Screenshot der brisanten Mail des Berliner Architekturbüros GKK (Bild: Facebook/Screenshot/rbb)
Video: Abendschau | 16.01.2020 | Tom Garus | Bild: Facebook/Screenshot/rbb

Bewerber erhält diskriminierende Mail - "Bitte keine Araber": Berliner Architekturbüro in der Kritik

Ein angesehenes Berliner Architekturbüro bringt sich mit einer Mail an einen Praktikumsbewerber gerade selbst in Verruf. Das Unternehmen bemüht sich um Schadensbegrenzung - mit fragwürdigen Erklärungen.

Durch eine E-Mail mit brisantem Inhalt, die offenbar versehentlich an den falschen Empfänger geschickt wurde, gerät ein renommiertes Berliner Architekturbüro in Erklärungsnot.

Beim renommierten Architekturbüro GKK hatte sich ein Mann aus Ägypten um ein Praktikum beworben. Der junge Mann machte seinen Bachelor in Architektur an der Universität Mansoury in Ägypten und studiert derzeit im Master an der Hochschule Anhalt in Dessau. Auf seine per Mail eingereichte Bewerbung erhielt er die Antwort "Bitte keine Araber". Absenderin war die Chefin des Architekturbüros.

Der Betroffene machte den Sachverhalt auf Facebook öffentlich, später twitterte eine Bekannte von ihm einen Screenshot der Mail.

Daraufhin entwickelte sich ein Shitstorm gegen das Architekturbüro. ZDF-Moderatorin Dunja Hayali twitterte: "Ich wünschte, ich hätte ein Architektenbüro!"

Architekturbüro spricht von "Missverständnis"

Das Architekturbüro GKK hat inzwischen mit einer Stellungnahme auf die Rassismus-Vorwürfe reagiert. Es handele sich bei dem Vorfall um ein Missverständnis, heißt es darin. Man habe die Praktikums-Bewerbung versehentlich einer laufenden Stellenanzeige für Projekte in China zugeordnet.

"Wir sehen für diese ausgeschriebene Stelle einen Bewerber mit einem abgeschlossenen Master-Studium, mind. 2 Jahren Berufserfahrung und spezifischen Softwarekenntnissen vor, besonders aber sehr gute chinesische Sprachkenntnisse und Projekterfahrung in China. Da Herr J. diese Kriterien nicht erfüllt, wurde die Bewerbung zunächst an das Sekretariat mit verkürztem Kommentar zurückgeschickt." Bereits am Dienstag habe man sich bei dem Betroffenen per Telefon entschuldigt und ihn zu einem Bewerbungsgespräch für ein Praktikum eingeladen. Er habe beides angenommen, schreibt das Architekturbüro.

Das Unternehmen beschäftige Mitarbeiter aus neun Nationen und sei auf drei Kontinenten aktiv, heißt es in der Stellungnahme weiter. Man stehe für Diversität, Internationalität und für Gesetze wie das Allgemeine Gleichbehandlungsesetz, betont das Architekturbüro weiter.  

Antidiskriminierungsbeauftragter reagiert bestürzt

Der Antidiskriminierungsbeauftragte der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Derviş Hızarcı, sagte dem Berliner Tagesspiegel, er sei über den Vorfall bereits in Kenntnis gesetzt worden. "Hier zeigt sich das hässliche Gesicht von Rassismus im Alltag. Und, was Rassismus im Konkreten bedeutet: kein Job, keine Wohnung, schlechte Noten. Rassismus trifft die Menschen in ihrem Alltag", zitiert der Tagesspiegel den Integrationspolitiker.

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40 Kommentare

  1. 40.

    "Zunächst mal finde ich es interessant, wie so ziemlich alles als Rassismus präsentiert wird, und sei es die Ablehnung der Herkunft oder Religion."

    Das ist wenig verwunderlich, insofern man selbst Rassist ist.

    "Nochmal: Meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht, ein Rassist zu sein." Danke für die prompte Bestätigung aber die allermeisten hier wußten schon welcher Gesinnung sie anhängen.

    "Niemand hat das Recht, irgendwem eine (was in diesem Fall doppelsinnig gemeint ist:) Einstellung aufzuzwingen."

    Stimmt aber strafbare Handlungen bleiben strafbare Handlungen. Und einen Rassisten und/oder Rechtsextremisten darf man einen Rassisten und/oder Rechtsextremisten nennen.

  2. 39.

    Rassismus ist keine "Ansicht" und somit keine Privatsache. Ich weiß dass ist für einen der selbst Rassist und rechtsextrem ist schwer zu verstehen.

  3. 38.

    Zunächst mal finde ich es interessant, wie so ziemlich alles als Rassismus präsentiert wird, und sei es die Ablehnung der Herkunft oder Religion.
    Nochmal: Meiner Meinung nach hat jeder Mensch das Recht, ein Rassist zu sein.
    Vielleicht beruht diese Ablehnung auf Vorurteilen, vielleicht auf Erfahrungen, man weiß es im jeweiligen Fall einfach nicht.
    Niemand hat das Recht, irgendwem eine (was in diesem Fall doppelsinnig gemeint ist:) Einstellung aufzuzwingen.
    Jemand mag keine Araber/Osfriesen/Briefmarkensammler/E-Roller-Fahrer und will sie deshalb nicht anstellen?
    Seine Entscheidung und langfristig sein Schaden.
    Denn so wie meiner Überzeugung nach Quoten jede Arbeitsgemeinschaft schwächen (weil Qualifikation dann nicht mehr die wichtigste Einstellungsvoraussetzung ist), so tut es auch die Ablehnung von Ethnien - und zwar aus demselben Grund.
    Und eine harmonische Zusammenarbeit lässt sich eh nicht erzwingen.

  4. 37.

    "wurde die Bewerbung zunächst an das Sekretariat mit verkürztem Kommentar zurückgeschickt." - war für eine hahnebüchene Erklärung.

    "Den nicht"
    "Nicht für China Projekte"
    "Ablehnen"
    DAS wären verkürzte Kommentare gewesen. "Bitte keine Araber" ist eine algemeine, rassistisch motivierte Äußerung. Und doch, Tremor und Kollegen, bei gleicher Qualifikation ist eine Ablehnung aufgrund der Herkunft, des Geschlechts und ähnlicher Kriterien ein Verstoß gegen den Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, wobei dem Bewerber sogar der Rechtsweg offensteht. Selbst ohne so eine unterirdische schriftliche Ablehnung.
    Umso erstaunlicher, dass der Herr jetzt trotzdem das Praktikum antreten möchte und überhaupt in solch einem Kollegenkreis arbeiten.

  5. 36.

    Na das ist ja gut dass Sie sich noch einmal dran gesetzt haben. Denn das eine Büro sieht sich gezwungen richtig zu stellen:
    https://www.gkk-berlin.de/aktuell/
    das andere ist das auf dem ich landete:
    http://www.gkk-partner.de
    und jenes das Sie nennen ist vielleicht das Betroffene. Wie Sie meinen Kommentaren entnehmen können, habe ich ja auch nie behauptet das Betroffene zu kennen.
    Da müssen Sie sich schon mal -wie ich- mit dem RBB auseinandersetzen, das in der Recherche lieber keinen Namen nennt. Im übrigen ist nicht das nennen und benennen von Rassisten "inflationär" sondern der Rassismus ist inflationär und bedroht unser Gemeinwesen. Rassismus ist nämlich vor allem der ganz alltägliche, normale und selbstverständliche. Es war immer schon so selbstverständlich, das Eichmann endlich vor Gericht, überzeugt behauptete er sei kein Antisemit. So wie die AfD ja auch behauptet nicht rassistisch zu sein. Weil Rassismus eben normal sein soll und nicht so hässlich klingen soll.

  6. 35.

    Martina, extra für Sie recherchiert:

    Zu den internationalen Projekten des Architekturbüros GKK, inkl. China (gleich mehrfach genannt):

    https://www.gkk-architekten.de/de/

  7. 33.

    "Reaktionär-autoritäre Kreise" (was um Himmels Willen meinen Sie denn nun wieder damit konkret?) plädieren übrigens NICHT für Verantwortungslosigkeit, sondern vielmehr für Eigenverantwortung, dass man also nicht ständig nach einer übergeordneten Instanz plärrt, die einem Entscheidungen und deren Folgen abnimmt.
    Dass sich Hass und Liebe nicht diktieren lassen, finden Sie absurd?
    Und da Sie über die Verwendung von Steuergeldern ebensowenig entscheiden dürfen wie ich, müssen Sie diesbezüglich wohl ebenso jede Kröte schlucken.
    Auch wenn ich "zuversichtlich" bin, dass die Politik in Deutschland noch ein paar Jahre lang nach Ihrem Gusto (mehr oder weniger) funktionieren wird.
    Denn soviel sei mir vielleicht noch zu sagen erlaubt:
    Mein Steuergelder würden lieber an deutsche Flaschensammler als an zugereiste Smartphonebesitzer gehen.

  8. 32.

    Ach Frau Martina,
    vermutlich ist mein Verständnis von der "Verfasstheit einer republikanischen Demokratie" (auch wenn ich mich sehr anstrengen muss, in diesem Phrasenungetüm einen Sinn zu erkennen) nicht geringer als das Ihre.
    Die "Gleichheit der Waffen" könnte man genausogut als friedenserhaltende Maßnahme ansehen und selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob man Geschäftsinhaber oder Kunde ist.
    Allerdings hat man in beiden Fällen die Wahl, ob man einen Vertrag mit seinem Gegenüber abschließen will oder das ablehnt. So etwas nennt man Entscheidungsfreiheit und es handelt sich dabei um ein hohes Gut.
    F. f.

  9. 31.

    Warum gibt es die Alex-Wache (Artikel dazu gibt es genug)? Lesen Sie nur das was Ihnen die Meinung bestätigt? Empfehlung von mir Welt- Schaubühne 1905 – 1933!

  10. 30.

    Sehr geehrte(r) Auweia,
    da der RBB meiner "Recherche" nicht widerspricht, schauen Sie sich doch mal die Internet-Präsenz des Architekturbüros GKK-Berlin an. Merkwürdigerweise wirbt dieses Büro nicht mit einer doch sicherlich prestige-trächtigen Präsenz bei internationalen oder gar Projekten in China. Wohl aber mit Projekten die von öffentlich-gesellschaftlicher Hand und Deutschland finanziert werden. Bezeichnet sich vor allem in dieser Sparte aktiv. Ich überlasse es Ihnen das in Bezug auf seine Entschuldigung zu bewerten.
    Ansonsten ist Ihre Frage leicht zu beantworten. Ja es ist diskriminierend alleinerziehenden Müttern oder Vätern keine Wohnung zu vermieten. Nur ist mir nicht klar was das mit dem vorliegenden Sachverhalt zu tun hat.
    Oder wollen Sie mir erklären, solange auch nur ein "Deutscher" wegen irgendwas diskriminiert wird, hat jeder das Recht alle zu diskriminieren die irgendwie nicht deutsch klingende Namen führen?
    In welcher Sachgasse sind Sie denn gelandet?

  11. 29.

    Nicht nur als Frau, ich habe im Görlitzer Park mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht....dort habe ich Angst

  12. 28.

    Sehr geehrter Herr Realist,
    ich möchte Ihnen fairer Weise vorab mitteilen das Sie dieser Tage ein Schreiben der Ausländerbehörde erhalten. Leider ist es im Krankenhaus an Ihrem Geburtstag zu Unregelmässigkeiten gekommen. Sie sind bedauerlicherweise verwechselt worden. Ihr wahrer Name lautet: Ahmed Mursi, Sohn des Ali Mursi und der Zeynep Mursi. Sie werden aufgefordert die Bundesrepublik Deutschland innerhalb von 30 Tagen zu verlassen. Widerspruch gegen diese Entscheidung ist nicht zulässig.
    Mit freundlichen Grüssen
    Die deutschnationala Bürokratie im Namen der deutschnationalen Deutschen, die Deutschland lieben.

    (Sie wissen ja - Erstens: Bürokratische Ordnung muss sein. Zweitens: Liebe und Hass sind nicht illegal)
    Aber vielleicht machen Sie es sich schön. Mit Tremor auf der Insel.

  13. 27.

    Keine Ahnung was Sie für Rassismus halten. Da die meisten Frauen in Deutschland von in Deutschland geborenen und aufgewachsen Männern, deren Eltern schon in Deutschland geboren und aufgewachsen sind geschlagen, überfallen, vergewaltigt und getötet werden. Und das oft nicht mal im öffentlichen Raum. Sondern zu Hause und meist von Männern aus ihrem familiären und sozialen Umfeld - müssten Sie sich wohl gegen diese deutschen Männer richten.
    Keine Ahnung was das mit einem Bewerber zu tun hat, der sich bei einem Architekturbüro um eine Stelle bewirbt.
    Haben Sie da Erfahrungen oder gar Zahlen, das Menschen mit anderen Namen als jenen die Sie für deutsche Namen halten, auf der Arbeitsstelle Frauen vergewaltigen?
    Mir scheint das Sie sind, was im allgemeinen eine Rassist genannt wird. Denn offenbar sind Sie ein Mann. Und übrigens: Ich bin selbst Anwohnerin am Alex. Mir macht ein bestimmter Menschenschlag Angst. Hat aber mit ihrer Herkunft nichts zu tun. Denn offenbar sind Sie ja Deutscher.

  14. 26.

    Liebe Martina, Rassismus ist wenn ich am Alex trotz Wache nach 20:00 Uhr als Frau nicht mehr sicher nach Hause komme. Ich will Ihnen als Anwohner nicht meine Erlebnisse schildern.
    Freundliche Grüße

  15. 24.

    Ach Herr Tremor. Da befinden Sie sich im Irrtum. Sie haben nur ein sehr rudimentäres Bewusstsein über die Verfasstheit einer republikanischen Demokratie. Vor Gericht nennt sich das übrigens kriegerisch "Gleichheit der Waffen" Es ist ein unterschied ob ich Kunde bin oder ein Geschäft führe. In der Kultur der Verantwortungslosigkeit, wie sie von reaktionär-autoritären Kreisen bevorzugt für sich in Anspruch genommen wird, ist das aber weit verbreitet. In vordemokratischen Zeiten war das mal möglich, das die Eigentümer über Produktionsmittel so nach Gutdünken entscheiden. Im übrigen handelt es sich bei dem Architekturbüro offenbar um ein Unternehmen, das vor allem von öffentlichen Geldern lebt. Sie mögen sich allerlei Absurdes zum Thema Hass und Liebe zurecht legen. Mein Steuergeld unterstützt sowas und Sie aber nicht. Vielleicht gehen Sie mit ein paar Gesinnungs- und Haltungsgenossen auf eine Insel. Da können Sie sich dann gegenseitig das Leben zur Hölle machen mit solchen Auffassungen.

  16. 23.

    Hallo Fred,
    Wir löschen Kommentare nicht nach der Meinung, sondern wenn sie gegen unsere Netiquette verstoßen. Allerdings kann es passieren, dass bei einer Vielzahl von Kommentaren das ein oder andere "durchrutscht".
    Beste Grüße

  17. 22.

    Wenn das Unternehmen hier in der BRD einen Standort hat und hier Personal sucht, dann mit Sicherheit ja Auf Gesetze in anderen Staaten haben wir keinen Einfluss und können nur anders darauf reagieren.

  18. 21.

    Lieber RBB,
    wieso werden stets wieder so schreckliche Kommentare von rechter Gesinnung hier veröffentlicht. Sie geben dem rechten Gedankengut damit immer wieder eine Plattform.

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