Archivbild: Feuerwehr bei der Bekämpfung eines Wald- und Waldbodenbrandes nahe Treuenbrietzen in den Brandenburger Landkeisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark. (Quelle: imago-images/snapshot)
Audio: Antenne Brandenburg | 06.01.2020 | Karsten Steinmetz | Bild: imago-images/snapshot

Zu wenig Regen - Experte befürchtet erneut viele Waldbrände in Brandenburg

Auch wenn es seit dem Herbst oft nass-grau in Brandenburg ist, der Regen reicht nicht aus, um die Trockenheit der letzten Jahre auszugleichen. Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel befürchtet deshalb, dass auch in diesem Jahr vielerorts die Wälder brennen werden.

Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel befürchtet auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Waldbrände im Land. Im vergangenen Jahr gab es rund 500 Waldbrände, insgesamt waren etwa 1.700 Hektar betroffen, umgerechnet mehr als 2.000 Fußballfelder. "Das brauchen wir eigentlich nicht jedes Jahr, aber ich befürchte, das wird der Klimawandel mit sich bringen, darauf müssen wir uns einstellen", sagte Engel dem rbb am Montag.

Und diese Zahlen könnten in diesem Jahr sogar übertroffen werden, befürchtet Engel. Denn in diesem Winter ist bislang nicht die erhoffte Menge Regen gefallen. "Das war deutlich zu wenig. Es hat zwar immer wieder Niederschläge gegeben, aber der Boden ist nur in den oberen Schichten durchfeuchtet worden, in den tieferen Schichten ist er trocken", so der Waldbrandschutzbeauftragte. Zwar fiel im vergangenen Jahr mehr Regen als im Dürrejahr 2018, doch vielerorts blieb die Niederschlagsmenge unter dem langjährigen Mittel.

Anzahl der Feuerwehrleute reicht bei extremen Wetterlagen nicht aus

Es müsste noch wochenlang regnen, damit das Defizit der vergangenen Jahre ausgeglichen werde, so Engel weiter: "Ich hoffe mal, dass vielleicht die nächsten Wochen noch etwas bringen, ansonsten sehe ich schon wieder, dass auch das Frühjahr 2020 so beginnt: Trockenheit, Sonneneinstrahlung und Wind – dann ist die Waldbrandgefahr ganz schnell wieder sehr groß."

Der Waldbrandschutzbeauftragte mahnte auch, dass es in Brandenburg nicht genügend Feuerwehrleute gebe. Ebenso äußerte sich der Präsident des Landesfeuerwehrverbands, Werner-Siegwart Schippel. Brandenburgs Feuerwehren seien nicht genügend ausgestattet für immer größere Herausforderungen durch Waldbrände. "Wenn man die künftige Entwicklung betrachtet, also die Steigerung des Gefahrenpotentials durch extreme Wetterlagen im Verhältnis zu der Anzahl der Kameradinnen und Kameraden, reicht das bei Weitem nicht aus, was wir im Moment haben", urteilt Schippel. Er fordert, die Arbeit bei den Freiwilligen Feuerwehren attraktiver zu machen. Die im vergangenen Jahr eingeführten Prämien für Feuerwehrleute dürften nur ein erster Schritt gewesen sein.

Viele Wälder in schlechtem Zustand

Durch Trockenheit und Waldbrände sind Brandenburgs Wälder in einem schlechten Zustand. Laut der Waldzustandserhebung 2019 sind mehr als ein Drittel der Bäume deutlich geschädigt. Nur noch 14 Prozent der Waldflächen seien gesund. Der Wassermangel in den vergangenen zwei Jahren habe zu Schäden geführt, wie sie seit Beginn der Waldzustandserhebung noch nicht aufgetreten seien, hieß es in dem Bericht.

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) will deshalb den Umbau hin zu mehr naturnahen Laubmischwäldern vorantreiben. In Brandenburg sind 1,1 Millionen Hektar Fläche bewaldet. 70 Prozent der Bäume sind Kiefern. Der Umbau von reinen Kiefern- zu Mischwäldern läuft seit Jahren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 06.01.2020, 11 Uhr

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17 Kommentare

  1. 17.

    Ich bin selbst Mitgliede der fw und schon öfters bei der Waldbrand Bekämpfung dabei gewesen. Wie hier schon erwähnt ist das größte Problem in Brandenburg nicht das Feuer sondern das Feuer auf munitions belasteten Flächen. Ich selber wohne in einem Dorf an das direkt ein munitions belasteter Wald angrenzt. Bis jetzt hat es dort zum Glück noch nicht gebrannt. Sollte es jedoch dort einmal zu einem Feuer kommen können wir als fw nur zusehen und das ganze Dorf ist akut in Gefahr. Die Gefahr dieser Flächen ist seitens der Politik bekannt getan wird aber nichts.
    Weiterhin ist die Ausstattung der fw sehr mangelhaft Fahrzeuge jenseits der 25 Jahre sind keine Seltenheit. Vielleicht sollte man hier erst einmal investieren bevor man eine öffentlichkeitswirksame Prämie auslobt. Wegen dem Geld ist von uns nämlich keiner in der fw.

  2. 16.

    Wobei ich auch finde, das dieses vorab geunke, es sei schon wieder zu wenig Regen, mir langsam reicht. Es hat in den letzten Monaten wirklich reichlich geregnet. Da ich viel im Wald unterwegs bin, sehe ich das deutlich. Der Boden ist Klatsch nass und zum Teil auch wieder sumpfig wie es sein soll. Natürlich hat es die Seen und Moore bei weitem nicht aufgefüllt, da fehlt über Jahre noch was. Aber der Waldboden selbst ist definitiv nass. Die Brandenburg Streusandbüchse hält Wasser kaum im Boden. Dennoch sind die Wege hier im Wald endlich mal wieder fest vom nassen Sand und kein Strandsand wie mitlerweile auch im Winter Standard war. Das war seit Jahren nichtmehr so durchgängig der Fall.

  3. 15.

    Warum hier in Deutschland so nötige jobs wie Feuerwehr, DLRG, Sanitätsdienst etc auf Ehrenamt bauen ist mir unklar und eine Frechheit. Security für Veranstaltungen zb sind auch bezahlte Jobs, während die Sanis dort in ihrer Freizeit für umsonst arbeiten. Der Staat pumpt Unmengen an Geld in fremde Länder und Menschen aber die eigenen dürfen sehen wo sie bleiben und sich selbst helfen. So spart sich gut Geld. Klappt auch nur in Deutschland sowas.

  4. 14.

    Als ehemaliger Brandenburger Freiwilliger Feuerwehrmann kurz ein paar Sachen. 1 der Katastrophenschutz besteht fast nur aus den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren des THW des DRK usw also all denen die da nun eh schon sind und wahrscheinlich viel Freizeit lassen! 2. die Bundeswehr im Innland einzusetzen ist rechtlich nicht so einfach 3. warum fehlen so viele in den Feuerwehren? Na ganz einfach wie soll ich den mein Leben gestalten wenn ich keine Arbeit habe! Und wenn ich Arbeit habe wie soll ich zum Einsatz gehen! Natürlich gibt es diverse Arbeitgeber wo das passt aber wenn der Mitarbeiter 3 Tage lang fehlt ??? Das schauen sich nicht viele lange mit an! Und wer außerhalb arbeitet zb in Hannover ??? Was bringt das alles? Und ja die Akzeptanz des Ehrenamtes in unserer Bevölkerung? Was ich da so erlebt habe spannend! Nach 20 Jahren kam bei mir eine Ernüchterung und ich musste das ganze aufgeben! Ich habe aus eigener Erfahrung eine große Hochachtung vor der Arbeit aller ehrenamtlichen Menschen in Deutschland nur wo bleibt die große Unterstützung unserer Volksvertreter nach den Einsatzen wird immer viel getönt und versprochen und dann ..... reden wir lieber nicht drüber! Wie gesagt ernüchternd

  5. 13.

    Was Sie da schreiben kenne ich durch Bekannte, die noch heute in der Forst beschäftigt sind und als Pilzsammler bestätige ich es auch. Unseren Wald kenne ich hier sehr gut. Munitionsbelastete Flächen sind nicht nur Allgemeingefahr sondern auch Brandursache. Von selbst brennt ein Wald eher ganz selten. Es sind oft Raucher; sehe ich doch immer wieder wenn ich mit dem Rad auf der Straße am Wald fahre: Kippe raus aus dem Auto...

  6. 12.

    Möchte erst mal kund tun, dass unweit von hier ein riesiges Waldgebiet beginnt. Es möchte so bleiben wie es ist und war: Waldbrand gab es hier auch im heißen Sommer 2019 nicht. Geregnet hatte es auch hier nicht. Es wird mit Sicherheit Kriegsmunition oder Brandstiftung eine Rolle spielen. Es ist doch wohl nicht normal würde man noch viele Explosionen und Brände geschehen lassen. Meine Meinung, dass das Zeug schleunigs weg muss darf ich doch wohl schreiben ? Es ist ja auch oft genug genannt worden, dass Brandstiftung vermutet wurde. Es ist auch keine Lösung wenn man mit Panzern Schneisen rodet. Es hat alles getan zu werden, dass es dort Brandschäden vermieden werden. Sind Sie Raucher ? Ich nicht.

  7. 11.

    Es wird festgestellt, dass Waldbrände wahrscheinlicher sind und Feuerwehrleute fehlen.
    Was kann dagegen getan werden? Das ist doch die Frage, auf die es ankommt.

    Die Infrastruktur - Hubschrauber und Löschpanzer könnte verbessert werden. Große Probleme hat letztes Jahr die Munitionsbelastung bereitet, so dass die Brände nicht richtig erreicht werden konnten. Wenn man die Munition nicht beräumt, braucht man entsprechende Ausrüstung. Anders geht es nicht.

    Feuerwehrleute fehlen? Könnte man die Bundeswehr einbinden - oder Reservisten? Gibt es so etwas wie einen Katastrophenschutz? Vielleicht das FÖJ nutzen, um zum Waldbrandbekämpfer ausgebildet zu werden.

    Respekt allen freiwilligen Feuerwehrleuten, die dafür ihre Zeit investieren. Ich habe keine Lust jeden zweiten Tag einen Unfall abzusichern oder einen Keller leer zu pumpen oder einen Baum abzusägen. Ein Mitwirken in einer "Waldbrandreserve" könnte ich mir aber schon vorstellen.

  8. 10.

    Die vielen Brände in Australien, die hier als Beispiel herangezogen werden, wurden häufig von Brandstiftern gelegt. Letztes Jahr erst hat man einen Feuerwehrmann festgenommen, der allein an 7 Stellen gezündelt hat. Es passiert selten, dass die Sonne tatsächlich mal einen Brand auslöst, auch bei uns. Hier sind es häufig Zigarettenstummel, die für Brände sorgen, aber auch Feuerteufel.

  9. 9.
    Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 06.01.2020 um 18:09

    „Warum gab es eigentlich auf europäischen Boden nur in Deutschland Waldbrände?“

    Gegenfrage: Warum reicht Ihr Horizont eigentlich nur bis zur deutschen Staatsgrenze? Gehört Portugal nicht mehr zu Ihrem Europa? Dort gab es im vorigen Jahr die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – und schwere Waldbrände. Dabei gibt es dort gar keine Kohle! Das muss eine Verschwörung sein …

    Wie gut, dass wenigstens für die verheerenden Brände in Kalifornien eine Erklärung gefunden wurde: Dort gibt es zwar auch keine Kohle, aber die Demokraten haben den Wald nicht gefegt. Sagt Donald Trump, und der hat sich ja schon beim Brand von Notre-Dame de Paris als Feuerwehrexperte zu erkennen gegeben.

  10. 8.

    Da bin ich aber froh, dass es jemanden gibt, der dem Waldbrandschutzbeauftragten des Landes Brandenburg erklären kann, was er zu tun hat! Dann kann ja nichts mehr passieren. Und regnen wird es dann wahrscheinlich auch wieder.

    Wem würden Sie denn den Expertentitel ohne Anführungszeichen zubilligen – von Ihnen selbst natürlich abgesehen?

  11. 7.
    Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 06.01.2020 um 18:09

    "Warum gab es eigentlich auf europäischen Boden nur in Deutschland Waldbrände?" Weil Sie uninformiert sind!
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/180662/umfrage/anzahl-der-waldbraende-in-europa/
    "Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein um hier Zusammenhänge zu erkennen"
    Stimmt! Selektive Wahrnehmung reicht vollkommen aus!
    "Wie viele Autos brennen in Deutschland und wieviele im Rest der Welt, im Jahr?"
    https://www.autobild.de/artikel/feuerschaeden-52894.html --> laut dieser Quelle etwa 35000 im Jahr 2005 in Deutschland. Vielleicht gibt es im Rest der Welt weniger Marder, habe dazu keine Statistik, könnte aber eine Karte für die Ausbreitung des Marders heraussuchen.
    " Hat wenig mit Klimawandel zu tun!" … Das kommt drauf an, ob sich die Lebensbedingungen für den Marder verbessern oder verschlechtern. Eine Verbesserung würde zu seiner Ausbreitung beitragen und es könnten mehr Autos brennen. Eine Verschlechterung könnte zu weniger Mardern führen. Kompliziert

  12. 6.
    Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 06.01.2020 um 18:09

    Na klar, Hr wilhelm: Die Gegner der Kohleverbrennung zuenden deutsche, griechische und australische Waelder und Autos an. Und RTLs 'n-tv', Springers 'Welt' und andere Linksaussen-Medien aus dem Gretaclan fingieren derweil Berichte ueber Braende in Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Bulgarien und Kroatien, um diese Wahrheit zu vertuschen; z.B.:
    https://www.n-tv.de/panorama/Vor-der-Abkuehlung-kommt-die-Gluthitze-article21116388.html
    Dass ich da nicht selbst drauf gekommen bin! Und die ganzen Vegetarier fackeln gleichzeitig die Brasilianischen Regenwaelder ab, stimmt's? - Gut, dass Sie sich von den Medien nicht verkohlen lassen!

  13. 5.
    Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 06.01.2020 um 18:09

    Argumentiert man so, wenn keine Ahnung von Wissenschaft hat?

  14. 4.
    Antwort auf [Kurt Wilhelm] vom 06.01.2020 um 18:09

    Der RBB berichtet selten überregional. In Westeuropa gibt es auch Waldbrände.

  15. 3.

    Vorsorgemaßnahmen? Munitionsberäumung unserer Wälder?

  16. 2.

    Es könnte sein, dass es ganz anders kommen würde täte man sofort die schon lagernde Kriegsmunition entfernen. Das ist Aufgabe von ganz Deutschland. Dann : Viel mehr Sperrungen bzw. Überwachungskameras gegen Brandstifter. Wo es nicht gebrannt hatte war es weder kühler noch nasser. Dazu würde ich so gern den "Experten" zu Worte kommen lassen.

  17. 1.

    Hallo,
    was ist eigentlich mit waldbaulichen Brandschutz. Ich habe sehr lange in der Forstwirtschaft gearbeitet- zu DDR- Zeiten im Militärforstwirtschaftsbetieb Züllsdorf (Truppenübungsplatz Annaburger Heide), später auch Jüterbog (einschl. Treuenbrietzen)nach der Wende auf fast allen ehemaligen militärischen Übungsplätzen. Eine große Aufgabe war damals die Unterhaltung von umfangreichen Brandschutzanlagen wie Feuerschutzstreifen, Riegelsysteme, Grünflächen u.s.w. Nach der Wende wird da nichts mehr getan. Waldbrandbekämfung wird nur noch auf die freiwilligen Feuerwehren abgewälzt- was ist mit der Forstwirtschaft ??? Nur noch Personalabbau im Kopf und Kameras auf den Feuerwachtürmen. Waldwege kaum noch befahrbar und in diesem Jahr noch die Auswirkungen des Schädlingsbefalls. Am 1. März beginnt aus forstlicher Sicht die neue Waldbrandsaison - was wurde seit nun 2018 getan - nichts außer Arbeitsgruppen ?!?! (Wenn du nicht mehr weiter weißt- bilde einen Arbeitskreis)

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