert.

  12. 1.

    Fussball sollte keine Plattform für Gewalt sein. Leider haben einige "Fans" das noch immer nicht erkannt (ein "Paulianer")

Das könnte Sie auch interessieren