Polizeiwagen stehen in Potsdam vor einem Möbelhaus (Quelle: dpa/Zinken).
Bild: dpa/Paul Zinken

Vor Potsdamer Möbelhaus entführt - Angeklagter gesteht sexuellen Missbrauch von Mädchen

Im Prozess um Entführung und sexuellen Missbrauch eines kleinen Mädchens in Potsdam hat der 58-jährige Angeklagte die Tat gestanden.

Seine Einlassung ließ er am Donnerstag im Prozess vor dem Landgericht Potsdam von seinem Anwalt verlesen. Er habe ein umfassendes Geständnis abgelegt, sagte sein Verteidiger. Bereits zum Prozessauftakt im Dezember vergangenen Jahres hatte der Mann ein Geständnis angekündigt. Während der Einlassung wurde die Öffentlichkeit zum Schutz des Mädchens von der Verhandlung ausgeschlossen. Am Nachmittag wollte das Gericht Zeugen hören, die Angaben zur Entführung machen sollten.

Angeklagtem droht Sicherungsverwahrung

Dem Mann wird schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Freiheitsberaubung und Entziehung Minderjähriger vorgeworfen. Er soll das heute siebenjährige Mädchen im Mai 2019 vor einem Potsdamer Möbelhaus entführt, mit in seine Wohnung genommen und dort sexuell missbraucht haben.

Insgesamt sind für den Prozess vorerst sieben Verhandlungstage angesetzt. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe von fünf bis 15 Jahren. Außerdem muss das Gericht über eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft entscheiden. Der Angeklagte ist laut Staatsanwaltschaft einschlägig vorbestraft und wurde in den 1980er-Jahren wegen Sexualdelikten verurteilt. Er sitzt seit Mai in Untersuchungshaft.

Mädchen konnte fliehen

Die Tat ereignete sich am 25. Mai im Potsdamer Stadtteil Drewitz. Die damals Sechsjährige hatte das dortige Möbelhaus gemeinsam mit ihrem Vater und den drei Geschwistern besucht, dann stieg sie allein in den Fahrstuhl. Der Vater gab an, seine Tochter noch gesehen zu haben, als sie unten ausstieg und zum Ausgang ging - dann verlor sich die Spur. Die Polizei hatte mit 70 Kräften, einem Hubschrauber und einer Drohne nach dem Mädchen gesucht.

Erst 22 Stunden später wurde das Mädchen weinend und verletzt auf einem Gehweg gefunden. Laut Staatsanwaltschaft soll sich das Kind allein aus der Wohnung des 58-Jährigen im Potsdamer Stadtteil Drewitz befreit haben. Dort befindet sich auch das Möbelhaus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 9.1.2020, 13 Uhr

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