Neue S-Bahnlinie für Europacity - S21 in Berlin geht erst nächstes Jahr in Betrieb

Do 30.01.20 | 13:25 Uhr
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Die zukünftige Interimshaltestelle der S21 am Berliner Hauptbahnhof (Archiv)
Bild: dpa/Bernd Settnik

S-Bahn-Kunden im Norden Berlins müssen noch länger auf eine Direktverbindung zum Hauptbahnhof warten. Die neue S21 vom nördlichen S-Bahn-Ring zu dem Verkehrsknoten wird erst im Sommer 2021 in Betrieb gehen, teilte die S-Bahn am Donnerstag mit.

Zuletzt war der Start für Ende 2020 vorgesehen. An der vier Kilometer langen Strecke soll es einen weiteren Bahnhof geben, die Station Perleberger Brücke am Neubaugebiet Europacity, teilte die Bahn außerdem mit.

Die S21 soll eines Tages durch den Hauptbahnhof über den Postdamer Platz bis zur Yorckstraße in Kreuzberg verlängert werden. Am Mittwochabend hatten sich die Bahn und der Bundestag über den genauen Verlauf der Tunnel am Reichtagsgebäude verständigt.

Zum Hauptbahnhof aus allen Himmelsrichtungen

Vereinbart wurde, beiderseits des Parlamentsgebäudes je eine Tunnelröhre entlang zu führen - jedoch mit größerem Abstand zu dem Bauwerk als bislang geplant. "Die Bedenken des Bundestages hinsichtlich der Statik des Reichstagsgebäudes konnten endlich ausgeräumt werden", sagte der Vorsitzende der Bau- und Raumkommission des Ältestenrates des Deutschen Bundestages, Wolfgang Kubicki (FDP), am Mittwochabend nach einer Sitzung des Gremiums. "Der Weg für die Fortsetzung der S 21 ist damit frei."

Der Bundestag erwarte nun auch die Zustimmung der Deutschen Bahn zum Bau des geplanten Besucherinformationszentrums, betonte der Vizepräsident des Parlaments. Zwischen dem Zentrum und dem Reichstagsgebäude ist ein Fußgängertunnel vorgesehen.

Die seit langem geplante Linie 21 soll eine neue Nord-Süd-Achse für die S-Bahn werden, die in bis zu 20 Metern Tiefe unter dem Parlaments- und Regierungsviertel hindurchgeht und über den Hauptbahnhof führt. Dieser wird dann aus allen vier Himmelsrichtungen mit der S-Bahn erreichbar sein - bisher gibt es nur eine Ost-West-Anbindung.

Geplanter Verlauf der neuen S-Bahn Strecke S21 (Quelle: Deutsche Bahn / Senatsverwaltung für Verkehr)
Bild: Deutsche Bahn / Senatsverwaltung für Verkehr

Sendung: Fritz, 30.01.2020, 06:00 Uhr  

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ja das macht mir auch Sorgen... Nur wenn die Planungsverfahren beschleunigt werden kann man diese Ziele von Frau Günther erreichen, aber wenigstens gibt es eine Einigung im Parlament was das angeht.

  2. 6.

    Ich verstehe das Problem nicht. Die bisherigen Linien fahren weiter wie bisher über Friedrichstraße und zusätzlich fahren neue Linien, die die 3 Nordstrecken über den Hbf mit den 3 Südstrecken verbinden und außerdem eine Linie über den Hbf nach Schöneweide und zur Siemensbahn. Wir wollen zusätzliche Fahrgäste auf die Schienen holen und Überfüllungen vermeiden. Das geht nur mit zusätzlichen Linien und Zügen.

  3. 5.

    Ich habe mich da offensichtlich etwas zu zugespitzt ausgedrückt. Mir ging es keineswegs darum, die Strecke infragezustellen, sondern schon einmal die Herausforderungen auf dem "Schirm" zu haben. Die Auftrennung zwischen S 1 und S 2 ist für mich allerdings nachvollziehbar. Dann würde die S 25 von Yorckstraße (S 2- Bhf.) per Verbindungsgleis auch über Gleisdreieck fahren, die S 2 über Anhalter Bahnhof?

    Der Hinweis auf die 1930er Jahre, den Sie einbrachten und auf den ich antwortete, sollte von meiner Seite dazu dienen, sich die veränderten Umstände klarzumachen, zwischen der seinerzeitigen Planung und den Grundlagen der heutigen Planung, die sich glücklicherweise ja davon unterscheiden. Ich glaube, vielen ist das einfach nicht bewusst.

  4. 4.

    Man braucht aber auch kein Prophet sein um in Zukunft bei vielen Menschen Erleichterung in den Gesichtern zu sehen wenn diese die Möglichkeit haben selber zu entscheiden ob sie die S 2 wie bisher über Friedrichstraße nutzen oder die S 1 über HBF weil das eigentliche Ziel sowieso der HBF war und es somit bequemer ist diesen direkt zu erreichen . Und da spielt in diesem Fall auch keine Rolle das es ein Teil der ursprüngliche Planungen schon während der NS Zeit gegeben hat . Und wer wie bisher zum Potsdamer Platz muss braucht sich auch keine Gedanken machen da der auch in Zukunft von allen Nord - Süd S Bahn Linien angefahren wird .

  5. 3.

    Ein Mensch muss kein Prophet sein, um die heraufziehenden Konflikte zu sehen, die entstehen werden bei den Nutzern der S 1 von Frohnau / Oranienburg, der S 2 von Pankow / Bernau, der S 25 von Henningsdorf aus, ob es weiterhin über Friedrichstraße oder aber über Hauptbahnhof gehen soll.

    Zweifellos ist die Strecke über den heutigen Hauptbahnhof schon in den 1930ern geplant worden, etwas modifiziert und über den so bezeichneten Nordbahnhof mit seinen 100 Gleisen. Zur NS-Zeit. Da gab es auch noch die Planung, östlich der Bahnhöfe Potsdamer Platz und Anhalter Bahnhof die S-Bahn unterhalb der Kochstraße und Oranienstraße bis zum Görlitzer Bahnhof zu führen und weiter nach Oberschönweide ...

  6. 2.

    Ursprünglich sollte der Berliner HBF ja mit der neuen S 21 schon 2017 erreicht werden und jetzt ist es 2021 vorausgesetzt es kommt nicht noch etwas dazwischen . Immerhin ist man jetzt doch endlich zu Erkenntnis gekommen das ein S Bahnhof Perleberger Brücke doch ganz nützlich sein könnte . Richtig Sinnvoll wird diese S Bahn Linie aber erst sein wenn dann endlich , irgendwann auch die Verbindung zum Potsdamer Platz steht so wie es ja schon in den 1930siger Jahren vorgesehen war . Wenn mann dann noch überlegt das laut RRG im Koalitionsvertrag festgelegt wurde die 4 recht überschaubaren Straßenbahn / Tram Strecken Mahlsdorf , Ostkreuz , Turmstraße und Adlershof / Wista II bis spätestens Ende 2021 zu eröffnen und bis heute noch nicht einmal ein Baustart für einer dieser Strecken feststeht kann man sich nur wundern was hier in Berlin alles als Verkehrswende verkauft werden soll !!

  7. 1.

    2030 - Innerhalb des Ringes keine Verbrenner mehr
    2035 - In ganz Berlin keine Verbrenner mehr
    Ich hoffe, dass bis März Frau Günther mehr als nur einen neuen Dienstwagen aus den Hut zaubert, um ihr Ziel zu verwirklichen. Dazu muss der beschleunigte Ausbau des ÖPNV auch gegen den Willen der "Experten" geschehen, die nur mit Straßenbahnen aufgewachsen sind. Aber auch hier klingt der Zeitplan wenig ambitioniert wie überhaupt die gesamte Verkehrspolitik des Landes. Parus entschied sich 2013 zum Ausbau der Metro und begann 2015 mit den Bauarbeiten. Hier schafft man es seit der Zeit nichtmals, eine Straßenbahn an das Ostkreuz zu verlegen.

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