Symbolbild: Wildschein Afrikanische Schweinepest (Bild: dpa/ Lino Mirgeler)
Bild: dpa/ Lino Mirgeler

Acht neue Fälle in Polen - Afrikanische Schweinepest 20 Kilometer vor der Grenze

Die Afrikanische Schweinepest ist nach Angaben der Bundesregierung noch näher an die deutsche Grenze herangerückt. Ein positiv getesteter Wildschwein-Kadaver wurde nach Angaben des Bundesagrarministeriums vom Donnerstag nur 21 Kilometer von der Grenze entfernt gefunden. Insgesamt seien dem Ministerium acht neue Schweinepest-Fälle von den polnischen Behörden angezeigt worden. Ein weiteres mit dem Virus infiziertes totes Wildschwein lag demnach 32 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Bisher betrug die kürzeste Entfernung eines bekannten Falles in Polen zur Grenze nach Deutschland 40 Kilometer.

Hohes Risiko, dass Schweinepest übergreift

Nach Informationen der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza", die sich auf Angaben der Veterinärbehörde stützt, sollen zwei der neuen Fälle im Kreis Zary in der Woiwodschaft Lebus aufgetreten seien. Die Stadt Zary (deutsch: Sorau) liegt südöstlich von Cottbus und nordöstlich von Bad Muskau in Sachsen. Dem Blatt zufolge ist nicht klar, ob die Wildschweine verendet sind oder abgeschossen wurden.

Das polnische Parlament hatte in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten eine Gesetzesreform verabschiedet, die den Einsatz von Polizisten, Grenzschützern und Soldaten zum Abschuss von Wildschweinen ermöglicht.

Im Grenzgebiet zu Polen besteht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom 23. Dezember ein hohes Risiko, dass die Schweinepest durch wandernde Wildschweine auf Deutschland übergreift. Die Behörden beider Länder stehen dazu im Austausch, nach Angaben der Bundesregierung ist Deutschland auf den Ernstfall vorbereitet. Im Januar soll es in Warschau ein Treffen der Chef-Tierärzte beider Länder geben.

Brandenburg stellt Zäune gegen Schweinepest auf

Im Dezember waren zunächst in Polen und dann auch in Brandenburg entlang der Grenze in den Landkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße sowie im Bereich Frankfurt (Oder) mobile Elektro- und Duftzäune aufgestellt worden. Sie sollen Wildschweine mit einem unangenehmen Geruch abhalten, sind etwa 90 Zentimeter hoch und sollen je nach Gefährdungslage lokal und zeitlich begrenzt zum Einsatz kommen.

Derzeit ist noch kein Fall der Schweinepest in Deutschland bekannt. Mittlerweile gibt es in Westpolen aber mehr als 60 nachgewiesene Fälle von Schweinepest seit Mitte November.

Die Schweinepest ist für Wild- und Hausschweine meist tödlich. Für den Menschen ist sie hingegen ungefährlich. Die deutschen Bauern sind aber besorgt. Denn beim ersten Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein würde Deutschland den Status als "seuchenfrei" verlieren, es drohten Exportstopps für Schweinefleisch etwa nach Asien.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.01.2020, 18.00 Uhr

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