Toter Radfahrer Groß-Berliner-Damm, Johannisthal, Treptow (Quelle: rbb/Morris Pudwell)
Video: rbb|24 | 19.01.2020 | Material: Morris Pudwell | Bild: rbb/Morris Pudwell

Berlin-Johannisthal - 35-jährige Radfahrerin stirbt nach Unfall mit BVG-Bus

Es ist schon die zweite Radfahrerin, die in diesem Jahr in Berlin bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt: In Johannisthal geriet am Sonntag eine Frau unter einen abbiegenden BVG-Bus. Am Montag gibt es eine Mahnwache für die 35-Jährige.

Bei einem Verkehrsunfall in Berlin-Johannisthal ist am Sonntag eine Radfahrerin ums Leben gekommen. Bei dem Opfer handelt es sich um eine 35-jährige Frau, wie die Polizei am Montag auf rbb|24-Nachfrage mitteilte.

Demnach wurde die Frau gegen 12.20 Uhr von einem BVG-Bus überrollt, der gerade vom Groß-Berliner Damm nach rechts auf die Pilotenstraße einbog. Die Radfahrerin fuhr demnach auf dem Radweg des Groß-Berliner Damms in gleicher Richtung geradeaus, Richtung Segelfliegerdamm. 

Laut der Polizei starb die Frau noch am Unfallort. Der Busfahrer sowie ein Passant erlitten einen Schock und wurden von Rettungskräften zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. 

Zweite tote Radfahrerin 2020

Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern noch an, hieß es von der Polizei am Montag weiter. Ampeln gibt es an der Kreuzung nicht. Während der Unfallaufnahme musste der Groß-Berliner Damm in Richtung Segelfliegerdamm gesperrt bleiben. Wie die Berliner Feuerwehr auf Twitter mitteilte, waren insgesamt rund 40 Einsatzkräfte vor Ort.

In Berlin war bereits am 8. Januar eine Radfahrerin bei einem Unfall mit einem Laster ums Leben gekommen. Der Lkw war nach Angaben der Polizei auf der Kottbusser Straße in Kreuzberg auf die Skalitzer Straße abgebogen. Dabei erfasste der Lkw die 68-jährige Frau. Sie starb noch am Unfallort.

Mahnwache und Tempo-30-Forderung

Der Verein "Changing Cities e.V." hat zu einer Mahnwache aufgerufen, welche am Montag um 17:30 Uhr am Unfallort in Berlin-Johannisthal stattfinden soll. Gleichzeitig forderte Sprecherin Ragnhild Sörensen im rbb, eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 in Städten einzuführen. "Das wäre ganz sicher eine wahnsinnig wichtige Maßnahme, um Unfälle zu vermeiden", so Sörensen.

Zudem will der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) Berlin ein sogenanntes Geisterrad am Unfallort aufstellen, das an die Tote erinnern soll, heißt es in einer Mitteilung.

Sendung: Abendschau, 19.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Gerd Glaudino] vom 22.01.2020 um 15:37
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70 Kommentare

  1. 70.

    Wenn ich das noch hinzufügen darf, es muss endlich Kameras geben für Busse und LKWs. Trotzdem würde ich persönlich dennoch nicht an einem vorbeifahren, weil man nie wissen kann, ob das Fahrzeug wirklich eine Kamera hat u. ob sie eventuell kaputt ist. Trotz Kameras wird es also auch in Zukunft weiterhin zu solchen Unfällen kommen, aber wenigstens in geringerer Zahl. Ich würde auch einen Fahrradführerschein begrüßen, denn eine Edukation von Fahrradfahrern wäre sehr wichtig! Ich bin selbst Radfahrer und muss sagen, dass ich über die Fahrweise von 90% der Mitfahrer geschockt bin. Fahren bei Rot, Fußgänger gefährden, rasen, nicht schauen ob Autofahrer auch wirklich reagieren. Stellen Sie sich mal in Berlin an eine Ampel. Fast kein Radfahrer hält bei Rot. Radfahrer meinen häufig, Vorrechte zu hab. Ich gehöre zu den Wenigen die versuchen beide Seiten zu verstehen. Natürlich gibt es auch Autofahrer die Radfahrer gefährden, aber ich sehe es fast immer nur umgekehrt. Dort muss etwas geschehen!

  2. 69.

    "Chris McMeDienstag, 21.01.2020 | 09:17 Uhr
    Man sollte als Radfahrer oder auch als Fußgänger immer daran denken, dass man im Ernstfall „Zweiter“ ist. Also lieber einmal mehr übervorsichtig sei und mit dem Falschverhalten der Anderen rechnen."
    Sie haben absolut recht. Ich bin noch nie rechts an einem Bus oder LKW an einer Kreuzungsstelle vorbeigefahren, auch vor 20 Jahren nicht, rein instinktiv. Mein Instinkt sagte mir, dass der mich eventuell nicht sehen kann! Und so ist es nun einmal, man kann den Radfahrer nicht sehen! Also halte ich immer an an der Kreuzung als Radfahrer, u. warte bis der Bus oder Laster vorbei ist. Ich fahre an Kreuzungen auch immer sehr langsam in den Fußgängerbereich hinein, also leicht nach rechts. Dort können einen auch normale, kleinere Autos viel besser Erkennen beim Abbiegen. Viele Radfahrer halten sich leider für unverwundbar u. verstehen nicht, dass Busse und LKWs ohne Seitenkamera im Grunde blind abbiegen müssen und dass es das Risiko nicht wert ist.

  3. 68.

    Sie haben ja nicht unrecht, GG. Es geht mir nur darum, dass unter jeder dbzgl. Meldung mehrfach geraten bzw. "analysiert" wird, dass, wenn der Radler vorsichtiger gewesen wäre, er noch hätte leben können. Und das finde ich reichlich unangebracht.

    Zitat: "Hinterher die Schuld zu klären gelingt aber nur, wenn man überlebt."

    Sie haben sich sicher nur etwas unglücklich ausgedrückt . . . aber die Schuld kann auch "geklärt werden", wenn der Radfahrer oder Fussgänger nicht überlebt - was diesem dann freilich nichts mehr "nützt".

  4. 67.

    Da stimme ich Ihnen zu.

    Im Grunde genommen hat jeder Zusammenstoß, jeder bagatellisierend so bezeichnete Unfall, gleich welche Folgen er hat, immer seine Anteile:

    1. Was immer mehr zunimmt: eine innere Getriebenheit, dass jede Sekunde und jeder Meter Fahrweg partout etwas Überflüssiges ist, was mithin abzukürzen wäre,

    2. das Bestehen auf tatsächliche oder vermeintliche Vorfahrtsrechte, obwohl die Situation ggf. auch mal etwas anderes verlangt

    3. die innere und äußere Ablenkung durch absschweifende Gedanken und Sinne,

    4. die Möglichkeit, sich schlicht und einfach zu irren, momentan nicht Herr der Lage zu sein.

    ich glaube, dass immer alles vier vorhanden ist. Bei Jedem. Nur eben zwischen 1 und 99 %.

  5. 66.

    Mit Verlaub: Das lernen Sie schon in der Fahrschule.
    Und das hat auch seine innere Logik:

    Überholt wird nur dann, wenn es sich um eine reine Autostraße oder um eine Autobahn mit Anschlussstellen handelt, wo rechts langsamer als mit der üblichen Geschwindigkeit gefahren wird und links folglich überholt wird. Bei allen anderen Straßen mit Ampeln und mit Linksabbiegemöglichkeit kommt es zu einem Verkehrsfluss, der aus sich heraus mal links, mal rechts langsamer oder schneller ist, sodass nicht nur aus einer gewollt höheren Geschwindigkeit aneinander vorbeifahren wird, sondern gleichermaßen auch infolge der momentanen Stockung.

  6. 65.

    Hinterher die Schuld zu klären gelingt aber nur, wenn man überlebt. Ergo, für andere mitdenken kann Leben retten. Und ja, wenn ich „schwächer“ (blöde Einteilung in stärker und schwächer) also ungeschützter bin, denke ich liebend gerne für andere mit. Wenn ich geradeaus radle und ein Bus ist neben mir, dann bin ich bremsbereit oder lasse vergrößere den Abstand zum Bus. Ich denke nie, der wird mich schon sehen und fahre normal weiter. Wenn ich dann noch ahne, dass der Bus abbiegen könnte, werde ich langsamer. Neben einem Bus oder auch LKW bleibe ich nicht. Den lasse ich lieber wegfahren.

  7. 64.

    Was ich nicht verstehe, ist Ihr Vorwurf an mich, Jan. Mein Beitrag bezieht sich daruf, dass unter jeder Meldung zu einem tödlich verunglückten Radfahrer mit Bus/LKW/PKW Beteiligung mehrfach der "gute Rat" erteilt wird, Radfahrer und Fussgänger sollten sich übervorsichtig aka ängstlich im Straßenverkehr bewegen und nicht auf Vorfahrt bestehen.

    Kein Radler wird auf seine Vorfahrt bestehen und sehenden Auges in den Tod fahren, er muss sich aber auch nicht jeder Kreuzung mit der Angst nähern überfahren werden zu können. Der Aufruf umsichtiger zu fahren, sollte sich an die motorisierten Verkehrsteilnehmer richten, die in den meisten Fällen die Schuld an tödlichen Unfällen tragen.

  8. 63.

    "Unabhängig davon, wie es hier war:"... Genai das ist das Dilemma. Es geben viele ihre vorgefestigte Meinung bekannt, egal, ob sie zum eigentlichen Bericht passt oder nicht. Jeder Anlass wird benutzt, um für die eigene Meinung Stimmung zu machen. Populistisch hoch drei. Ein für mich erschreckender Trend.

  9. 61.

    Unabhängig davon, wie es hier war:

    Ohne Zugeständnis der (gegenseitigen) Irrtumswahrscheinlichkeit säße ich längst nicht mehr hier, sondern wäre mindestens zweimal als Radfahrer, einmal als Fußgänger überrollt worden.

    Die Behebung von zweifellosen Versäumnissen, soweit sie bestehen, ist das eine, nach Jahrzehnten autofixierter Planung oftmals das geradezu Überfällige. Ein gegenseitiges Schauen und der Blickkontakt ist das andere. Beides lässt sich nicht aufrechnen, sondern besteht unabhängig voneinander.

  10. 60.

    Weil es auf Stadtstraßen kein Überholvorgänge gibt, kann ja allenfalls nur von einer Vorbeifahrt die Rede sein.
    Da sollte das Gebot der Rücksichtnahme gelten. Wer eine Vorbeifahrt vollzieht, obwohl ein anderer schon im Begriff des Einbiegens ist, ist zumindest mit verantwortlich. Das kann hier am Groß-Berliner-Damm gegeben sein und es war mit Sicherheit gegeben, als ein Radfahrer an der Kreuzung Königsallee / Hagenstraße in Zehlendorf einen LKW, der mitten im Rechtsabbiegevorgang war, links überholte. Dummerweise hat er übersehen, dass in einem engen Kreuzungsbereich wie diesen ein LKW noch links ausscheren muss, um rechts abzubiegen.

    Die Aktion der Geisterräder ist sinnvoll, um auf die Gefahren hinzuweisen. Und das ist zu kurz gegriffen, wenn damit ein pauschaler Schuldvorwurf an den anderen ergeht, somit die Verantwortung des zu Tode Gekommenen geleugnet wird. Mit dieser Pauschalität wäre niemanden gedient. Ich hoffe, der ADFC weiß dies zu differenzieren.

  11. 59.

    Der abbiege Assistent ist an der Kreuzung Witzlos .Da er beim einbiegen schon aus ist.
    die Radfahrer sind für den Busfahrer nicht zusehen, und nur weil die Schule eine Haltestelle
    haben muss.

  12. 58.

    Sie haben nichts verstanden. Aus dem Grab heraus kann niemand mehr seine Rechte auf Vorfahrt etc, geltend machen. Wenn der Unfall endlich mal aufgeklärt ist, können wir gerne zu diesem weiter reden. Aber diese Spekulationen sind einfach sinnlos,

  13. 56.

    Oh, oh... man kann nur hoffen dass sie nur in Parks o.ä. fahren. Natürlich biegt kaum einer bei 30 km/h ab. Aber bei 30 km/h fahren alle entspannter, so dass sich die Aufmerksamkeit erhöht oder besser, die Nachlässigkeit und Überforderung durch Stress nachlässt.

    Mich machen hier auch einige Kommentare fassungslos. Mit der Einstellung wären hier einige den Führerschein auf Lebenszeit los.

    Ich weiß ja nicht auf was sich ihre "Radfahrerpraxis" bezieht, es hört sich aber eher so an dass sie ein Verkehrshindernis darstellen wenn sie ihr Rad 2 x im Jahr bewegen. Wenn es nämlich so wäre wie sie beschreiben dann müßte es ja jeden Tag Hunderte von Unfällen unter Radfahrern geben. Dem ist aber nicht so.

  14. 55.

    So manche Kommentare machen mich hier etwas fassungslos. Ihr Kommentar geht deutlich am Thema vorbei und zeugt leider davon, dass Sie scheinbar nicht viel vom Straßenverkehr verstehen.

    Der Unfall war tragisch, wie auch immer er geschehen ist und wer was falsch gemacht hat oder wer etwas übersehen hat. Man kann nur hoffen, dass im Nachhinein geklärt werden kann wie es wirklich dazu kommen konnte. Ich bemitleide zutiefst die Verstorbene nebst ihren Angehörigen und natürlich den Busfahrer und den Passanten. Das zu erleben ist sicher nicht leicht.

    Aber Tempo 30 hätte das MITNICHTEN verhindert. Niemand biegt mit über 30 km/h rechts ab. Daher ist ihr Kommentar reinste Polemik!

    Leider muss ich auch aus meiner Radfahrerpraxis sagen, dass mehr Radfahrer bedeuten, dass das Klima auf den Radwegen noch verschärft wird, denn auch Radfahrer nutzen mehr Platz gerne um untereinander zu zeigen wer der Stärkere ist.

  15. 54.

    Ihr sicherlich gut gemeinter Rat, befürwortet quasi das Recht des Srärkeren. Es kann doch nicht zum Standard werden, dass sich Fussgänger und Radfahrer mit Angst im Straßenverkehr bewegen müssen.

  16. 52.

    Man sollte als Radfahrer oder auch als Fußgänger immer daran denken, dass man im Ernstfall „Zweiter“ ist. Also lieber einmal mehr übervorsichtig sei und mit dem Falschverhalten der Anderen rechnen.

  17. 51.

    Zuerst möchte ich den Hinterbliebenen der getöteten mein Beileid aussprechen.

    Ich bin sowohl Rad - als auch Busfaher.
    Kann ich als Radfahrer den Busfahrer über seinen rechten Aussenspiegel nicht in seine Augen sehen, weiß ich, daß er mich auch nicht sieht.
    Umgekehrt ist es ähnlich. Natürlich haben wir einen toten Winkel. Natürlich gibt es bei den neueren Bussen Monitore und Kameras, die beim betätigen des rechten Blinkers aktiviert werden, um den toten Winkel zu minimieren oder gänzlich zu beseitigen.
    Bei einen Bus, der rechts abbiegen will, bestehe ich als Radfahrer niemals auf meinen Vorrang, niemals, sondern ich rechne gerade als Radfahrer auch damit, daß der Bus - oder Lkw Fahrer mich diesmal nicht gesehen haben könnte.
    Andernfalls sind wir als Busfahrer dazu angehalten, gilt generell für Fahrzeuge über 3,5 t zGG, nur noch mit Schrittgeschwindigkeit recht abzubiegen.

    Sehen und gesehen werden sind 2 ganz wichtige Punkte, die solche Unfälle verhindern können.




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