ARCHIV - Schutzanzüge hängen am 11.08.2014 im Ankleideraum einer Quarantänestation in der Charité in Berlin. (Quelle: dpa/Brakemeier)
Video: rbb|24 | 26.01.2020 | Material: TeleNewsNetwork, ARD-aktuell, Archiv | Bild: dpa/Brakemeier

Patientin auf Isolierstation - Verdacht von Coronavirus in Berlin bestätigt sich nicht

Ein erster Verdachtsfall auf eine Coronavirus-Infektion in Berlin hat sich nach rbb-Informationen nicht bestätigt. Die Frau soll sich zuvor in China aufgehalten haben und mit Atembeschwerden auf der Isolierstation des DRK-Klinikums in Wedding liegen.

In Berlin hat sich ein erster Verdacht auf das neue Corona-Virus nicht bestätigt. Eine Frau war am Samstag mit Symptomen in das DRK-Klinikum Mitte eingeliefert; sie soll vorher in China gewesen sein. "Uns lag die Information eines Verdachts des Coronavirus 2019-nCoV der DRK-Kliniken Mitte vor. Der Test zu diesem Verdachtsfall fiel heute negativ aus", teilte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung am Sonntag mit.

Bis Sonntag gab es in Deutschland keinen Fall des neuen Coronavirus, das eine Lungenerkrankung auslösen kann. "Wir empfehlen Menschen in Berlin, falls sie zum Risikokreis gehören, d.h. in dem Risikogebiet (Provinz Hubei, China) gewesen sind oder Kontakt mit Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symptome einer Atemwegserkrankung aufweisen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf den Coronavirus testen zu lassen", teilte die Berliner Gesundheitsverwaltung weiter mit.

Zuvor waren in Frankreich drei Fälle der neuartigen Lungenkrankheit bestätigt worden. Die meisten Infizierten gibt es nach wie vor in China, wo knapp 2.000 Menschen erkrankt und 56 gestorben sind.

Berlin sieht sich gut vorbereitet

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) sieht die Hauptstadt gut vorbereitet. "Berlin verfügt mit dem Institut für Virologie und der Sonderisolierstation an der Charité über eine sehr gute Ausstattung", erklärte sie. Trotz des laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts geringen Risikos für Deutschland "müssen wir leider auch auf einzelne Einreisefälle in Berlin eingestellt sein".

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden daher Warnplakate zum Coronavirus aufgehängt. "Sie hängen im Ankunftsbereich, warnen vor den Symptomen und erklären Vorsichtsmaßnahmen", sagte Flughafensprecher Daniel Tolksdorf am Sonntag. Die Plakate seien in Deutsch, Englisch und Chinesisch verfasst. "Bei ausgewählten Flügen aus China verteilen wir auch Handzettel." Passagiere können sich demnach jederzeit an das Flughafenpersonal wenden, falls ein Verdacht besteht.

Die Berliner Flughäfen seien routinemäßig auf Viren-Fälle vorbereitet. "Erst im letzten Jahr hatten wir in Tegel zusammen mit der Charité eine Übung zum Verhalten im Seuchenfall", sagte Tolksdorf. Die Senatsgesundheitsverwaltung empfiehlt Einreisenden aus dem chinesischen Risikogebiet, sich bei einer Notaufnahme untersuchen zu lassen, falls Anzeichen einer Atemwegserkrankung bemerkt werden.

Coronavirus offenbar nicht hochansteckend

Angenommen wird, dass das Coronavirus durch Tröpfcheninfektion etwa beim Husten übertragen wird. Das Virus siedelt sich vor allem in den unteren Lungenbereichen an. Experten gehen von einem kaum ansteckenden Erreger aus. Wie hoch die Sterberate bei dem neuen Erreger sei, lässt sich noch nicht sicher sagen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie sich im Rahmen des Grippe-Virus bewegen wird.

Die bisherigen Daten und die Erfahrungen mit anderen auf Coronaviren zurückgehenden Erkrankungen lassen eine Inkubationszeit von im Mittel etwa einer Woche annehmen. Dass einfache Atemmasken einen guten Schutz vor dem Virus bieten, wird von Experten angezweifelt. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO hieß es dazu, die Masken würden nicht als Vorbeugung für Gesunde empfohlen, sondern für Patienten und Leute, die sich möglicherweise angesteckt haben, damit sie das Virus nicht verbreiten.

Sendung: Abendschau, 26.01.2020, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Circa 20.000 Grippetote jährlich in Deutschland. Ich kann mich nicht erinnern, dass darum auch so ein Bohei gemacht wird.

  2. 2.

    ja, beim buddeln in bisher wissenschaftlich nicht erschlossenen Gebieten finden sich immer mal Viren. Dafür braucht es keinen "Klimawandel". Ohne Wirte keine Vermehrung. In Erinnerung an die suche nahc "Milzbrandviren auf einer Marburger Müllkippe". Die Menschen erzeugte Veränderung des Klimas hat viele katastrophale Auswirkungen, da braucht es keinen Viren-Buh

  3. 1.

    In einer neuen Studie vor einigen Wochen, wurden in Tibet im Eis 28 unbekannte Viren entdeckt. Durch den Klimawandel würden diese irgendwann frei gesetzt werden mit unbekannten Ausmaß.

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