Fahrradaktivisten haben Tannenbäume als Abgrenzung eines Radwegs von der Fahrbahn auf der Oberbaumbrücke in Berlin-Kreuzberg aufgestellt. (Quelle: Netzwerk Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg)
Bild: Netzwerk Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg

Protest auf Berliner Oberbaumbrücke - Fahrradaktivisten grenzen Radweg mit Tannenbäumen ab

Fahrradaktivisten haben am Sonntagnachmittag einen Radweg auf der Oberbaumbrücke in Berlin-Kreuzberg mittels Tannenbäumen von der Fahrbahn abgegrenzt. Die Bäume standen am frühen Nachmittag für etwa 20 Minuten auf einem 80 Zentimeter breiten Streifen, der als Abgrenzung des Radwegs zur Auto-Fahrbahn dient.

Kurz nach dem Aufstellen hatte die Polizei die Aktivisten des "Netzwerk Fahrradfreundliches Friedrichshain-Kreuzberg" dazu aufgefordert, die Bäume zu entfernen, da sie einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr darstellten.   

Die Radwege gibt es in der jetzigen Form seit vergangenem Oktober. Schon damals hatten Aktivisten kritisiert, dass diese zu schmal seien und Widerspruch gegen die Entwürfe des Senats eingelegt. Die Senatsverkehrsverwaltung hatte daraufhin angekündigt, die Radwege nachzubessern. Mit der Tannenbaum-Aktion wollten die Aktivisten nun darauf aufmerksam machen, dass es noch keine Nachbesserung gegeben habe. Sie fordern breitere Radwege und eine physische Abgrenzung zum Kraftverkehr. 

Schematische Darstellung der Fahrbahnen auf der Oberbaumbrücke
So sehen die Radwege auf der Oberbaumbrücke derzeit aus.Bild: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz

Friedrichshain-Kreuzbergs Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) bezeichnete die Aktion auf Twitter als "cool" und kündigte an, dass eine "Protected Bikelane" komme. Dazu liefen derzeit Abstimmungen mit der Senatsverkehrsverwaltung und Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne). Es könnten allerdings nicht die üblichen Poller auf der Brücke eingesetzt werden, da diese tief versenkt werden müssten. Man wolle eine "sichere und ästhetische Lösung". 

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32 Kommentare

  1. 31.

    In 1,5 Stunden kannst du super lesen, deine Wochen organisieren, was essen. Es bieten sich sehr vie
    Möglichkeiten. Ich fahre seit 9 Jahren alleine Nachts durch Berlin.
    Jobbedingt, Nachtbusse, letzte Bahnen, 20 Minuten in der Kälte warten und trotzdem ist mir nie etwas passiert. Wir wohnen nicht in Johannesburg. Berlin ist super sicher, Vorallem die öffis. Du wirst doch durchweg beobachtet. Es gibt immer
    Video Aufzeichnungen und Personal. Irgendwer fährt die Bahn ja noch ;) und ansonsten - Car Sharing. Alles anderes ist luxus. Danke fürs steuern zahlen. So funktioniert eine solidarische Gesellschaft.

  2. 29.

    Das ist aber nicht realisierbar, denn Autos sind nun mal ein fester Bestandteil der gesamten Steuktur einer Stadt.

    Und was machen Behinderte, die auf ihr Auto angewiesen sind? Wollen sie diese Menschen von der Gesellschaft aussschließen?

    Außerdem, falls es Ihrem Scharfsinn nicht entgangen ist: über das Auto wird ein sehr großer Teil an öffentlichen Geldern übercdas Auto finanziert, denn auch nach dem Ksuf zahlt ein Autofahrer alles, was es an Steuern gibt (außer Tabak-, Alkohol- und Vergnügungssteuer).

    Und solange ich bis zu einem bestimmten Ort mit dem ÖPNV doppelt so langexwie mit dem Auto brauche, nehme ich das Auto. Ich muss nämlich zweimalnin der Woche abends von Marzahn nach Charlottenburg. Mit dem ÖPNV brauche ich ANDERTHALB Stunden, während ich mit dem Auto nur 45 Minuten brauche. Und nach 22 Uhr die lange Strecke mitcdem ÖPNV als Frau allein?...

  3. 28.

    Und dass das kurz nach Weihnachten Bäume, die zur Entsorgung auf die Straße gestellt wurden, gewesen sein könnten, für diesen Gedanken hat Ihre Empörung nicht gereicht?

  4. 27.

    Wie ist das,muss der Radfahrer beim überholen auch 1,5 m. einhalten??

  5. 26.

    Tannenbäume absägen und für 10min auf die Straße stellen, das ist sehr ökologisch, wahrscheinlich noch mit alten Diesel Transporter aus Brandenburg angekarrt. Solch eine sinnlose Aktion.

  6. 25.

    Das gilt ebenso für die Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln halten und aus Nebenstraßen rausgeschossen kommen oder sich an den roten Ampeln zwischen den wartenden Autos quetschen, ein bisschen mehr gegenseitige Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern würde vieles entzerren und eine Kennzeichenpflicht für Radfahrer würden auch zur Verkehrssicherheit beitragen.

  7. 24.

    Das Problem sind nicht die fehlenden Polizeikontrollen. Zusammen mit effektiven Konsequenzen wären sie Teil der Lösung.
    Da ist leider noch sehr viel Luft nach oben. Was die Polizei und Staatsanwalt vernachlässigt muss jetzt von Pollern ausgeglichen werden...

  8. 23.

    Es gibt tausende Gründe gegen das Aufstellen von Pollern, aber nur einen dafür. Nicht um Radfahrern Extraplatz zu machen oder irgendwem etwas wegzunehmen, zu gängeln usw.. Bei Pollern geht es ausschließlich um Autofahrer, die unfähig oder unwillig sind sich an geltende Regeln zu halten. Für alle anderen reichen weiße Linien, Bordsteine und Verstand.
    Das Gleiche gilt auch für überbreite Radwege. Wenn ausreichend Abstand und Rücksicht genommen wird, können gemeinsame Flächen auch gemeinsam genutzt werden.

  9. 22.

    Wenn man wirklich darüber nachdenken würde, dann hätten Radfahrer überproportional viel Platz von der Fahrzeugbreite ausgesehen, Diese Rechnung geht also ganz gewiss nicht auf, schon wenn man sich die Zeichnung ansieht, aber darum geht es ja gar nicht. Es geht um Platz für alle Verkehrsteilnehmer auf einer relativ schmalen Brücke, und der reicht, so wie es jetzt ist, für alle. Nur die Trennung hätte man bei gewissenhafter Planung berücksichtigen sollen.

  10. 21.

    Gegen eine Absicherung des Radfahrstreifens habe ich überhaupt nichts, sofern sich zeigt, dass mangels Kontrolle Autofahrende rechtswidrigerweise mitunter zwei Richtungsspuren aufmachen. Rettungsgassen können auf den wenigsten Fahrbahnen gebildet werden und nach diesem Argument müssten in der Mehrzahl der Wohnstraßen Berlins die Hälfte der Stellplätze "abgeordnet", also entzogen werden, weil die faktisch verbleibende Eineinhalbspurigkeit in klassischen Wohnstraßen dafür nicht ausreicht.

    Mir geht es um die Offenhaltung der Straßenbahn-Option über die Oberbaumbrücke. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein noch breiter angelegter Fahrradstreifen bei tatsächlich eingeleiteter Tram-Planung wieder schmäler gemacht würde, ist gleich Null.

  11. 20.

    Ganz einfach, ein Smart hat eine Breite von 1,6 Meter. Laut STVO darf ein Fahrradanänger 2,55 Meter breit sein.....


  12. 19.

    Haben auch Fahrradaktivistinnen bei der Aktion mitgemacht??

  13. 17.

    @Maro. Ihre Aussage ist leider falsch! Eine Rettungsgasse muss auf Autobahnen sowie auf Straßen Außerorts mit mindestens 2 Fahrstreifen für eine Fahrtrichtung gebildet werden - da zählt die Oberbaumbrücke nicht dazu. Siehe auch Paragraph 11 STVO...

  14. 15.

    Die Radfahrer würden sich ja nicht beschweren, wenn die Autos auf ihren Spuren blieben. Wenn sich alle Autofahrer an die Überholabstände hielten, bräuchte es überhaupt keine Radwege, sondern man könnte sicher auf der Straße fahren. Leider wird immer wieder dicht überholt, die rechte Spur zugeparkt, und die Autotür ohne zu kucken geöffnet. Das machen nicht alle Autofahrer, aber genug, damit viele Menschen Angst haben. Die Poller müssten eigentlich von den Autofahrern bezahlt werden, die sich nicht an die Regeln halten.

  15. 13.

    Liebe Fahrradfahrer man sollte doch Die Kirche im Dorf lassen, Der Fahrradweg ist breit genug ihr sollt nicht nebeneinander sondern hintereinander fahren, wo ich aber zustimme das man ein Schutz einbaut sollte auf beiden Seiten damit Fahrradfahrer nicht auf die Fahrbahn kommen und Die Autofahrer nicht auf Den Fahrradweg Dann wäre es getrennt und das Unfallrisiko würde dadurch sehr stark reduziert werden.
    Ich bin selber mit mein Fahrrad da ab und zu gefahren und muss sagen das ein Schutz eingebaut werden sollte, aber das Der Fahrradweg zu eng wäre naja das kann ich nicht so zustimmen.
    Aber es sieht ja natürlich jeder andres!

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