Symbolbild: Krankenhauskost (Quelle: dpa/Cameron)
Video: Mittagsmagazin | 14.01.2020 | Helena Daehler und Marcel Trocoli-Castro | Bild: dpa/Cameron

Krankenhausessen in Berlin - "Es ist nicht nur ungesund, sondern geradezu toxisch"

Ausgerechnet Krankenhausessen ist oft genau so, wie man es sich vorstellt: fade, verkocht, ohne Vitamine. Kein Wunder, wenn man sich anschaut, wie wenig Geld dafür ausgegeben wird. Von Helena Daehler und Marcel Trocoli-Castro

Verkochte Nudeln, wenig frisches Gemüse und Obst und vor allem: kaum Geschmack. Das ist das, was man sich allgemein über Krankenhauskost erzählt. Aber ist es auch ungesund?

In einer zufällig ausgewählten Berliner Klinik treffen wir eine Krebs-Patientin, die uns zeigt, was es bei ihr zu Mittag gibt: Huhn mit Möhren und Kartoffeln. Seit zwei Wochen leidet die 70-Jährige unter dem Essen in der Klinik, zu oft sei es verkocht und schmecke nicht. Da sie erst vor kurzem operiert wurde, brauche sie dringend Folsäure, also Vitamin B9 – das ist gut für die Wundheilung. Außerdem benötigt sie in der Rekonvaleszenz besonders viele Vitamine. Aufgrund ihrer Erkrankung vor allem Vitamin E. Wir dürfen dem Essen Proben entnehmen und bringen sie in ein Labor für Lebensmittelchemie zur Untersuchung.

Vitamine sind nicht nachweisbar

Nach zwölf Tagen liegen die Ergebnisse über die Probe vor. Die Messwerte für die Vitamine A, C, D und E lagen alle im nicht nachweisbaren Bereich. Einzig das Vitamin B9 – also Folsäure – ist in der Statistik aufgetaucht. Während es an Vitaminen eher mangelt, ist der empfohlene Salzgehalt pro Mahlzeit um ein Vielfaches überschritten. Sabine Schäfer, Fachärztin für Ernährungsmedizin, fasst die Werte so zusammen: "Es ist nicht nur ungesund, sondern geradezu toxisch und ernährt uns nicht." Die Empfehlung der Ernährungsmedizinerin: Angehörige kochen lassen und das Krankenhausessen lieber zurückgeben.

Qualitätsstandards nicht verpflichtend

Dabei hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Krankenhauskost Qualitätsstandards entwickelt. Demnach sollten täglich mehrmals Gemüse und Obst und zweimal wöchentlich Fisch auf dem Speiseplan stehen. Doch das sind lediglich Empfehlungen, die Umsetzung ist bislang weder auf Landes-, noch auf Bundesebene verpflichtend. Lediglich vier Prozent der rund 2.000 Krankenhäuser in Deutschland haben sich von der DGE zertifizieren lassen. In Berlin ist es ein einziges: das Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge in Lichtenberg.

Krankenhäuser sparen weiter

Eine neue Studie des Deutschen Krankenhausinstituts zeigt: Klinken geben immer weniger Geld für Verpflegung aus.  Im Schnitt waren es 2018 – das sind die aktuellsten Zahlen - 3,84 Euro pro Tag und Patient. 2005 waren es noch 4,45 Euro. Die realen Kosten für Krankenhausessen sinken also und bleiben damit gegenüber der allgemeinen Kostenentwicklung zurück.

"Die schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen der Krankenhäuser treffen die Küchen besonders hart", sagt Karl Blum, Leiter des Geschäftsbereiches Forschung. Lediglich ein Drittel der Krankenhäuser will in den kommenden drei Jahren investieren. "Die Küche steht im Vergleich zu anderen Krankenhauskosten nicht an erster Stelle der Prioritäten", sagt Blum und fordert deshalb den Investitionsstau bei Krankenhausküchen abzubauen.

Wurstgulasch statt Mittelmeer-Diät

Eine Ärztin, die in einer großen Berliner Klinik arbeitet und anonym bleiben möchte, prangert das Gesundheitssystem an. Die Krankenhauskost sei aus Sicht einer Medizinerin kaum vertretbar, zumal Ernährungsempfehlungen und die Mahlzeiten im Klinikalltag weit auseinander gehen.

"Wir empfehlen Patienten die sogenannte Mittelmeer-Diät. Sie ist Gemüse-basiert, mit viel pflanzlichen Fetten, Vollkorngetreide, fettarmem Fleisch – und im Krankenhaus kriegen die Patienten dann Wurstgulasch oder Milchreis, was den Ernährungsempfehlungen komplett widerspricht."

Die Ärztin geht sogar noch weiter und sagt: "Ich habe immer das Gefühl, ich würde krank werden, wenn ich dieses Essen jeden Tag essen würde. Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich bin schon krank und möchte gesund werden, dann ist dieses Essen bestimmt nicht hilfreich, eher im Gegenteil."

Sendung: ARD-Mittagsmagazin, 14.01.2020, 13.00 Uhr

Beitrag von Helena Daehler und Marcel Trocoli-Castro

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40 Kommentare

  1. 40.

    Ich lag zu Heiligabend bis Silvester im Krankenhaus und habe den schlimmsten Fraß hinter mir. Direkt zu Heiligabend gab es gefrorene grüne Gurke, 2 ausgetrocknete Schnitten, usw. Ich bekam einen Heulkrampf. Das Essen allgemein war der letzte Dreck und weder gesund, noch ein Sattmacher. Ich brauche kein Luxusessen, aber das muss definitiv nicht sein.

  2. 39.

    Ich kann nur jedem abraten sich bei einer Krebsdiagnose in der Uni-Klinik Düsseldorf behandeln zu lassen. Abgesehen von der unfassbar schlechten ärztlichen Behandlung + völlig überlasteten Pflege, ist auch das Essen billigstes Niveau. Es werden den Krebspatienten, die ja eigentlich Gefahr laufen stark untergewichtig zu werden, strikte Begrenzung auf 5 Teile je Frühstück oder Abendessen gestattet... mehr nicht! Dazu zählt jede Wurst- und Käsescheibe einzeln usw. Joghurt wurde ständig 1,5% Fettgehalt serviert, obwohl mehrfach 3,5% in der Liste angekreuzt, Mittagessen teilweise zu wenig, Instantsuppen, nur künstliche Fertigsaucen, Nachtisch billigstes Dosenobst oder chemisch billige Pudding-Mixturen. Schrecklich liebloses und ohnmächtiges Ausgeliefertsein in solchen "Krankenhaus-Fabriken" für Patienten + Angehörige, das weit über das Thema Essen hinaus geht. Wem es sowieso schon schlecht geht, braucht sowas ganz bestimmt nicht. Das Geld + der Arzt stehen im Mittelpunkt, der Patient nicht.

  3. 38.

    Aus Erfahrung in Familie und Bekanntenkreis kann ich die Kritik nur fett unterstreichen. Sie gilt für Kliniken wie für Senioren- und Pflegeheime, vermutlich auch für viele Schulen. Aber in einer Klinik verbringt man in der Regel nur begrenzte Zeit, in einem Seniorenheim aber jahrelang. Zudem ist ein Ausgleich durch die Familie auf Dauer kaum möglich.

    Ich finde es skandalös, dass Unsummen für teure Medikamente und Operationen ausgegeben werden, aber täglich ein paar Euro mehr für die Ernährung sind offenbar nicht drin. Dabei wäre eine gute Ernährung vermutlich in vielen Fällen schon die beste Therapie - wie die Ernährungsdocs regelmäßig aufzeigen.

    An der Mangelernährung in Kliniken und Pflegeheimen muss sich dringend etwas ändern!

  4. 37.

    Ich würde differenzieren: Die uralten Herdschrippen, die die DDR und Ostdeutschland dankenswerterweise beibehalten hat, sind zehnmal bekömmlicher als alle aufgeblasene Mehlbeutel mit tausend Körnern obendrauf, wie sie im so verstandenen Westen seit den 1970ern Mode wurden. Das Gleiche gilt auch für sämtliche Geschmacks- und Aromastoffe.

    Dann gab es in Ostdeutschland, in der DDR, Lebensmittel auf der Basis von geringem Fettgehalt (der Milch), weil die Milch mit hochprozentigem Fettgehalt gegen Devisen ins so bezeichnete "feindliche Ausland" verschoben wurde. Dementsprechend geschmacklos beeinträchtigt waren die Lebensmittel. Die schlechteste Erbsensuppe meines Lebens, die mit Erbsen nicht das Geringste zu tun hatte, habe ich im Havelland gegessen. 1991, war ein überkommenes Rezept, von Neuerung auf dem Land noch keine Spur.

    Die Krankenhäuser sind insofern nur ein Spiegelbild der Gesellschaft, gleich welcher. Die werden sich gehaltvollen Lebensmitteln nicht entziehen können.

  5. 36.

    Man kann ja keine Hotel Küche erwarten.
    Aber was mir im Krankenhaus vorgesetzt wurde,, war wirklich kaputt gekochter Kleister. Zur Gesundung trägt es mit Sicherheirheit nicht bei.

  6. 35.

    Seit wann legen ausgerechnet Sie fest, wer hier im falschen Forum ist, wer was äußern darf und was Geschichtsrevisionismus ist? Fakt ist, das Geschichtsbild, das Sie hier gerne verbreiten möchten, hält einer qualifizierten Prüfung nicht stand. Damit können Sie höchstens am Stammtisch punkten.

    "Die Geschichtsaufarbeitung in der heutigen Bundesrepublik ist geprägt durch vereinfachte westliche Erfolgsgeschichten auf der einen und durch ostdeutsche Horrorgeschichten auf der anderen Seite. Geschichtsbetrachtung wird von aktuellen Westnormen bestimmt, ostdeutsche Erfahrungen werden marginalisiert. Der Einigungsprozess wird dadurch stark belastet."

    (Prof. Andrew H. Beattie in "Learning from the Germans? History and Memory in German and European Projects of Integration", University of Technology Sydney, 2007)

  7. 34.

    Das Essen damals war jedenfalls deutlich gehaltvoller und gesünder als die Industriepampe, die heute in den Supermärkten usw. üblich ist. Das weiß ich nicht vom Hörensagen - so wie Sie - sondern aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung. Warum es nun ausgerechnet in den Krankenhäusern schlechter gewesen sein soll, bleibt Ihr Geheimnis. Bananen allein sind jedenfalls kein Indikator für gutes Essen.

  8. 33.

    Lieber Herr Schaftlich,
    ich war in vielen Rehakliniken und meine Bekannten waren auch in vielen Rehakliniken und berichten das gleiche. Macht zusammen die meisten.
    Bestimmt gibt es wie auch bei Krankenhäusern Ausnahmen ohne Frage.
    Aber das wissen Sie ja genauso wie ich, nehme ich einmal an.
    Sollten Sie andere Erfahrungen gemacht haben, sind Sie womöglich ein Glückspilz.

  9. 32.

    Sie sind im falschen Forum. Hier wird jedenfalls nicht mal ebenso Rassismus verbreitet. Als gäbe es in Afrika nur Entwicklungsländer. Auch wird hier kein Geschichtsrevisionismus bzgl. DDR fröhlich in die Runde gesät.

    Zum Thema: Die Grundlage des Artikels ist doch bei einem, in Zahlen "1", Krankenhaus und teils anonymen Stellungnahmen sowie der Zuhilfenahme von Aussagen, ausgerechnet(!), der DGE, die keine unabhängige Organisation, sondern eine Repräsentanz sämtlicher Partikularinteressen des Ernährungsmittelsektors darstellt, recht dürftig.

    Wer alles unter Profitmaximierung, inkl. Kostenreduktion, subsumiert, bekommt am Ende u.a. ein Gesundheitssystem voller Fehlanreize: ob KV's oder Ärzt*innen in Konkurrenz zueinander, OP's nach Provision wie im Versicherungsgewerbe oder den niedrigstmöglichen Sozialausgaben für Krankenhäuser, inkl. Personal. Es bräuchte eine Großreform im Gesundheitsbereich, keinen narzisstischen Gesundheitsminister, der an seiner Profilierung arbeitet.

  10. 31.

    Die Massenbewegung von 1989, die ja keinesfalls von außen kam, spricht eher gegen Ihre Aussage. Soweit ich von zahllosen Bekannten und Freunden Aussagen dazu habe, lag die Kost in den DDR-Krankenhäusern keineswegs über denjenigen anderer Krankenhäuser woanders. Um es mal vorsichtig auszudrücken.

    Also kein "Artenschutz" ...

  11. 30.

    Das es möglich ist leckeres vollwertiges Essen in Berlin im Krankenhaus zu bekommen beweist die öffentliche Kantine des Immanuel Kankenhauses am Kleinen Wannsee. Vielleicht hat es was damit zu tun, dass da auch Naturheilkundler der Charité sitzen, die großen Wert auf Ernährung und heilende Gewürze legen. Danke nochmal an die Mitarbeiterinnen und die Küche dort :)
    Erstaunlicherweise gibt es in Berlin an den Hochschulen z.T. ausgezeichnete Mensen. Vielleicht gibt es da was zu lernen - sind Kooperationen möglich?! Die kochen oft sehr gut viele Portionen :)

  12. 29.

    Ich war vor kurzem im Sanaklinikum zur OP das Essen was ich dort bekommen habe hatte mit gesunder Ernährung nichts zu tun. Hochachtungsvoll Stoll Karl-Heinz

  13. 28.

    Liebe Heike,
    in wie vielen Rehakliniken wurden Sie denn verköstigt, um diese Aussage treffen zu können? Waren Sie wirklich "in den meisten" ?

  14. 27.

    Vor einigen Jahren mußte ich alle paar Wochen für 24h in ein Berliner Krankkenhaus einziehen. Das Essen war eher na ja; wenn man nicht länger bleiben brauchte, ließ es sich aushalten. Eines Tages erlebte ich, wie eine ältere Mitpatientin ihren freitäglichen Fisch beschaute, probierte und dann sagte: "Ich bete immer für das Tier, das ich jetzte esse -heute bete ich für den Koch:"

  15. 26.

    Ich erinnere mich daran, dass es ähnliche Zustände bezgl. des Essens bereits 1981 im damaligen "Klinikum Steglitz" (heute Charité UKBF) gab. Suppen waren gefärbtes Wasser, Fleischgerichte waren zerkocht, Gemüse ebenso, alles war
    im Wortsinne "geschmacklos" und eher ungeniessbar. Frühstück und Abendbrot waren durch einfachste Zutaten gekenn-zeichnet. Der damalige Krankenpfleger sagte mir, für das Essen stünden bei einem Tagessatz von DM 385,-- ca. DM 3,25 zur Verfügung. Es scheint sich nicht viel verändert zu haben. Vielleicht sollte man das Wort "Ver-pflegung" wörtlich
    nehmen!? Schliesslich liegt man ja auch im Krankenhaus und nicht im Gesundheitshaus. Die deutsche Sprache ist so herrlich präzise!

  16. 25.

    Es sollte doch inzwischen jedem erkenntlich sein, dass man den Namen Krankenhaus wörtlich nehmen muss. Unser sog. "Gesundheitsheitssystem" setzt alles daran, dass wir krank bleiben. Dazu gehört natürlich das entsprechende "Futter".

  17. 24.

    Hallo der von drüben,
    habe doch nichts gegen die Bürger der ehemaligen DDR. Bin selbst von "drüben". Ging mir auch nur um den Vergleich zum Krankenhausessen im Kapitalismus und im real existierenden Sozialismus in der DDR,

  18. 23.

    Die Krankenhausküche unterscheidet nicht zwischen Privat- und Kassenpatienten, teilweise gibt es gar keine Küchen mehr. Das Essen wird tiefgefroren angeliefert und nur noch erwärmt. Wer krank ist, wird in vielen Häusern durch das Essen nicht gesünder. Allergien und Unverträglichkeiten werden abgefragt, dann aber oftmals bei der Essensausgabe ignoriert. Wir hatten onkologische Patienten, die monatelang stationär aufgenommen werden mussten und das Essen verweigert haben. In diesem Land schließt die bestmögliche medizinische Betreuung nicht die nötige Versorgung mit Nährstoffen und Vitaminen ein. Es ist nicht nachzuvollziehen und ein Skandal.

  19. 22.

    Meine Beobachtung im Klinikum Neukölln während 4 Wochen im Sommer 2019: Ein Futter , das da serviert wurde, unglaublich. Unabhängig von Warmgerichten, war ich erstaunt zu sehen, dass es als Nachtisch irgenwelche Industriepuddings mit Sahnetopping der allerbilligsten Sorte gab, wußte gar nicht, dass die gesund sein sollen. Also,ich habe Gottseidank wenig Bekanntschaft mit Krankenhäusern gemacht, bisher. Vielleicht deshalb meine Naivität, denn in meiner Vorstellung stellte ich mir so einen Art gesunde Schonkost vor. Stattdessen gab es Knastverpflegung a la 1960.

  20. 21.

    Das Schulessen ist ähnlich gelagert. Da seit diesem Schuljahr Masse statt klasse angesagt ist. Hauptsache billig und viel Gewinn möglich.

  21. 20.

    Also die Krankenhäuser, die ich bisher in Berlin und Brandenburg kennen gelernt habe, haben keine "Privatstation".
    Privatpatienten liegen - wenn sie die entsprechende Leistung gewählt haben - in 1- oder 2-Bett-Zimmern auf den normalen Stationen. Und ein extra Essen-Angebot für sie habe ich auch nicht erlebt.

  22. 19.

    Das Krankenhausessen ist nicht nur in Berlin eine Katastrophe. Es ist nicht frisch, es ist das allerbilligste und lieber Milrchreis mit Milchpulver als mit Milch, der Salat offensichtlich nicht gerade vom selben Tag und auch nicht vom Vortag. Zucker: ja, Konservierungsstoffe: ja, Industrienahrung: ja. Als ich vor drei Jahren in der Charité lag, kam es sogar vor dass mein Mittagessen gänzlich vergessen wurde (nein, das war keine Diätvorschrift oder OP-Vorbereitung). Meine Mutter hat mir mehrmals in der Woche vorgekochtes Essen mitgebracht (sie wohnt nicht in Berlin und ist auch nicht überbesorgt, aber es war kein Zustand der auszuhalten war). Auf Station war sehr oft ein Lieferservice, Pizza usw. weil es vielen nicht schmeckte und auch nicht ausreichte.

  23. 18.

    Das können Sie nicht einfach so vergleichen.

    Die DDR war eine Mangelwirtschaft, jedenfalls für uns Normalbürger. (66) Für die Bonzen war alles im Überfluss da.

    In Deutschland ist alles im Überfluss vorhanden.
    Hier geht aber Maximalprofit der einfach nicht in die Kliniken gehört.

    Dass es anders geht sieht man doch auf den Privatstationen.

  24. 17.

    Es ist traurig, wie wenig der Mensch in diesem reichen Land noch zählt. Jedenfalls, wenn man nicht Privatversicherter oder das Geld hat sich Wahlleistungen zuzukaufen.
    Habe ich selbst erlebt.
    Das Essen in Bad Saarow war zwar in Ordnung, aber als ich wegen der besseren Betreuung in die Wahlleistungsstation gezogen bin konnte ich aus 7 Menüs wählen und auch Obst und sonstige Beilagen waren gut vorhanden.
    Die Betreuung war wesentlich besser. Meine Hochachtung vor den Schwestern der normalen Stationen. Die müssen nämlich die doppelte Zahl an Patienten versorgen.
    Reden wir mal nicht über die Privatstation. Da gehen die Uhren dann nochmal anders.

    Krankenhäuser sind einfach keine Wirtschaftsbetriebe, die nach dem ökonomischen Prinzip arbeiten. Da geht es dann nur um Gewinnmaximierung und nicht um den Patienten.

    Dieser Staat sollte sollte sich endlich wieder seiner sozialen Verantwortung bewusst werden und sich nicht aus der Verantwortung stehlen durch Privatisierung von Bereichen, die eigentlich in seine Verantwortung gehören.

  25. 16.

    Mich würde mal interessieren ob die Verpflegung für privat Patienten besser ist.

  26. 15.

    Hajo, lassen Sie die Menschen in der DDR in Ruhe. Wir waren arm, aber glücklich.

  27. 14.

    Verwandte sollen den Patienten Essen ins Krankenhaus bringen. Eine schöne Empfehlung in einem Staat, der Arroganz international zeigt. Ich kenne viele arme Länder in Afrika, da müssen Verwandte das Essen ins Krankenhaus bringen. Wir können bald als Entwicklungsland eingestuft werden.

  28. 13.

    Wozu beschäftigen die Kliniken eigentlich Diät Assistenten in der Küchenplanung, wenn nicht mal elementare Ernährungs Empfehlungen umgesetzt werden geschweige denn auf individuellen Bedarf eingegangen wird, was für eine rasche Genesung so wichtig ist?

  29. 12.

    An der Art der Zubereitung müsste man dringend etwas ändern. Natürlich auch die Vielfalt und Frische ist mangelhaft. Bis dahin ist es besser, wenn man das Essen von zu Hause mitnimmt.

  30. 11.

    Also ich will gar nicht anzweifeln dass der Bericht der Realität entspricht. Aber es heißt dort ein Krankenhaus wurde ausgewählt. Repräsentativ ist das natürlich überhaupt nicht.

  31. 10.

    Hallo Nayvik, vergessen oder vom Alter her nicht erlebt wie das Krankenhausessen im real existierenden Sozialismus der DDR war? Nicht anders als heute, da es vieles nicht gab.

  32. 9.

    Glücklicherweise aus Außensicht, d. h. aus Besuchen von Menschen geschrieben, die dort liegen: Noch nie habe ich das Krankenhaus-Essen als ansprechend empfunden, das Kantinenessen dabei ausgenommen. Eher kommt lieblos hingelegtes Brol auf den Teller, die Eingefleischtheit scheint auch in den Krankenhäusern geblieben, mit der Folge, dass das so wichtige Gemüse dann zur bloßen "Sättigungsbeilage" verkommt.

    Im Zuge der Kommerzialisierung des Gesundheitswesens - zugespitzt: eines lukrativen Krankheitsbekämpfungswesens - droht dann die psychische Komponente beim Essen hinten runter zu fallen. Wer freut sich von ganzem Herzen auf´s Essen? Wer hat sich im Krankenhaus je darüber gefreut, sodass der Heilungsprozess auch von dieser Seite aus befördert werden könnte?

  33. 8.

    Ökonomisierung von Gesundheitswesen und Altenpflege steigert Aktiengewinne und schädigt Gesundheit und verkürzt Menschenleben. Politisch gewollt. Dazu gibt es einen Film: Der marktgerechte Patient.

  34. 7.

    Sollte man eine/mehrere Nahrungsmittelallergien haben, muss man sich von daheim Essen liefern lassen - wie, keinen Ehepartner? Lieferando? Ätzend. Da man daheim auch nicht 3EUROFuffzig fürs tägliche Essen ausgibt, es sei denn, man ist Hartz4Empfänger, wäre es ja möglich, etwas gegen Aufpreis zu ordern. Oder "nur Beilagen". Der Allergiker überlebt vielleicht ohne Allergieschock die puren Kartoffeln oder den puren Reis eine Weile lang - aber nicht das KH-Essen...

    Es gibt aber keine Möglichkeit, nur Beilagen ohne Soßenmantsche zu wählen. Oder aufpreisig ein Wahlessen.

    Wir sind in Deutschland, nicht vergessen.

  35. 6.

    Nicht nur in Krankenhäusern ist das Essen ungesund. In einigen Seniorenheimen sieht es dort genauso aus. Wenig Gemüse, wenn ja zerkocht, Sonntags immer Schweinebraten, viel Salz,. Aber es soll auch bessere Heime geben, die dann noch teurer sind.

  36. 5.

    Realität in einer Rehaklinik 2018:
    Kaffee aus tiefgefrorenen Kaffeekonzentrat, Aufschnitt mit 100% Schmelzkäse, mangelnde Kennzeichnung, Fruchtsaftgetränk-Qualität deklariert als Saft, ...
    Vortrag der Diät-Assistentin: "Bitte übertragen Sie nicht diese Ansprüche einer gesunden Ernährung auf unsere Cafeteria!"

  37. 4.

    Kein Wunder, wenn man den Gesundheitssektor privatisiert.

  38. 3.

    Willkommen im Kapitalismus. Wo Krankenhäuser privatisiert wurden und deswegen nur noch Gewinn erwirtschaftet werden muss.

  39. 2.

    Nicht nur in Krankenhäusern ist das Essen das "Letzte". Genau das gleiche gilt für die meisten Reha-Kliniken der Republik.

  40. 1.

    Esgeht ja schon damit los, dass für die unterschiedlichen Krankheitsbilder meist nur insgesamt zwei Essen auf dem Plan stehen: Ein Fleisch gericht und ein vegetarisches. Dadie Patienten hier wählen dürfen und der gewohnte Fleischkonsum vieler Menschen hinlänglich bekannt ist, werden vor allem die Fleischgerischte gewählt, so dass viele Patienten (nach wie vor) täglich Fleisch essen und dasGemüse und die Ballaststoffe viel zu kurz kommen. Vitamine? Fehlanazeige. Wwnn das Essen dann noch verkocht und lieblos zusammen gestellt wurde, so dass es nicht schmecktund ein Teil zurück geht, kann man sich ausrechnen, wieviel an Nährstoffen der Körper überhaupt davon bekommt. So gut wie nichts. Und da soll man gesund werden?

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