Eine Stellwerkstörung der Ringbahn ist auf einer Anzeige der S-Bahn Berlin zu lesen (Bild: rbb/Donschen)
Audio: rbb 88,8 | 22.01.2020 | David Donschen | Bild: rbb/Donschen

Technische Probleme - Berliner Ringbahn für eine halbe Stunde unterbrochen

Auf dem Berliner S-Bahnring ist am Mittwochmittag der komplette Zugbetrieb für knapp eine halbe Stunde eingestellt worden. Hintergrund war eine Stellwerkstörung, die schon seit dem Morgen Probleme bereitet hatte.

Die Berliner S-Bahn hat am Mittwochmittag für fast eine halbe Stunde den gesamten Zugbetrieb auf der Ringbahn eingestellt. Ab 12:30 Uhr musste eine Stellwerkstörung behoben werden, wie die S-Bahn mitteilte. Seit kurz vor 13 Uhr fahren die Züge wieder.

Die Stellwerkstörung war am Mittwochmorgen in der Sonnenallee aufgetreten und hatte schon im Berufsverkehr auf der Linie S41 zu Verspätungen und Zugausfällen geführt.

Auch andere Linien fuhren wegen technischer Probleme am Mittwochmorgen nur unregelmäßig. Wegen einer Signalstörung am Ostkreuz konnten die Linien S3, S5, S7 und S9 mehrere Stunden nur unregelmäßig fahren. Gegen 10 Uhr konnte hier Entwarnung gegeben werden.

Zusätzliche Behinderungen auf den Linien S3, S5, S7 und S9 gab es  am Morgen wegen einer Störung an einem Fahrzeug im Bereich Zoologischer Garten. Auch hier waren Verspätungen und vereinzelte Zugausfällen die Folge.

Sendung: Inforadio, 22.01.2020, 12 Uhr

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25 Kommentare

  1. 25.

    Während der Störung und vor der Entstörung fuhren die Züge, wenn auch verspätet. Das läßt darauf schließen, daß man eine der genannten Rückfallebenen nutzte. Leider steht im RBB-Bericht nicht, was genau am Stellwerk gestört war und welche Vorschriften es zur Entstörung gibt. Möglicherweise konnte das Stellwek nur entstört werden, wenn keine Züge fahren.

  2. 24.

    Fahren auf Sicht ist ein Verfahren bei völlig gestörter Verständigung zwischen benachbarten Betriebsstellen und bei Selbstblocksignalen der B+AH-S-Bahn. Erster Grund scheidet hier aber aus, weil alle örtlich zuständigen Fahrdienstleiter (özF) in der Betriebszentrale im Westkreuz arbeiten und ohne technische Hilfsmittel mit dem Kollegen am Nachbarplatz reden können. Vielleicht ist auch derselbe özF für diesen Bereich zuständig. Für Störungen der Sicherungstechnik gibt es als Rückfallebene Ersatzsignale, welche ohne technische Prüfung der richtigen Stellung der Fahrwegelemente und der Gleisfreimeldung immer bedienbar sind. Wenn das defekt ist (Kabel, Schalter oder Lampe kaputt), werden schriftliche Befehle geschrieben. Die Sicherheit überwacht dann nicht die Technik, sondern der Bediener. Beides schreibt eine Höchstgeschwindigkeit von max 40 km/h im Weichenbereich und max 100 km/h auf freier Strecke wegen fehlender Sicherung durch Bahnhofs-/Streckenblock vor, was Fahrzeitverluste bringt.

  3. 23.

    Abseits eines erklärten politischen Feindbildes ist das Ganze eher eine Frage derTechnikentwicklung. Bislang bestand der Ehrgeiz darin, 20 Funktionen noch weitere 30 hinzuzufügen. Wer das Ganze dann für zunehmend anfällig hält, gilt als Kulturpessimist, wer das Ganze persönlich nicht für handhabbar hält, gilt gemeinhin als Loser.

    Als die ersten riesigen Schreibsäle eingerichtet wurden, liefen die Sekretärinnen schließlich schreiend heraus, weil sie das Geräusch des Geklappers nicht mehr aushalten konnten. Das war die Geburtsstunde des klassischen Büros. Wann ist die Geburtsstunde einer Technik, die flexibel und dennoch überschaubar, anschaulich und alltagsrobust ist?

    Dass der Mensch im Mittelpunkt stehe, geschieht nicht dadurch, dass zunächst alle technischen Apparaturen eingreichtet werden und kurz vor Toresschluss auch noch ein Mensch mittenrein gepackt wird.

  4. 22.

    Das ist genau der Grund nicht den ÖPNV zu verwenden. Ich schaue evtl. in 20 Jahren mal wieder beim ÖPNV nach, ob es besser läuft. Vorher hat es keinen Sinn. Berlin hat es einfach nicht mehr drauf bzgl. Facharbeiter.

  5. 19.

    So etwas 2030 und das Chaos ist perfekt! Denn der Strom zum laden für die E-Autos wäre in Mitte auch nicht da gewesen. Schöne neue Welt, die uns die Grünen schmackhaft machen wollen.

  6. 17.

    Dito! Jetzt fehlt nur noch Lothar hier... :) Dein Wort in Gottes Ohr. Ich werde dran denken, wenn ich nachher mit der S 46 fahren will. Ich bin damals kurz nach der Wende noch mit der M-Bahn gefahren; schade, dass da nicht draus geworden ist. Nebenbei, da bist Du doch auch immer interessiert: Schon den Bericht über das Dickhäuterhaus im Tierpark gelesen?

  7. 16.

    Ja, unglaublich, was mit der alten Technik möglich war. Zu DDR-Zeiten ging bei der S-Bahn vielleicht eine Tür mal nicht auf und es gab teilweise Holbänke, doch sie fuhr. Auch im Winter. Ich ärgere mich ja so darüber, weil ich selbst ein Verfechter des ÖPNV bin und mich auch als Hobby mit dem Nahverkehr in Berlin beschäftige.

  8. 15.

    Das ist ärgerlich und ich verstehe das. Und das, obwohl ich hier nachlesbar und sehr grundsätzlich ein glühender Verfechter des öffentlichen Nahverkehrs bin. Doch angesichts von Störungen will ich aus meinem Herzen keine Mördergrube machen.

    Die alte Technik war spartanisch, doch robust.
    Die neueste Technik ist ausgefeilt und jeder Windhauch lässt sie stranden.

    Vielleicht und bei gutem Willen gäbe es einen Weg dazwischen.

  9. 14.

    Hey, schön mal wieder von Dir zu lesen;-) Ja natürlich gibt es einen riesigen Rückstau, gerade im Berufsverkehr. Jedoch ist es ein sinnvolles Verfahren, wenn bei einer größeren Störung Züge schon lange auf der freien Strecke stehen. Die kann man mit fahren auf Sicht dann zu mindestens in den nächsten Bahnhof bekommen, damit Fahrgäste die Möglichkeit haben aus dem Zug aus zu steigen. Du als Fahrgast selber bekommst von solchen Aktionen eigentlich nicht viel mit. Du bist nur froh, das es endlich ein stück voran geht.

  10. 13.

    Das ist und wäre eben der große Vorteil eines straßengebundenen Schienennetzes: Straßenbahnen fahren auf Sicht, halten direkt hintereinander und wenn einmal eine Weiche klemmt, holen die sie Fahrenden einfach den Weichensteller raus und legen die Weiche von Hand um.

    Bei einem flächendeckenden statt nur rudimentären Tramnetz wäre also - über U- und S-Bahnen hinausgehend - sehr wohl eine Alternative vorhanden. Leider hat der Westteil Berlins sich seinerzeit gegen die straßengebundene Elektromobilität entschieden.

  11. 12.

    Hallo Heike, bloß wie soll das gehen? Wenn alle Bahnen im Schritttverkehr schleichen würden, würde doch ein großer Rückstau entstehen und irgendwann geht auch nichts mehr. Und von Nebel und Dunkelheit ganz zu schweigen. Ich hätte Angst, mich in so eine Bahn zu setzen. Natürlich wäre alles gut, was hilft. Ich habe aber so ziemlich aufgegeben und lege mir dieses Jahr wieder ein Auto zu.

  12. 11.

    Zum Fahren auf Sicht bzw. auf Ersatzsignal, müssen auch erstmal Technische bzw. Betriebliche Maßnahmen getroffen werden, denn die Fahrwegsicherheit wird damit gewollt "herab" gesetzt. Wie schon Markus2 geschrieben hat, will ja auch keiner das es dabei zu einem Gefährlichem Ereignis kommt. Sprich Züge zusammenstoßen, sich Weichen unterm Zug auf einmal umstellen, oder was noch so alles andere Möglich wäre.
    Soweit mir bekannt ist gab/ gibt es auch Konzepte für den Teil- / Total-Ausfall von ESTWs, wenn es doch länger dauern sollte. Aber das ist nichts was mal eben in 10 min oder so Umgesetzt ist, sprich sowas kann auch mal locker paar Std. oder so dauern, je nach Aufwand.
    Beim Vergleich Alter mit Neuer Technik, darf nicht Vergessen wie groß der Bereich ist/ war der von einem Stellwerk gesteuert wird. Früher hatten größere Bahnhöfe teils 2 Stellwerke, und heute wird von einem ESTW durchaus mehrere Bahnhöfe gesteuert, folglich ist der betroffene Bereich unter umständen wesentlich größer.

  13. 10.

    Gestern gegen 19:30 rum gab es auch schon ca 25 Minuten Ausfall auf dem Ring. Da war es eine "angebliche" Signalstörung. Ob diese ganzen Angaben nun so stimmen oder nicht...keine Ahnung. Als der öffentliche Nahverkehr jedoch noch zu 100 Prozent "öffentlicher Dienst" war, gab es diese Probleme nicht so häufig. Und ob es in Summe wirklich teurer gewesen ist...das wage ich zu bezweifeln. Aber selbst wenn, so sehe ich meine Steuern hier lieber investiert, als in so manch andere Dinge.

  14. 9.

    Sie haben nicht ganz unrecht mit Ihrer Frage nach "Fahren auf Sicht". Dies ist jedoch ein sehr komplexes Verfahren und es müssen eine Menge Sicherheitsbestimmungen beachtet werden. Es bleibt immer ein kleines Restrisiko.....

  15. 8.

    Stellen Sie sich mal vor, bei dieser Aktion würden 2 besetzte Züge zusammenstoßen. Wer sollte dafür die Verantwortung übernehmen? Nebenbei: ich bin auch maximal gernervt vom ÖPNV.

  16. 7.

    Die Verkehrssenatorin sollte sich lieber um das TÄGLICHE Chaos bei der S-Bahn kümmern als solche unqualifizierten Kneipen-Parolen wie gestern zu verbreiten. Jeden Tag gibt es Störungen auf der S-Bahn. JEDEN Tag und das bei einem 10-min-Abstand am Tage auf der Ringbahn. In Moskau und Prag fahren die Metros alle 60 - 90 SEKUNDEN und es läuit.
    Das einzige, was bei der S-Bahn klappt, sind die Türen!
    Vielleicht sollte man mal Herrn Putin fragen, wie er das hinbekommt.

    Diese S-Bahn ist eine Blamage für die Stadt Berlin!!!

  17. 6.

    Verstehen kann ich diese Auswirkungen moderner Technik nicht. Die Züge haben Strom, warum fahren sie nicht auf Sicht. Dann bewegt sich wenigstens etwas. Der Schienenverkehr sollte manuelle Alternativen behalten, um die Züge bewegen zu können. Was soll sein, wenn es mal Tage dauert. Wird der ÖPNV eingestellt, alle bleiben zu Hause, wenn auch das Auto angeschafft wurde?
    Ein Auto fährt auch weiter, wenn eine Ampel ausgefallen oder "hängen geblieben ist".

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