Bahnsteighalle, Ostbahnhof (Quelle: imago-images)
Video: rbb|24 |13.01.2020 | Material: Abendschau | Bild: imago-images

Mängel am Dach - Ostbahnhof muss bei Sturm oder Schneelast gesperrt werden

Das Dach des Berliner Ostbahnhofs hält keine großen Lasten mehr aus. Das haben statische Prüfungen ergeben. Bei starkem Wind oder viel Schnee könnte der Bahnhof daher in nächster Zeit vorübergehend gesperrt werden.

Die Bahnsteighalle des Berliner Ostbahnhofs muss bei starkem Sturm oder hoher Schneelast gesperrt werden. Das bestätigte die Deutsche Bahn am Montag. Nach Bahnangaben gilt das bis März. Dann soll das Dach des Bahnhofs erneuert werden.

Bei Prüfungen sei festgestellt worden, dass es Schwachpunkte gebe, sagte der Sprecher der Deutschen Bahn, Burkhard Ahlert, dem rbb. Die Sicherheit sei grundsätzlich gewährleistet, es gebe keine Gefährdung für die Reisenden. "Aber wir müssen hier natürlich überwachen."

Nach Angaben der Bahn wurden Sensoren an der Stahlkonstruktion installiert. Sollten die Messwerte ergeben, dass sich die Konstruktion zu stark bewegt, werde der Bahnhof gesperrt und der Zugverkehr unterbrochen, sagte Ahlert. "Das geht sehr schnell."

Dach des Ostbahnhofs werde im März erneuert

"Neueste statische Untersuchungen und Normen haben den Bedarf der geplanten Sanierung unter anderem auch der Zuganker bestätigt", teilte die Bahn mit. Vorübergehende Sperrungen wären eine reine Vorsichtsmaßnahme, die Wahrscheinlichkeit dafür sei gering, hieß es von der Bahn.

Der Ostbahnhof in Friedrichshain ist mit 100.000 Fahrgästen täglich ein Berliner Verkehrsknotenpunkt. In der gut 100 Jahre alten Halle halten Fern-, Regional- und S-Bahnzüge. Der Bahnhof wird seit zehn Jahren für 70 Millionen Euro saniert. Die Arbeiten sollen in fünf Jahren abgeschlossen sein.

Seit dem Herbst bereitet die Bahn die Sanierung des Hallendachs vor, etwa mit lastabtragenden Stützen an einer Seite. Ein Teil der Glasscheiben sei ausgebaut worden, um eine Hilfskonstruktion einzubauen und das Dach zu entlasten, hieß es. Ein Hängegerüst kommt als Zwischenebene in die Halle.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Rael, ich glaube gern, dass dieser Sanierungsbedarf besteht. Ich vermute jedoch, dass man bei besserer Planung und höherer Professionalität diesen Bedarf bereits vor Beginn der gerade beendeten, langjährigen Dachsanierung hätte feststellen können. Das hätte eine Menge Arbeit gespart, die nun doppelt erledigt werden muss.

  2. 10.

    Es gibt wohl aktuell erheblichen Sanierungsbedarf an dem Ständerwerk der alten, fast 100 Jahre alten Halle. Ich glaub mal eher, dass hier durch die Berichterstattung einige Verwirrung entstanden ist. Der TV-Beitrag am gestrigen Abend war da eindeutiger.

  3. 9.

    Lesen Sie doch bitte mal den ganzen Text zu Ende:
    "Seit dem Herbst bereitet die Bahn die Sanierung des Hallendachs vor,"

  4. 8.

    Also, wenn das in jenem Artikel, der in #4 verlinkt ist, korrekt steht, dann war 2017 das Dach der "Bahnhofshalle" erneuert worden - per definitionem also die Überdachung der Bahnsteige und Gleise; sprich: der "alte" Teil. Auch in der wikipedia ist von einer "grundhaften" Sanierung der "Gleishalle" einschl Dach seit 2011 die Rede. Ab 2018 sollte nur noch ein Austausch aller Scheiben erfolgen.
    Die "gläserne Empfangshalle" am Vorplatz war ja erst 2000 eingeweiht worden - nur 13 Jahre, nachdem zuvor zur 750-Jahr-Feier Berlins eine neue gebaut worden war, die wohl aus Prestigegründen fallen musste. Immerhin scheint diese Empfangshalle ja einigermassen zu halten...

  5. 7.

    Bezieht sich sich die Schwäche der Statik nicht auf den historischen Teil des Bahnhofs? Wenn ich den Bericht in der Abendschau erinnere, werden zur Zeit Stützgerüste von außen angebracht und Sensoren messen die Veränderungen an den Trägern, die in Echtzeit an die Ingenieure gesendet werden, damit auf Laständerungen Wegen Wind oder Schnee reagiert werdenden kann.
    Das hat eher mit dem Akten Teil des Bahnhofs zu tun, daher wohl auch die Verwirrung, wenn auf der Webseite der neue Bahnhofsvorplatz abgebildet ist.

  6. 6.

    Man möchte am liebsten schreien, ob dieser Unfähigkeit des Senates und der deutschen Bahn.
    Wird denn so etwas nicht von den entsprechenden Ämtern vorher geprüft?

  7. 5.

    Gibts eigentlch Geld für die Reflex-Reaktionen "Typisch Berlin" / "was ist aus dieser Stadt geworden"...?

    Was hat das den bittesehr mit "Berlin" zu tun? Sanierung von Altbauten sind normal, auch das man diese nocht "vorzeitig", sondern knapp an der Belastungsgrenze beginnt. Und, liebe "Berlin-Basher", verlasst doch mal diese in Eurer Sicht so unperfekte Stadt, und fahrt - natürlich nicht vom Ostbahn, halt, auch nicht vom Hauptbahnhof (der hat ja auch Dach- UND Fahrbahn-Probleme), na, dann von Spandau - nach Duisburg, Oldenburg, Stuttgart, Starnberg u.s.w.. Überall Bahnhöfe, die ein Dachproblem (oder schon gar keins mehr) haben. Das Problem heißt "Deutsche Bahn", nicht "Berlin"

  8. 4.

    Immer wieder faszinierend, wie die DB mit offenbar nutzarmen Planungen die Millionen ihrer Nutzer und ihres Eigentümers, also des deutschen Staates, verballert - 2017 hiess es, das Dach sei bereits erneuert:
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/bahnhoefe-berlin-und-brandenburg-die-bahn-investiert-millionen-in-berlin/19904152.html - Vllt sollten die Planer der DB etwas bescheidener und dafür professioneller agieren? Statt monumentaler Bahnsteighallen an Ost- u Südkreuz oder einer neuen Empfangshalle nach nur 16 Jahren am Ostbhf hätt' ich z.B. lieber die Sicherheit, dass DB-Neubauten nicht gleich wieder zusammenzubrechen. Wie etwa das nach nur wenigen Jahren sanierungsbedürftige Viadukt am Berliner Hauptbahnhof, der berüchtigte Fenstersturz einst am selben Bahnhof - oder nun das frische Dach am Ostbahnhof. Ach ja, funktionierende, schnelle Aufzüge überall wären auch toll.

  9. 3.

    Das passt zu Berlin.

  10. 2.

    Völlig unverständlich. Jeder Häuslebauer muss für das Dach den statischen Nachweis für die Wind- und Schneelasten erbringen.

  11. 1.

    Wahnsinn, was in dieser Stadt abgeht. Unfähigkeit und Ignoranz in allen Bereichen. Wenigstens hat man es noch so rechtzeitig gemerkt, das es keine Verletzungen oder Opfer gibt.

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