23.12.2019, Brandenburg, Frankfurt (Oder): An einem deutschen Grenzpfeiler auf dem Deich am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder steht ein Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Schutz vor Afrikanischer Schweinepest - Zaun gegen kranke Wildschweine ist fast fertig

Der Bau von mobilen Elektrozäunen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Brandenburg ist fast abgeschlossen. Im Landkreis Spree-Neiße fehlen noch etwa fünf
Kilometer, die bis Montag fertiggestellt werden sollen, wie ein Kreis-Sprecher am Freitag sagte. Insgesamt sollen die mobilen Elektro- und Duftzäune von Frankfurt (Oder) aus nach Süden rund 120 Kilometer bis zur sächsischen Grenze reichen.

Schweinepest rückt immer näher

Betroffen von der Afrikanischen Schweinepest sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (LFI) derzeit neben Polen unter anderem das Baltikum, Belgien, Bulgarien, Rumänien und die Ukraine. Die Seuche wurde einst von Afrika nach Europa eingeschleppt. Sie führt bei Wild- und Hausschweinen häufig nach kurzer Krankheit zum Tod. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die Afrikanische Schweinepest in Polen erneut näher an die deutsche Grenze gerückt ist. Nach Angaben des Bundes-Agrarministeriums war ein positiv getesteter Wildschwein-Kadaver nur 21 Kilometer von der Grenze entfernt gefunden worden.

Zuvor betrug die kürzeste Entfernung eines bekannten Falles in Polen zur Grenze nach Deutschland 40 Kilometer. Nach Informationen der polnischen Zeitung "Gazeta Wyborcza", die sich auf Angaben der Veterinärbehörde stützt, sollen zwei der neuen Fälle im Kreis Zary in der Woiwodschaft Lebus aufgetreten sein. Die Stadt Zary (deutsch: Sorau) liegt südöstlich von Cottbus.

Bauern fürchten Exportstopp für Schweinefleisch

Die deutschen Bauern sind besorgt. Denn beim ersten Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein würde Deutschland den Status als "seuchenfrei" verlieren: Dann drohen Exportstopps für Schweinefleisch etwa nach Asien.

"Business as usual ist nicht angezeigt", sagt auch Tino Erstling vom Landesbauernverband Brandenburg. Demnach kontrollieren die Halter regelmäßig ihre Zäune, damit Wildschweine nicht in die Nähe der Hausschweine kommen. Auch das Futter werde sicher gelagert und Ställe nur in Schutzkleidung betreten. Außerdem seien bereits Seuchenschutzübungen durchgeführt worden.

Aber auch hier werde durch die neuen Funde keine veränderte Situation gesehen. "Die Afrikanische Schweinepest steht vor der Brandenburger Grenze, ob das nun 20, 10 oder 40 Kilometer entfernt ist", sagt Erstling.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 03.01.2020, 19.30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Bleibt zu hoffen, daß sich die Wildschweine wenigstens totlachen, angesichts dieses „Zaunes“.

  2. 3.

    Hier *fingerheb* ich spotte. Wohne ich doch im Kaff, wo man Wildschweine mit Pfeil und Bogen jagen will :-) ich weiss, dass so ein Zäunchen nix bringt, drunter ist fast noch einfacher als drüber, aber beides schaffen die schlauen Schweinderl mit Leichtigkeit. Der Stahnsdorfer Friedhof denkt auch immer, der Zaun würde helfen - aber jährlich gibt es große Jagd auf dem Friedhof. Ich denke, der Zaun hat eher symbolischen Charakter und gilt als Entschuldigung nach dem Motto "wir haben doch alles getan, um die Pest aufzuhalten..."

  3. 2.

    Hoffentlich buddeln die sich nicht durch.

  4. 1.

    " Zaun gegen kranke Wildschweine ist fast fertig "

    und wie wurde Dänemark verspottet als es einen Zaun gegen die Wildschweine errichtete... wo sind die Spötter jetzt in Brandenburg ?

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