Beschädigtes Auto der GdP
Audio: rbb | 15.01.2020 | Thomas Weber | Bild: Benjamin Jendro/GdP

In Tiefgarage demoliert - Staatsschutz ermittelt nach Zerstörung von GdP-Auto

In einer Tiefgarage in Berlin-Schöneberg haben Unbekannte ein Fahrzeug der Gewerkschaft stark beschädigt. Aus der linken Szene liegt ein mutmaßliches Bekennerschreiben vor. Darin wird auf den Polizeikongress in Berlin im Februar verwiesen.

Unbekannte haben in der Nacht zu Mittwoch ein Fahrzeug der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin zerstört. "Die Beschädigungen machen eine weitere Nutzung des Fahrzeuges nicht mehr möglich", teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Bei dem Auto handelt es sich um das zentrale Einsatzfahrzeug der GdP, sagte ihr Sprecher Benjamin Jendro auf Nachfrage von rbb|24. Die Täter hätten die Scheiben des Fahrzeugs eingeschlagen, die Reifen zerstochen und den Inhalt eines Feuerlöschers in den Innenraum gesprüht, so Jendro. Zudem sei Infomaterial der Gewerkschaft, das im Auto lag, mit einer unbekannten Flüssigkeit überschüttet worden.

Wie die Polizei auf Nachfrage von rbb|24 bestätigte, stand das Fahrzeug in einer Tiefgarage in der Kurfürstenstraße. In dem Haus hat die GdP Berlin ihre Geschäftsstelle.

Mutmaßlicher Einbruchsversuch in die Geschäftsstelle

Laut einem Bekennerschreiben, das auf dem linken Onlineportal Indymedia veröffentlicht wurde, werfen die mutmaßlichen Täter der GdP vor allem die Duldung von Polizeigewalt und politische Einflussnahme vor. In dem Schreiben wird zudem zu einer Demonstration gegen den anstehenden Europäischen Polizeikongress im Februar aufgerufen, bei dem auch GdP-Mitglieder auftreten sollen. Die Täter hinterließen demnach an der Wand der Tiefgarage, in der das Auto abgestellt war, den Schriftzug "Gegen den Polizeikongress".

Die Polizei bestätigte am Mittwoch, dass an einer Wand der Parkebene mit dem zerstörten Auto ein mehrere Meter großes Graffiti entdeckt worden sei. Zudem hätten Mitarbeiter der Gewerkschaft Beschädigungen an mehreren Türen der Geschäftsstelle entdeckt. "Spuren an einer der Türen deuteten auf einen Versuch hin, in ein Büro der Geschäftsstelle einzubrechen", hieß es von der Polizei.

Die weiteren Ermittlungen führt demnach der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt

Polizisten immer öfter Ziel von Gewalt

GdP-Sprecher Jendro verurteilte den Angriff. "Diese menschenverachtenden Taten schüchtern uns nicht ein, denn wir stehen für einen demokratischen Rechtsstaat".

Die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte zuletzt die steigende Zahl von Angriffen auf Polizeibeamte kritisiert. Laut Slowik gab es 2019 insgesamt fast 7.000 Gewalttten gegen Polizisten in der Hauptstadt. Zudem würden ihre Kolleginnen und Kollegen immer wieder beleidigt, bedroht und beschimpft, so Slowik.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

19 Kommentare

  1. 19.

    Kommentar-Regeln und Hilfe zu Kommentaren

    3. Kennzeichnen Sie den Kommentar mit Ihrem Namen. Benutzen Sie dabei keine Namen anderer Personen. Mailadressen und andere persönliche Daten behandelt der rbb vertraulich: Sie werden nicht veröffentlicht oder Dritten zugänglich gemacht.

  2. 18.

    "Es wird Zeit, daß der Generalbundesanwalt zwei Teams nach Berlin schickt."

    Um endlich die jahrelange Terrorserie inkl. Mordanschlägen in Neukölln aufzuklären? Finde ich auch!

  3. 17.

    Martina@ eigentlich wollte ich mich zu dem Beitrag äußern und habe erst einmal so ziemlich alle Kommentare hier gelesen! Da sind Sie mir ja besonders aggressiv gegenüber den anderen Teilnehmern aufgefallen. Hat das einen Grund, oder wieso echauffieren Sie sich so und bieten solchen Lesern wie mich, eine Plattform, um hier zu posten, was überhaupt nicht zum Artikel von Rbb24 gehört. Es gibt ein sehr altes Sprichwort und das geht so: "Getroffene Hunde bellen"! Ich hoffe, es geht bei den nächsten Kommentaren über das Thema von oben und nicht über irgendwelche Doktortitel der hier postenden Leute!

  4. 16.

    Man muss diesen linksextremen Straftätern, Gewalttätern, die meinen, irgendwie eine Ideologie zu haben, um sich dadurch rechtfertigen zu können, den Boden unter den Füßen wegziehen und deswegen darf es nie klammheimliche Sympathie, auch keine offene Sympathie mit diesen Straftätern geben. Solche Angriffe sind Straftaten, sind eindeutig zu verurteilen. Wer behauptet, dass es irgendein politisches Motiv dafür geben kann, muss sich damit auseinandersetzen, dass er jedem politischen Anliegen damit nur schaden kann.

  5. 15.

    Ist schon spannend, wie hier, in Ermangelung an Argumenten, reflexartig nach Recht gezeigt wird. Als ob man die Taten der Linksradikalen relativiert soll. Da ein zerstörtes, abgefackeltes Auto, eine beschmierte Fassade, zerbrochene Scheiben, das Lahmlegen von Infrastruktur, Buttersäureanschläge, namentliche Nennung von Adressen und Arbeitsplätzen von politisch Unliebsamen. Auf der anderes Seite die Rechtsradikalen mit ihren Morden (wobei die Zahl der von denen Getöteten je nach Lesart schwanken). Gibt es irgendeinen Unterschied zwischen diesen menschenverachtenden Gruppierungen?
    Man kann darauf warten, bis es die ersten Toten durch die Hand von Linksradikalen gibt.
    Wird dann neu aufgerechnet?
    Der Staat MUSS zwingend und mit aller gebotenen Kraft gegen diese Gruppierungen vorgehen. Ob Links- oder Rechtsfaschisten. Denn nicht anderes sind die.

  6. 14.

    Das könnte Ihnen so passen. Der Angriff auf das Auto der Polizeigewerkschaft - nicht auf einen Polizisten - wie Sie wahrheitswidrig, relativierend und mit Doktortitel vigilantisch behaupten -
    ist eine politische Dummheit mit den Mitteln der Sachbeschädigung. Kriminell selbstverständlich auch. Aber das ist ja vieles im politischen Raum.
    Ein Gefahr für unsere Demokratie sind Leute wie Sie. Und eine Politik, eine Polizei und Polizeigewerkschaften die nach über 200 Toten, NSU, Nazi-Chats, Todeslisten, etc. etc. immer noch bei jeder Sachbeschädigung die Gelegenheit wahrnehmen zu bestreiten, das es nicht linksextremistische Umtriebe in der Polizei sind, die die Demokratie in Gefahr bringen. Oder das Vertrauen in die Polzei zerstört. Der Relativierer sind Sie.

  7. 13.

    Das passiert wenn man auf dem Linken Auge blind ist.

  8. 12.

    Ihnen muss man gar nicht zuhören. Sie sind weder Vertreter von Recht und Ordnung, noch verteidigen Sie die Polizei oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung.
    Sie verbreiten nur die Parolen, wie man sie auf den Transparenten von Nazis lesen kann. Oder auf den geheimdienstartig organisierten social-media-Accounts des parlamentarischen Arms der extremen Rechten.
    Von "Kuschelkurs gegen Linksradikalismus" kann gar keine Rede sein. Das ist allein Ihre verquere Wahrnehmung.
    Die in den letzten Jahrzehnten mehr als 200 Menschen das Leben gekostet hat. Die Täter fühlten sich beim beendigen des angeblichen "Kuschelkurses" durch Leute wie Sie bestätigt. Es sind also (auch)ganz Ihre Toten. Gratulation.
    Das Auto der Polizeigewerkschaft abzufackeln ist natürlich dumm. Kriminell auch. Ist Rheinmetall aber auch. Kriminell.
    Besser die Polizeigewerkschaft zwingen schärfer für eine unabhängige Polizei-Beschwerde- Ermittlungsbehörde einzutreten.



  9. 11.

    Ist es wirklich nur die bloße Sachbeschädigung? Oder steht dahinter einfach die Botschaft "Ihr seid nirgends sicher vor uns!"? Für die Beantwortung sind Fakten notwendig, die wir nicht haben und auch sicher nicht in der Presse zu lesen bekommen. Für mich klingt es aktuell nicht für eine einfache spontane Sachbeschädigung ohne politischen Hintergrund. Als Äußerung von Kritik ist diese Aktion schon mal gar nicht akzeptabel!

  10. 10.

    Ralf Bertram-BrauerMittwoch, 15.01.2020 | 10:03 Uhr

    "Das ist das Resultat des rot-dunkelrot-grünen Kuschelkurses in dieser Stadt."
    Ach, gibt es schon ein Gerichtsurteil das bestätigt, dass die Täter aus der linken oder rechten Szene stammen?

    Ein Post bei Indymedia ist neuerdings ein Beweis?

    "Kampf gegen den Linksradikalismus? Fehlanzeige!"
    Interessante Wahrnehmung - Belege? Fehlanzeige!

    "...verlogene Solidaritätsbekundungen" wieso verlogen?
    "...Rückenhalt auch im Kampf gegen den Linksfaschismus?"
    Na klar, genau so, wie gegen Rechtsfaschismus. Was denn sonst?

    "Ja, ich höre schon die Entschuldiger, die Versteher, die Relativierer, die Chlaqure, die Befürworter linker Gewalt, wie sie mit ihren Fingerchen nach rechts zeigen und lauthals schreien: die Rechten, die Nazis, die Rechtsradikalen."
    Oh, da ist wohl Ihre Glaskugel irgendwie defekt ;))

    "NEIN, hier geht es um den Linksradikalismus, der die freiheitlich-demokratische Grungordnung angreifen" Es war ein Auto.

  11. 9.

    Wie nannte der SPD Chef diese Leute? "Rotlackierte Faschisten"

  12. 8.

    Na da sind sie ja schon wieder, die Relativierer und Verharmloser der linken Gewalt. Die Gefahr für unsere Demokratie kommt verstärkt von links, denn jeglicher Angriff auf Polizisten, ist ein Angriff auf unsere Demokratie.

  13. 7.

    Die Fokussierung der Forderungen einer Polizeigewerkschaft nur auf Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus ist angesichts dessen, von welcher politischen Seite die meisten Angriffe auf PVB ausgehen, milde ausgedrückt mehr als blauäugig, hat aber vermutlich auch mit der engen Bindung der GDP an die SPD zu tun.
    Wer immer noch nicht begriffen hat, dass der zunehmende Extremismus als Gesamtphänomen - egal welchen politischen Parolen er folgt - bekämpft werden muss, der muss sich nicht wundern, wenn er dabei unter die Räder kommt bzw. zwischen die Fronten gerät.

  14. 6.

    Warum ordnen Sie "mordende Einzeltäter" anscheinend rechtsradikalen Gruppierungen zu und unterstellen ihnen Mordmotive, die sie aus dieser Gruppe beziehen?

    SInd diese mordenden Einzeltäter vielleicht genau das, was die Beschreibung aussagt: mordende EINZELtäter?

    Und sind Linksradikale, die in der Rigaer Straße Betonplatten von Dächern auf Polizisten werfen und dabei deren Verletzung und Tod billigend in Kauf nehmen nicht auch potentiell mordende Einzeltäter?

    Wer gibt "Linken" das Recht, anderer Personen Eigentum zu beschädigen?
    Oder meinen Sie etwa, wenn keiner dabei verletzt wird ist das in Ordnung?

  15. 5.

    Offenbar versucht da jemand seiner inhaltlichen Kritik durch Sachbeschädigung Gehör zu verschaffen. Medial scheint das zu funktionieren. Zumindest bei dem Sprecher der GdP (DGB), die allgemein eher als progressiv eingeschätzt wird im Vergleich zur Deutschen Polizeigewerkschaft, scheint das jedoch in der Form verständlicherweise auf Abwehr zu stoßen. Immerhin bezeichnet er die Sachbeschädigung an einem Firmenwagen als "menschenverachtende Tat". Ist es nicht eher eine gewerkschaftsfeindliche Tat? Wieso kann die Kritik an Polizeigewalt nicht anders geäußert werden? Wird sie dann nicht gehört? Gerade innerhalb der GdP ist Polizeigewalt doch ein Thema über das auch gesprochen wird. Oder soll das aufhören? Sollte in Berlin nicht sogar eine unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet werden. Was glauben die Täter so zu erreichen? Die GdP kauft ein neues Fahrzeug, druckt die Flyer nach und die Kollegen sind genervt und werden bei ihrer Arbeit behindert.

  16. 4.

    Es reicht so langsam mit der Gewalt gegen unsere Polizisten!!!

  17. 3.

    Es wird Zeit, daß der Generalbundesanwalt zwei Teams nach Berlin schickt.

  18. 2.

    Sachbeschädigung. Nicht schön, aber wieso ist das menschenverachtend? Oder zielt das auf die mutmaßliche politische Ausrichtung der Täter*innen ... im Gegensatz zu mordenden Einzeltätern.

  19. 1.

    Das ist das Resultat des rot-dunkelrot-grünen Kuschelkurses in dieser Stadt. Kampf gegen den Linksradikalismus? Fehlanzeige!
    Eher werden verlogene Solidaritätsbekundungen an die Polizei und deren Vertreter gesandt. Aber, Rückenhalt auch im Kampf gegen den Linksfaschismus?
    Ja, ich höre schon die Entschuldiger, die Versteher, die Relativierer, die Chlaqure, die Befürworter linker Gewalt, wie sie mit ihren Fingerchen nach rechts zeigen und lauthals schreien: die Rechten, die Nazis, die Rechtsradikalen.
    NEIN, hier geht es um den Linksradikalismus, der die freiheitlich-demokratische Grungordnung angreifen, ungestraft angreift.

Das könnte Sie auch interessieren

Haluka Maier-Borst
rbb|24/Mitya

Der Absacker - Friedhof der Pilzkulturen

Weder formschön, noch effizient – aber wohl eine der wenigen Alternativen für die Gastronomie in Herbst und Winter. Heizpilze erleben durch Corona ein Comeback. Aber was wird mit den Dingern nach der Pandemie? Haluka Maier-Borst hat da eine Idee.