Eine Blaumeise sucht Futter im Winter. (Quelle: imago-images/CHROMEORANGE)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.01.2020 | O-Ton Johannes Giebermann (Nabu) | Bild: imago-images/CHROMEORANGE

Auswirkungen der Hitze-Sommer? - Jetzt werden die Wintervögel gezählt

Seit Freitag können wieder Vögel im Park oder Garten gezählt werden. Der Naturschutzbund (Nabu) ruft zur "Stunde der Wintervögel" auf. Sie soll mehr Klarheit über den Artenbestand in der Region bringen. Und zeigen, ob die Sommerhitze den Vögeln geschadet hat.

Der Naturschutzbund lädt seit diesem Freitag wieder zur Vogelzählung ein. Die bundesweite "Stunde der Wintervögel" findet bereits zum zehnten Mal statt.

Auch in Berlin und Brandenburg sind Naturfreunde bis Sonntag aufgerufen, eine Stunde lang die Vögel in der Umgebung zu zählen und dem Nabu zu melden. Die Naturschützer erhoffen sich vor allem Erkenntnisse darüber, welchen Einfluss die beiden vergangenen heißen Sommer auf die heimische Vogelwelt hatten.

Je mehr Leute bei der Zählung mitmachten, desto genauer könnten Veränderungen in den Vogelbeständen erfasst werden, erklärte der Brandenburger Landesverband. Im Januar stünden jene Vögel im Mittelpunkt, die auch bei Schnee und Kälte in Deutschland ausharren oder aus Skandinavien einwandern, um zu überwintern, hieß es vom Berliner Nabu.

Nabu bietet Schulungen und Exkursionen an

Interessierte sollen die höchste Anzahl einer jeder Vogelart notieren, die sie im Laufe einer Stunde entdecken. Auf seiner Internetseite [nabu.de] stellt der Naturschutzbund Meldeformulare zum Ausfüllen bereit und gibt Tipps zum Bestimmen der Vogelarten.  

Nach Nabu-Angaben könnte die Zählung nach dem Rekord-Sommer Aufschluss darüber geben könnte, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die Vogelwelt auswirken. Die Beobachtungen können bis zum 20. Januar unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet werden, für telefonische Meldungen ist am 11. und 12. Januar von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Hotline unter 0800/1157 115 geschaltet.

Die Naturschützer in Berlin und Brandenburg bieten am Aktionswochenende auch Exkursionen und Schulungen für die Vogelzählung an. In Brandenburg haben sich nach Nabu-Angaben im vergangenen Winter mehr als 6.000 Menschen an der Zählaktion beteiligt. Vom Berliner Landesverband hieß es, die Vogelzählung erfreue sich zunehmender Beliebtheit.

Es gibt auch Kritik an den Vogelzählungen

An den Vogelzählungen des Nabu gibt es jedoch auch Kritik. Der Naturfotograf Jens-Werner Dettmann aus Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) hatte im rbb den Sinn der Zählung kritisiert. Er sagte, viele Menschen könnten kaum den Unterschied zwischen einem Schwan und einem Kranich erkennen. Sie erfassten also Vogelarten, die ihnen unbekannt sind. "Oder zählen 27 Mal dieselbe Kohlmeise, die zum Futterhaus hin und wieder zurück fliegt".

Beim Nabu selbst heißt es jedoch, die Beobachtungsdaten der Einsender würden überprüft und auch korrigiert. Etwa jede siebte Meldung sei im Schnitt auffällig und werde auf Plausibiliät gecheckt. Da könne es zu Tippfehlern gekommen sein, aber auch um Vögel, die gar nicht vorkommen könnten. Im Zweifelsfall werde beim Beobachter nachgefragt. Wichtig sei bei der Zählung, um denau den Fehler mit der Kohlmeise zu vermeiden, dass überall zu den gleichen Regeln gezählt werde.

Sendung:  Antenne Brandenburg, 10.01.2020, 10:30 Uhr

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Antwort auf [Frizze] vom 02.01.2020 um 18:51
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22 Kommentare

  1. 22.

    Selbst der NABU hat einen Feldsperling auf Twitter gepostet und ihn als Haussperling betitelt.
    Wenns die NABU-Fotoredaktion nicht mal erkennt, wie sollens dann die fleißig zählenden Hobby-ornis auseinander halten? Zählspaß ja! Aber nicht wissenschaftlich - Datenerhebung für die Katz ;-) um's mal als Katzenfreundin zu benennen.

  2. 21.

    Spaß ist wichtig - aber die Zählung ist nicht wie behauptet wissenschaftlich. Man kann nicht vom Garten auf die Bestandsentwicklung einer Stadt schließen. Es reicht nicht, alles aufzuschreiben, was man grade irgendwo sieht. Es braucht Methodenstandards, die die zufälligen Erfassungen an verschiedenen Orten und bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen und von ungeübten Betrachter*Innen überhaupt erst miteinander vergleichbar machen. Deren Fehlen haben Fachleute kritisiert (Riffreporter: Noch nie war Vogelmonitoring so wichtig) Haussperlinge werden gezählt, weil sie am besten sichtbar sind, immer in Grupen in der Nähe des Menschen nach Futter suchen und verwechselt werden. Vogelarten, die individuell ihr Revier verteidigen und sich still in der Baumkrone verstecken, werden garnicht erst entdeckt.

  3. 20.

    Sehe ich genauso, es werden nicht weniger.
    Spatzen, Rotkehlchen, Schwalben, Stare, Drosseln, Krähen, Enten, Wildgänse, Möven, Schwäne und Fischreiher habe ich gar nicht erst genannt. Eichelhäher und Buntspechte sind dank der einzelnen Nadelgehölze auch zugegen. Und Zucht-Tauben die nicht eklig sind. Die Zählung ist völlig überflüssig finde ich. Die meisten Arten sind jetzt bei uns am Rand wie Spandau. Es müssen Massen sein bzgl. der Geräuschkulisse die stetig wächst. Selbst die nicht zur Onkologie gehörenden Eichhörnchen (rot) holen sich gerne ihr Leckerchen ab. Fledermäuse haben wir auch rumschwirren. Und Bienen, Hummeln, Wespen, Libellen und Ameisen sind jedes Jahr auch nicht weniger. Keine Panik auf der Titanic. Und ob die Katze den Vogel frisst liegt in der Natur.

  4. 19.

    Bei mir dito. Ich habe auf meinem Gehöft einen Vogelbestand, der geradezu beeindruckend ist. Amseln, Ringeltauben, Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen, Elstern, ein Riesen-Schwarm fetter Haussperlinge, im Sommer Rauch- und Mehlschwalben, Hausrotschwanz usw. usw. usw. Ein Schwarm Fledermäuse obendrein, und im Gartenteich tummeln sich diverse Teichfrösche. Hier wimmelt es förmlich. Das Gejammer hier kann ich gar nicht nachvollziehen.

  5. 18.

    Alles klar. Von Ornithologie haben Sie also auch keine Ahnung. Amsel, Haussperling, diverse Meisenarten und Konsorten beobachte ich hier jeden Tag. Hier sind die allesamt wesentlich schneller als die Katzen. "Leichte Beute" ist das höchstens in Ihrer Phantasie. Sämtlich Katzen die ich je besaß, haben zu 98% Mäuse gefangen. Ein Vogel war vielleicht 1 x pro Jahr dabei. Ich sehe ja, was die hier anschleppen. Daß meine Tiere Ausnahmen sein sollen, können Sie vielleicht Ihrem Friseur erzählen.

  6. 17.

    Ist doch egal wer wen tötet, ob die Katze den Vogel, oder der Vogel das Insekt. Ich lass mal lieber das Zählen. Bei uns kommen die Kohl- und Blaumeisen das ganze Jahr auch so auf die Terrasse und futtern sich fett.

  7. 16.

    Amsel, Haussperling, Buchfink, Grünfink, Bergfink, Gimpel, Blaumeise, Kohlmeise, Heckenbraunelle, Rotkehlchen, Kernbeißer (letztes Wochenende). In den letzten Jahren auch diverse andere Vögel. Sonst zu anderer Jahreszeit auch gerne Fledermaus, Frosch, Goldfisch, Teichmolch. Die Erdkröte hat wohl nicht geschmeckt; die Reste blieben liegen. Weil Sie schrieben, die Katze geht nicht gegen größere Tiere vor: Nachbars Katze hat versucht, Stockenten auf dem Teich zu kriegen. Außerdem Angriffe gegen Fuchs und Waschbär (o.k.: die müssen auch nicht im Garten sein). Der Graureiher wurde beäugt; jedoch in Ruhe gelassen.

  8. 15.

    Es ist eine freiwillige Aktion die nichts kostet. Hat das hier jemand nicht verstanden?

  9. 14.

    ..unter meinen Futterhäusern und Nistkästen zählen die Katzen die Vögel, nicht mal vor den drei Hühnern haben die noch Respekt..fast jeder hat Hier so ein süßes Tierchen und das ist Scheiße..

  10. 13.

    In Deutschland z.Z. auch. Also, kein Verbot von Katzen. Aber: das sie nicht mehr frei draußen herumlaufen können.

  11. 12.

    In Deutschland töten Hauskatzen nicht weniger wilde Vögel. In den Niederlanden wurde sogar ein Verbot diskutiert.

  12. 11.

    Sie haben das aber schon geschnallt das es um Deutschland geht und nicht um die Vögel in den USA ? Es sei denn Sie meinen den allergrößen Vogel, aber den brauch man ja nicht zu zählen der ist einmalig.
    Stell ich mir etwas schwierig vor Vögel zu zählen und wo her weiss man denn ob das Sommer oder Winder Vögel sind. Fragen über Fragen bei der ganzen Vogelzählerei und ein Schwan vom Kranich zu unterscheiden das kann wohl jeder, da hat der Herr Naturfotograf aber ein wenig Unrecht.

  13. 10.

    Ich glaube bei der Zählung der Vögel geht es eher nicht um die Verluste durch vögelfangende Katzen sondern doch um die Auswirkungen des Klimawandels z.B. durch die leider immer noch erlaubte Braunkohleverfeuerung im Verbund mit den extrem schädlichen Auswirkungen auf die Natur durch die intensiv arbeitende Landwirtschaft.

  14. 8.

    "Leichte Beute?" Ihr Ernst? Ich beobachte das ja nun jeden Tag. Welche Vögel sollen denn das sein? Selbst die lahmen Tauben sind zu schnell für Katzen. Vögel, die noch langsamer sind, sind zu groß für Katzen. Die kleineren sind alle viel zu schnell. An Elstern trauen sich Katzen gar nicht erst heran. Also wo wollen Sie da eine "leichte Beute" beobachtet haben? Von welchen Phantasie-Vögeln reden Sie? Grober Unfug? Ja allerdings!

  15. 7.

    Weil Ihre beiden Katzen ja so repräsentativ sind. Schon mal davon gehört, dass es Vögel gibt, die hauptsächlich am Boden nach Nahrung suchen? Diese sind immer eine leichte Beute. Da muss der Vogel nicht krank sein. Grober Unfug, wenn ich Sie mal zitieren darf.

  16. 6.

    Grober Unfug. Meine beiden Katzen sitzen auch gerne mal unterm Vogelhaus. Davon können sie aber noch lange nicht fliegen. Und weil sie nicht fliegen können, fangen sie Mäuse - und das ist auch gut so. Wenn sie ein mal im Jahr 'nen Vogel anschleppen, ist das viel. Das ist vernachlässigbar. Ganz im Gegensatz zu Krähen und Elstern, die hier regelmäßig Nester räubern. Die können nämlich fliegen. Da hätten Sie auch selber drauf kommen können, anstatt sich dubiose Räuberpistolen auszudenken.

  17. 4.

    Heben Sie sich das Glauben für die Kirche auf.
    Allein in den USA töten Hauskatzen bis zu einer Million wilde Vögel am Tag.

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