23.01.2020, Berlin: Eine Laborantin sortiert im Institut für Virologie an der Charité Berlin Mitte, in dem Untersuchungen zum Coronavirus laufen Proben. (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 28.01.2020 | Eckardt Knieling | Bild: dpa

Frau in Charlottenburg-Wilmersdorf auf Isolierstation - Neuer Verdachtsfall auf Coronavirus in Berlin

Weil sie die typischen Symptome für das Coronavirus aufweist und im Risikogebiet war, wird eine Patientin derzeit in Charlottenburg-Wilmersdorf isoliert. Nun prüft die Charité, ob es sich tatsächlich um das neuartige Virus handelt.

In Berlin gibt es einen neuen Verdachtsfall auf das Coronavirus. Nach Angaben von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) wurde eine Frau in Charlottenburg-Wilmersdorf isoliert, weil bei ihr Symptome aufgetreten seien, nachdem die Frau im Risikogebiet war. Kalayci sprach von einem begründeten Verdachtsfall. An der Charité werde untersucht, ob es sich um das Coronavirus handele. Mit einem Ergebnis wird spätestens Mittwochvormittag gerechnet.

In Berlin hatte es bereits am Wochenende einen Verdachtsfall auf das Virus gegeben, der sich jedoch nicht bestätigt hatte.  

Drei bestätigte Fälle in Bayern

Am Dienstagmorgen hatten die die bayerischen Gesundheitsbehörden bekannt gegeben, dass sich ein 33-jähriger Bayer mit dem Virus angesteckt hat. Der Mitarbeiter einer Firma aus dem
Kreis Starnberg habe sich offenbar bei einer chinesischen Kollegin angesteckt, die in der vergangenen Woche an einer Schulung oder einem Meeting am Unternehmensstandort im Kreis Starnberg teilgenommen hatte, sagte der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf, am Dienstag in München. Dem Mann gehe es gut, er werde medizinisch überwacht und sei isoliert.

Am Dienstagabend hieß es dann aus dem bayrischen Gesundheitsministerium, es seien zwei weitere Coronavirus-Infizierte hinzugekommen. Beide stünden in Zusammenhang mit dem ersten bestätigten Fall der neuen Lungenkrankheit in Deutschland, hieß es.

Gesundheitssenatorin: Berlin sehr gut ausgestattet

Kalayci sieht die Hauptstadt gut vorbereitet. "Berlin verfügt mit dem Institut für Virologie und der Sonderisolierstation an der Charité über eine sehr gute Ausstattung", erklärte sie. Trotz des laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts geringen Risikos für Deutschland "müssen wir leider auch auf einzelne Einreisefälle in Berlin eingestellt sein".

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden daher Warnplakate zum Coronavirus aufgehängt. "Sie hängen im Ankunftsbereich, warnen vor den Symptomen und erklären Vorsichtsmaßnahmen", sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf am Sonntag. Die Plakate seien in Deutsch, Englisch und Chinesisch verfasst. "Bei ausgewählten Flügen aus China verteilen wir auch Handzettel." Passagiere können sich demnach jederzeit an das Flughafenpersonal wenden, falls ein Verdacht besteht.

Die Berliner Flughäfen seien routinemäßig auf Viren-Fälle vorbereitet. "Erst im letzten Jahr hatten wir in Tegel zusammen mit der Charité eine Übung zum Verhalten im Seuchenfall", sagte Tolksdorf. Die Senatsgesundheitsverwaltung empfiehlt Einreisenden aus dem chinesischen Risikogebiet, sich bei einer Notaufnahme untersuchen zu lassen, falls Anzeichen einer Atemwegserkrankung bemerkt werden.

Die Berliner Gesundheitsverwaltung hat wegen des Coronavirus eine Hotline geschaltet. Seit Dienstag beraten Fachleute Menschen, die befürchten, sich angesteckt zu haben. Die Hotline ist zwischen 8.00 und 20.00 Uhr unter der Telefonummer 030-90282828 erreichbar.

FAQ: Coronavirus

  • Was ist das neue Virus überhaupt?

  • Wo kommt es her?

  • Was sind die Symptome?

  • Wie wird es behandelt?

  • Wie steckt man sich an?

  • Ist ein ähnlicher Verlauf zu erwarten wie bei SARS?

Sendung: Inforadio, 28.01.2020, 14:00 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich kann ehrlich gesagt nicht begreifen, warum man im Moment überhaupt Menschen aus den betroffenen Gebieten hier einreisen läßt?

  2. 4.

    Wenn die Menschen mehr mit ihrem Hintern umweltfreundlich zu Hause blieben statt dauernd in der Weltgeschichte herumzugondeln, hätten wir weniger Probleme.

  3. 3.

    Das sind eben die kleinen Nachteile der ganzen Globalisierung und billig Airlines.

  4. 2.

    Wünsche der Betroffenen alles Gute und beste Genesung.... Jetzt kann unser BMG Jens mal so richtig zeigen was er kann... Oder auch nicht...

  5. 1.

    Gut vorberietet heisst in diesem Fall: Es gibt Einrichtungen zur Isolation, ansonsten hofft man auf Glück.

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