Archivbild: Mitarbeiter eines Auktionshauses heben eine «Big Maple Leaf»-Goldmünze an ihren Platz. (Quelle: dpa/H. K. Techt)
Bild: dpa/H. K. Techt

Verfahren am Berliner Landgericht - Eigentümer der gestohlenen Goldmünze klagt auf Schadenersatz

Der Diebstahl der "Big Maple Leaf" aus dem Berliner Bode-Museum beschäftigt ein weiteres Gericht: Der Eigentümer der Hundert-Kilo-Münze verklagt die Versicherung auf Schadenersatz. Diese ist bislang nicht bereit, den vollen Wert zu erstatten.

Fast drei Jahre nach dem Diebstahl einer hundert Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum zieht der Eigentümer der Münze am 21. Februar in einem Zivilprozess vor das Landgericht.

Versicherung soll mangelnde Schutzmaßnahmen anführen

Der Eigentümer wurde bisher von der Versicherung nur zum Teil entschädigt und klagt auf Zahlung des vollen Werts, wie das Berliner Landgericht am Mittwoch mitteilte. Wie die  "Berliner Zeitung" unter Berufung auf den Kläger berichtete, hat die Versicherung bisher nicht den vollen Betrag von rund vier Millionen Euro gezahlt, weil sie Sicherheitsmängel beim Schutz der Goldmünze gesehen habe. Demnach seien bislang erst 800.000 Euro an den Eigentümer - einen Düsseldorfer Immobilienunternehmer - geflossen. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich als Trägerin des Bode-Museums der Klage angeschlossen.

Den Gerichtsangaben zufolge ist offen, ob bereits am 21. Februar eine Entscheidung fällt oder ob die Zivilkammer einen Verkündungstermin für einen anderen Tag bestimmen wird.

Mutmaßliche Täter seit einem Jahr vor Gericht

Der Diebstahl der Münze mit einem Verkaufswert von 3,75 Millionen Euro hatte Ende März 2017 weltweit Schlagzeilen gemacht.

Drei vermummte Täter waren durch ein Fenster in das Museum eingestiegen, hatten die Münze mit einer Axt aus der Vitrine entwendet und sie anschließend mit einer Schubkarre abtransportiert. Möglicherweise wurde der Diebstahl begünstigt durch Sicherheitsmängel in dem Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört.

Im Juli 2017 wurden vier Tatverdächtige verhaftet, seit einem Jahr läuft der Strafprozess gegen die Männer. Drei miteinander verwandte Angeklagte sollen die 100 Kilogramm schwere "Big Maple Leaf" gestohlen haben. Die deutschen Staatsbürger gehören zu einem libanesischstämmigen Clan, dessen Mitglieder immer wieder durch Straftaten auffallen.

Der damals als Wachmann im Museum arbeitende vierte Angeklagte soll das Trio zuvor mit Informationen versorgt haben. Der Verbleib der Münze ist ungeklärt, Ermittler vermuten, dass sie eingeschmolzen wurde. Für den Strafprozess sind bislang Termine bis Ende Februar angesetzt.

Sendung: rbb 88.8, 15.01.2020, 14.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ds wird wahrscheinlich im Wege der Streitverkündung erfolgen. Der Eigentümer verklagt die Versicherung und teilt dies dem Museum/der Stiftung mit (vgl. " Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich als Trägerin des Bode-Museums der Klage ANGESCHLOSSEN."). Die Stiftung hat sich entschieden, dem Streit beizutreten, weil andernfalls das (ggf. negative) Ergebnis des Rechtsstreits Eigentümer <=> Versicherung der Stiftung dann im Streit Versicherung <=> Stiftung entgegengehalten werden kann, §§ 66 ff. ZPO (http://www.gesetze-im-internet.de/zpo/__66.html)

  2. 2.

    Deutsche Staatsbürger!?

  3. 1.

    Eigentümer und Museum haben nicht für die entsprechende Sicherung der Münze gesorgt und verklagen jetzt die Versicherung?
    Das ist lächerlich - wer so fahrlässig mit Eigentum bzw. einer Leihgabe umgeht, der hat kein Recht auf die volle Entschädigung und muss das Risiko an für sich zum größten Teil selbst tragen.
    Dass die Versicherung geleistet hat, ist wohl nur einer gewissen Kulanz und den Bedingungen des Versicherungsvertrages zu verdanken.

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