Wohnhaus in der Grünberger Straße in Berlin-Friedrichshain (Bild: TeleNewsNetwork)
Video: Abendschau | 24.01.2020 | Kerstin Breinig | Bild: TeleNewsNetwork

Friedrichshain - Berliner Polizist erschießt 33-Jährige bei Einsatz

Bei einem Einsatz in Berlin-Friedrichshain hat ein Polizeibeamter eine Frau erschossen. Die Polizei wurde alarmiert, weil die 33-Jährige ihren Mitbewohner bedroht haben soll. Als die Beamten anrückten, soll die Frau ihnen mit einem Messer begegnet sein. 

Bei einem Einsatz in der Grünberger Straße im Berliner Stadtteil Friedrichshain hat ein Polizist eine 33-Jährige erschossen. Die Frau soll die Polizisten zuvor am frühen Freitagmorgen mit einem Messer angegriffen haben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Der Schuss in den Oberkörper sei tödlich gewesen. Das habe die Obduktion ergeben.

Nach ersten Erkenntnissen war die Polizei von einem Mann alarmiert worden, der angab, von seiner Mitbewohnerin bedroht worden zu sein. Als die eingetroffenen Beamten versuchten, in ihr Zimmer zu gelangen, soll die 33-Jährige Widerstand geleistet haben, die Lage sei "unübersichtlich" gewesen. "Dabei soll sie den Beamten mit einem Messer entgegengetreten sein, woraufhin der Polizeibeamte von seiner Schusswaffe Gebrauch machte", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Staatsanwaltschaft und Polizei.

Ob die Frau psychische Probleme hatte oder ob Drogen im Spiel waren, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen. Zu den weiteren Einzelheiten des Geschehens werde laut Generalstaatsanwaltschaft ermittelt.

Geisel: "tragische Situation"

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sprach von einer tragischen Situation. "So wie es sich darstellt, ist die Polizei in die Wohnung gerufen worden wegen häuslicher Gewalt, und als die Kollegen vor Ort waren, sind sie von der Frau mit dem Messer attackiert worden. Alles weitere ist im Moment Spekulation."

Vorwürfen, dass man bei solch einem Einsatz statt einer Schusswaffe auch einen Taser hätte einsetzen können, setzte Geisel entgegen: "Taser sind immer gut in eingefrorenen Situationen, das heißt, wenn jemand da steht und mit Suizid droht und es eine ruhige Situation ist. In einer Situation, in der eine Person auf die Polizisten mit dem Messer in der Hand losstürmt und nur noch wenige Meter dazwischen liegen, geht es vor allem um Selbstschutz."

Polizei spricht Angehörigen Mitgefühl aus

Die Polizei twitterte am Freitagnachmittag: "Es gibt in unserem Beruf kaum etwas Schlimmeres als einen Einsatz, der mit dem Tod eines Menschen endet. Wir sprechen den Angehörigen der Verstorbenen unser aufrichtiges Mitgefühl aus und wünschen unserem Kollegen Halt und Stärke."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) teilte mit: "Derartige Situationen sind eine enorme psychische Belastung, da binnen Sekundenbruchteilen die richtigen, wenn auch folgenschweren Entscheidungen getroffen werden müssen." Sie gehe von einem "korrekten Verhalten der Kollegen" aus.

In den vergangenen Jahren sind bei einigen Polizeieinsätzen in Berlin Menschen erschossen worden. Bekannt wurde ein Fall vom Sommer 2013. Im Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus ging ein geistig verwirrter Mann mit einem Messer auf einen Polizisten zu und wurde erschossen. 

Wenn Polizisten andere Menschen durch Schüsse töten, werden Ermittlungen durch eine Mordkommission des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Sendung: Abendschau, 24.01.2020, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 26.01.2020, 16:22 Uhr geschlossen

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83 Kommentare

  1. 83.

    Ihre Reaktionen auf die Kommentare von @ Heike sind schon fast wiederlich. Wie und Was sich da abgespielt hat weiss keiner hier.
    Jeder gibt hier sein Senf zu ohne von Polizeiarbeit etwas zu wissen.
    Ich würde mir jetzt wirklich wünschen das der rbb24 die Kommentar Funktion schließt, das was von Ihnen und anderen geschrieben wird ist einfach nur geschmacklos.

  2. 82.

    "Einen sachlichen Dialog,..." Gut. Ich starte mal einen neuen Versuch. Bislang ist der immer an ihnen gescheitert.

    Was haben sie an der Aussage zu bemängeln, die Polizisten hätten sich an die Vorschriften halten sollen? Sie waren nicht in Gefahr, der Bewohner war nicht in Gefahr.

    Die Polizisten haben die Tür (gewaltsam?) geöffnet, hinter der sich die später Getötete aufgehalten hat. Warum?

    Warum haben die Polizisten (Eigensicherung) nicht das SEK gerufen?

    2 ganz einfache Fragen. Your turn.

  3. 81.

    Können Sie doch auch nicht und das sollten man Ihnen auch immer wieder mitteilen.
    Und richtig, Sie haben es erkannt, ich kann lesen und was ich aus Ihren Worten lese habe ich Ihnen ja schon mitgeteilt.
    Einen sachlichen Dialog, ohne jemanden für dumm hinzustellen, der nicht Grün oder Links orientiert ist oder sonst Ihrer Meinung ist. können Sie leider nicht führen. Schade eigentlich.

  4. 80.

    Die Beamten hätten sich nur an die bereits mehrmals beschriebene Vorschrift halten müssen. An die Familie der Getöteten denkt wohl keiner.

  5. 79.

    OMG! Ja, alle anderen außer Heike können nicht lesen. Können sie nicht mal eine andere Platte auflegen? Die hier langweilt...

  6. 78.

    Der Einsatz der Schußwaffe sollte das letzte Mittel sein, da die Beamten bei einem tödlichen Schuss lange unter psychischer Belastung leiden.
    Eine gesetzliche Regelung für das "tasern"
    als vorzuziehende Lösung muss efunden werden !

  7. 76.

    Wer hier wiedermal keift sind doch Sie....das mit dem verstehen andere Kommentare fällt Ihnen ja bekanntlicher Weise sehr schwer. Und wie immer, Sie haben Recht und alle die nicht Ihrer Meinung sind, sind politisch rechts orientiert oder haben vom Thema keine Ahnung.

  8. 75.

    Sie werfen ernsthaft anderen vor sie könnten nicht lesen? Es sind die Aussagen der betroffenen Polizisten, die meiner Einschätzung zu Grunde liegen.

    Sie äußern Vermutungen und raten was gewesen sein könnte. Und damit ist für mich die Diskussion mit einer notorischen Lügnerin und Verleumderin schon beendet. Dafür verschwende ich nicht meine Lebenszeit.

  9. 74.

    Ich habe nie irgendetwas behauptet.....richtiges lesen wäre angebracht. Jedoch zählen Sie und Jens auch zu denjenigen, die genau wissen wie die Situation vor Ort war. Solange wie das nicht eindeutig geklärt ist, sollte man sich hier mit solch beschämenden Kommentaren zurück halten.

  10. 73.

    Ach sie mal wieder! Waren sie denn dabei? Sie haben Ahnung von Polizeiarbeit? Wahrscheinlich aus dem TV.

    @Jens und @ Maike haben es doch auf den Punkt gebracht:

    - Überblick verschaffen
    - Eigensicherung
    - Gefährdete Menschen, wenn möglich evakuieren
    - Deeskalation versuchen
    - Abwarten bis ein SEK eintrifft

    Fragen sie einen echten Polizisten oder Ausbilder, bevor sie hier weiter sinnlos herumkeifen.

  11. 72.

    Es kann nicht schaden wenn sie nachdenken bevor sie tippen!

    Die Aussage Geisels steht den Aussagen und den bisherigen Erkenntnissen diametral gegenüber.

  12. 71.

    Wieder einmal keifen sie sinnlos statt zu argumentieren. Waren sie dabei?

    Was genau haben sie an "Als die Beamten in der Wohnung eintrafen, soll sich die Frau in einem Raum verschanzt haben. Die Beamten öffneten nach den ersten Informationen in der Wohnung die Tür zu ihrem Zimmer".

    "Ein 28 Jahre alter Polizeimeister soll der Frau noch angedroht haben, seine Dienstpistole einzusetzen." Also definitiv keine Notwehr. nicht verstanden?

  13. 70.

    Noch einer der von Polizeiarbeit mehr versteht, als die Polizisten selber und auch beim Einsatz dabei war.....auch Sie sollten
    mal darüber nachdenken, was Sie so schreiben.

  14. 69.

    Unsinn! Sie waren ja auch nicht dabei und Polizisten sind nicht automatisch "die Bösen". Hier liegt aber nach den Aussagen der eingesetzten Beamten ein eklatantes Fehlverhalten des einen oder sogar beider Beamte vor.

    Immer wieder werden Menschen mit psychischen Problemen erschossen weil Polizisten völlig überfordert sind und/oder den Helden spielen wollen.

    Hier wurden, wieder einmal, Dienstvorschriften mißachtet. Jens hat es schon beschrieben:

    - Überblick verschaffen
    - Eigensicherung
    - Gefährdete Menschen, wenn möglich evakuieren
    - Deeskalation versuchen
    - Abwarten bis ein SEK eintrifft

  15. 68.

    „ Geisel lügt wenn er von einem tragischen Situation redet“ Das ist üble Nachrede. Warum wird so etwas geduldet @ rbb? Das ist nicht mehr normal hier

  16. 67.

    „ Unmittelbare Gefahr ging nicht mehr aus. Hätten die Beamten nicht 10-30 Minuten warten können? 30 Minuten für ein Menschenleben!? Die Situation hätte sich sicher in diesem Zeitraum verändert.“ Alles Spekulationen. Das bringt so nichts. Objektive Kommentare sind eher die Ausnahme. Im Grunde ist es sinnlos sich hier auszutauschen.

  17. 66.

    Sehen Sie, das ist genau das was ich schon geschrieben habe ,jeder aber auch jeder Schlauberger dazu gehören Sie auch, gibt nun gute Ratschläge. Waren Sie dabei? Nein dann halten Sie Ihren Mund.

  18. 65.

    Man was seid ihr alle schlau, dieses Geschwafel ist einfach unerträglich. Ich wünsche den Beamten, dass keine psychischen Probleme zurück bleiben

  19. 64.

    Ich vermute mal, dies verbietet die Netiquette.
    Aber zum Denkanstoß, war es wirklich notwendig in das Zimmer einzudringen? Unmittelbare Gefahr ging nicht mehr aus. Hätten die Beamten nicht 10-30 Minuten warten können? 30 Minuten für ein Menschenleben!?
    Die Situation hätte sich sicher in diesem Zeitraum verändert.

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