Polizeikontrolle im Görlitzer Park (Bild: imago images/Olaf Wagner)
Bild: imago images/Olaf Wagner

Neues Konzept - Brennpunkteinheit der Polizei wird im Görlitzer Park fündig

Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden regelmäßigere Kontrollen im Görlitzer Park angekündigt, jetzt hat eine spezielle Polizeieinheit dort ihren Dienst aufgenommen. Auf der Suche nach Drogen wurden die Beamten am ersten Tag gleich fündig.

Die im Herbst vergangenen Jahres angekündigte Brennpunkt- und Präsenzeinheit der Berliner Polizei hat am Mittwoch im Görlitzer Park ihre Arbeit aufgenommen. Man habe Präsenz zeigen wollen und Bürgern und Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung gestanden, teilte die Polizei mit.

Zudem wurden mehrere Personen überprüft, die im Verdacht standen, mit Drogen zu handeln. Ein Mann habe dabei versucht, mit einem E-Scooter zu flüchten. Er sei allerdings weiteren Polizeibeamten direkt in die Arme gefahren. Bei der Durchsuchung fanden sie bei ihm 37 kleine und eine größere Tüte mit Cannabis sowie mehrere hundert Euro Bargeld. Anschließend erhielt der 22-Jährige einen Platzverweis. Bei einem 23-Jährigen fanden die Beamten sieben kleine Tütchen mit Cannabis und beschlagnahmten sie. Gegen beide Männer wird wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

Auch in Gebüschen wurde die Polizei auf der Suche nach Drogen fündig. Insgesamt wurden am Mittwoch im Görlitzer Park 59 Tütchen mit Cannabis sichergestellt.

Polizisten sollen im Kiez bekannt werden

Die sogenannte Brennpunkt- und Präsenzeinheit (BPE) soll vor allem in den Problembereichen in der Innenstadt wie Kottbusser Tor, Görlitzer Park, Warschauer Straße und Alexanderplatz tätig sein. Zunächst 60, ab April dann 125 Polizisten sollen dort unterwegs sein. Der Standort dieser Brennpunkteinheit wird am Hauptbahnhof sein.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte diesen Schritt bereits im Herbst angekündigt. Anfang Januar dieses Jahres wurde dann Polizeipräsidentin Barbara Slowik in einem Interview mit der Deutschen Presse Agentur konkreter: "Wir setzen auf uniformierte Polizisten, die sich im Kiez auskennen, präsent und dort mit der Zeit bekannt sind. Sie kennen die Geschäftsinhaber, den Kiosk, die Imbissbude an der Ecke und die Szenerie der Umgebung. So sind sie immer im Gespräch und schreiten natürlich ein, wenn Straftaten begangen werden." Man wolle mit der Präsenz auch ein Signal an die Anwohner und Besucher des Parks senden, so Slowik.

Deutlich mehr Drogendelikte in Berlin

Begründet hatte Slowik die schärferen Kontrollen in Problembereichen auch mit einer gestiegenen Gewaltbereitschaft der Dealer erklärt. Das werde zunehmend auch für die Anwohner ein Problem. Ziel der Polizei und der anderen Beteiligten sei es, im Park ein Umfeld zu schaffen, "ohne dass Menschen ständig beleidigt und bedroht werden und extrem aggressiven Verkäuferverhalten ausgesetzt sind".

Im Görlitzer Park sollen zudem mobile Polizeiwachen für mehr Sicherheit sorgen. Diese haben sich nach Einschätzung von Slowik bewährt. "Am besten würden sie dort rund um die Uhr stehen. Das können wir im Moment nicht leisten. Aber eben doch bis in die späten Abendstunden hinein. Der Plan wird dann sein, dort bis 2.00 Uhr morgens präsent und ansprechbar zu sein."

Im abgelaufenen Jahr 2019 registrierte die Berliner Polizei deutlich mehr Drogendelikte als in den Vorjahren. Bis Mitte Dezember waren es 2.683 Taten wie Handel und Besitz von Drogen. Im gesamten Jahr 2018 waren es 2.510 Taten, 2017 lag die Zahl bei 2.142 und in den Jahren davor noch niedriger. Allerdings sagen diesen Zahlen bei dem Thema weniger über die Realität des Drogenhandels als über die Kontrollen der Polizei aus. So sagte Slowik etwa über den Görlitzer Park: "Wir haben mehr kontrolliert und auf jeden Fall auch dadurch höhere Zahlen von erfassten Taten."

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23 Kommentare

  1. 22.

    "ich habe noch nicht gelesen, dass etwa mal gegen einen afrikanischer Dealer, im Görlitzer Park erwischt, überhaupt ein Verfahren eröffnet wird. "
    Stimmt, gelesen habe ich davon auch noch nichts, ich kann Ihnen aber versichern, dass es derartige Verfahren gibt. Nach meiner Erfahrung enden sie - wenn die Ermittlungsarbeit der Polizei gut war - beim ersten Mal mit einer Geldstrafe. Wer so blöd ist das zweite Mal wegen desselben Deliktes vor Gericht zu landen, erhält meist eine Haftstrafe, ob sie zur Bewährung ausgesetzt wird, hängt von den Umständen ab. (Aufenthaltsstatus, feste Wohnung) das führt dann i.A. auch oft zur Ausweisung.

  2. 21.

    Sie reden viel davon, wie sich etwas anfühlt. Mir geht es hier gerade um Fakten.
    Führt das Verbot von Cannabis denn z.B. zu weniger Konsum? Nein, nicht nachweislich. Wird die Verfügbarkeit eingeschränkt? Auch nicht. Werden die Konsumenten/Süchtigen durch das Verbot vor irgendwas geschützt? Ganz im Gegenteil. Kostet die Beibehaltung des Verbotes ein Vermögen an Steuergeldern? Ja!
    "Sollen auch ........Mord legalisiert werden...?"
    Völlig an der Diskussion vorbei! Es geht hier beim Thema Cannabis um höchstens selbstschädigendes Verhalten.
    Cannabis zu konsumieren schadet keinem Dritten! Staatliche Verbote sollten uns
    Bürger aber vor Schaden durch Andere bewahren, mit dem Mittel der Strafandrohung, wenn sie mich fragen. Da soll keiner ein gutes Gefühl bei bekommen. Höchstens sollte der Eindruck entstehen, dass es gerecht zugeht, maßvoll, und dass man seitens des Staates nichts zu befürchten hat, wenn man Niemandem etwas tut. Genau das verhindert die Cannabis-Prohibition.

  3. 20.

    Wer spricht von Abschreckung?
    Es geht mir darum, Verbrecher angemesen hart zu bestrafen.
    Zugegebenermaßen deshalb, weil mir angemessen hart bestrafte Verbrecher ein gutes Gefühl geben.
    Auch das mit dem Verbieten ist für mich kein Argument, da man dann im Grunde die gesamte Polizei abschaffen müsste.
    Wo wollen Sie denn beim Legalisieren innehalten?
    Sollen auch Menschenhandel, Zwansprostitution, Erpressung, Diebstahl und Mord legalisiert werden, da es so etwas schon immer gab, immer geben wird und Abschreckung angeblich nichts bringt?
    Meiner Meinnung ist das Einebnen von Deichen und Dämmen kein gutes Mittel gegen Hochwasser.

  4. 19.

    Wenn das mit Strafe, Abschreckung etc. getan wäre, warum gibt es dann in Saudi-Arabien z.B. , wo auf Drogenhandel, -schmuggel die Todesstrafe steht, noch Drogenhandel? Dürfte doch eigentlich nicht sein.

    Wie dem auch sei, jeder weggesperrte Dealer wird doch eh sofort ersetzt....und jeder "Brennpunkt", der massiv und teuer vermeintlich sauber gehalten wird, lässt das selbe Problem einfach an anderer Stelle neu entstehen.
    Das mit dem Verbieten funktioniert also einfach nicht. Ansonsten gebe es auch keine Drogen im Knast, oder!? Wenn es da schon nicht funktioniert, wie soll man es da in einer freien Gesellschaft hinbekommen?
    Der einzige Weg, den Markt mit aktuell illegalen Drogen in geordnete Bahnen zu lenken und dem organisierten Verbrechen Einnahmequellen zu entziehen, ist die Legalisierung.
    Die Erfahrungen anderer Länder sprechen da eine eindeutige Sprache. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

  5. 18.

    Bitte den Artikel komplett lesen: Es wird gegen beide Männer ermittelt wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Danach folgen dann möglicherweise weitere Strafen. Was erwarten Sie denn auch? Dass jemand wegen Cannabis-Tütchen sofort in Untersuchungshaft wandert? Und ein paar Hundert Euro Bargeld dabeizuhaben war bisher auch noch kein Grund, direkt ins Gefängnis zu wandern.

  6. 17.

    Eigentlich dürfte es auch keine Toleranz gegenüber Dealern geben, doch deutschen Politikern ist dieser Gedanke gemeinhin suspekt.
    U. a. der Görlitzer Park wäre längst kein Brennpunkt mehr, käme man hierzulande mal auf den Gedanken, solche Verbrecher zu BESTRAFEN.
    Also so richtig. Mit jahrelangem Gefängnisaufenthalt und ggfs. mit Abschiebung.
    Aber so lange man nur die Drogenhändler aufschreibt und hinter ihnen aufräumt, sehe ich da irgendwie keinen nennenswerten Fortschritt.

  7. 16.

    Die Dealer verkaufen nicht nur Cannabis, sondern auch Extasy, Speed, Kokain, etc.
    Es sollten auch Polizisten in Zivil dort sein.

  8. 15.

    Natürlich sind die Dealer äußerst nervig und störend für das Stadtbild.
    Aber im Endeffekt geht es ja darum das die Konsumenten keine Ware mehr bekommen. Und glaubt irgendjemand ernsthaft das auch nur ein einziger Konsument kein Gras mehr bekommt nur weil im Görlitzer Park ein paar Dealer vertrieben oder bestraft werden? Die Prohibition bringt nichts da jeder der an Cannabis kommen möchte das auch kann.
    Ganz davon abgesehen, dass jeder Cannabis konsumieren können sollte wenn er das möchte! (Natürlich mit entsprechendem Jugendschutz so wie es alle Legalisierungs Befürworter sich auch wünschen!)
    Also legalize it!

  9. 13.

    Genau, aber stell dich mit deinem PKW mal auf eine Fahrradspur. Da wirst du sofort abgezockt.

  10. 12.

    Es wäre schön, wenn in diesen Artikel auch etwas journalistische Arbeit eingeflossen wäre, anstatt einfach nur ein paar Infos von Polizei und Senat zu einem Text zusammenzufassen. Dann hätte sicherlich die Tatsache erwähnung gefunden, dass erst 2015 unter CDU-Innensenator Geisel (damals mit dem plakativen "Null Toleranz"-Motto) genau der gleiche Ansatz im Görlitzer Park versucht wurde. Ende 2016 wurde die Aktion dann beendet. Begründung: zu ineffektiv, das Problem verlagert sich nur an andere Orte.
    Aber Papier und Bildschirme sind ja bekanntlich geduldig.

  11. 11.

    Das könnte auch in einem Rechtsstaat schneller gehen. Wiederholte Dealerei in "nicht geringer Menge" kann zu Haftstrafen führen. Und bei Ausländern dann auch zur Ausweisung. Aber der Ermessensspielraum ist weit, ich habe noch nicht gelesen, dass etwa mal gegen einen afrikanischer Dealer, im Görlitzer Park erwischt, überhaupt ein Verfahren eröffnet wird.

    Der linksrüne Zeitgeist scheint die Dealerei als Kavaliersdelikt zu sehen.
    Die grüne Bezirksbürgermeisterin Hermann von Friedrichshain-Kreuzberg geht in Berlin nach eigenen Angaben sicherheitshalber "durch keine Parks" und schwadroniert, sie wolle die Dealer nicht ausgrenzen.

    Benjamin Jendro, der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP)l: "Selbstverständlich dürfen wir keinen Menschen ausgrenzen. Frau Herrmann aber täte gut daran, die Probleme nicht zu bagatellisieren. Wir reden hier von Straftätern, die gefährliche Substanzen in Umlauf bringen, Menschen bedrohen und auch vor schwersten Gewalttaten nicht zurückschrecken".

  12. 10.

    Ja, im Umfeld des Kottbusser Tor sind in den letzten zwei Jahren mindestens drei Menschen getötet und mehrere schwer verletzt worden. Verkehrskonrollen finden leider nicht statt. Zumindest hat sich an dem aggressiven Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer nichts geändert. Persönlich empfinde ich aufdringliche Dealer an den U-Bahnhöfen auf dem Schulweg als das größere Problem bzgl. Drogenhandel im Kiez.

  13. 9.

    Entkriminalisierung der sog. "weichen" Drogen ist auch keine Lösung.Die Personen,die mit Drogen handeln
    müssen einfach beim 2. Verstoß härter bestraft werden.Wer mit Drogen dealt,hat recht auf Asyl oder Hartz-IV verwirkt.Das ist ein "Vollzeitjob" den die da machen.
    Sowas sollte abschrecken,da überlegt man sich das 2 mal.
    Es setzt z.b.keiner sein Aufenthaltsrecht aufs spiel,und seine Hartz-IV bezüge.
    Also muss die Polizei auch jeden Tag Präsenz zeigen.
    Wenn der Ort gewechselt wird,dann spricht sich das auch schnell rum.
    Dann geht es an diesen Ort halt weiter.
    Den Drogenhandel bekommt man in diesen Park schon in den Griff,genauso wie an Bahnhöfen.
    Hier zählt nur die tägliche Präsenz der Polizei vor Ort.

  14. 7.

    Sicherlich haben Sie recht, aber welche Verdrängung soll noch geschehen? Es wird in Neukölln und Kreuzberg auf fast allen U Bahnhöfen gedealt und konsumiert.In der Hasenheide ganz zu schweigen. Den Görli habe ich schon lange nicht mehr aufgesucht. Vielleicht wäre es auch mal sinnvoll ein gewisses Klientel härter zu bestrafen und auszuweisen. Mit der Legalisierung der weichen Drogen kann ich auch leben. Der Jetzt - Zustand ist unerträglich.

  15. 6.

    Weiter so. Es darf keine Toleranz gegenüber Drogen geben. Es kann nur gelten Null Toleranz.

  16. 5.

    Hatten die keine Spaten mit? Dort liegen hinter so jeder größeren Bepflanzung mehr als genug vergraben. Aber es klingt so toll! Was für ein Schlag gegen die Rauschgiftkriminalität. Klingt wie Donald T. aus Amerika!

  17. 4.

    @ Beppo:
    Aus dem Beitrag: "Gegen beide Männer wird wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt."

    Viele Menschen scheinen zu glauben, dass man nach einer Straftat direkt ins Gefängnis gesteckt wird. Das ist aber in Deutschland nicht der Fall - zuerst wird ermittelt und dann gibt es gegebenenfalls auch noch ein Gerichtsverfahren. Ich finde das eigentlich gar nicht schlecht.

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