Gemeine Hasel (Corylus avellana), auch Haselstrauch oder Haselnussstrauch. (Quelle: imago-images/Arnulf Hettrich)
Bild: imago-images/Arnulf Hettrich

Haselnussblüte markiert Vorfrühling - Kürzester Winter in Brandenburg seit Beginn der Aufzeichnungen

So richtig kalt war der Winter in Berlin und Brandenburg bisher nicht - und nun ist er offenbar schon ganz vorbei. In Brandenburg blüht bereits die Haselnuss, ein Hinweis auf den Anfang des Vorfrühlings.

Geht es nach der Haselnuss, hat der Frühling in Brandenburg bereits begonnen: Bereits am 25. Januar blühte der Strauch, wie das Umweltministerium am Montag mitteilte. Die Haselnuss ist den Angaben nach die Referenzpflanze für den Vorfrühling. Damit endete der Winter 2019/2020 bereits im Januar - und war damit der kürzeste Winter seit Beginn der Aufzeichnungen.

An einzelnen Standorten in Brandenburg seien Haselblüten sogar schon zwischen dem 15. und 17. Januar vermerkt worden, hieß es. Der Pollenflug der Hasel sei auch schon auf "geringem bis mittlerem" Maß.

Nach Angaben des Umweltministeriums blühten Haselnusssträucher und Schneeglöckchen in den überdurchschnittlich warmen Jahren 2018 und 2019 schon zum Ende der ersten Februarwoche. Der Winter war dadurch mehr als 20 Tage kürzer als noch in den Jahren 1951 bis 1980. In diesem Zeitraum begann der Vorfrühling erst Ende Februar, Anfang März. Im Referenzzeitraum 1990 bis 2019 rückte der Beginn dann schon auf Mitte Februar vor.

Winter verkürzt sich in Klimaszenarien

Nach Angaben des Umweltministeriums lässt sich an der Auswertung der Daten das Ausmaß des Klimawandels in der Region ablesen.

Eine zunehmende Erderwärmung ändert nach bisherigen Beobachtungen auch die Vegetationszeit, also die Zeit des Pflanzenwachstums. Wie eine Datenanalyse des rbb vom April 2019 zeigt, lag diese Periode im Zeitraum 1971 bis 2000 durchschnittlich zwischen 18. März bis 1. November. Bei einer zunehmenden Erwärmung durch einen Treibhausgasausstoß wie bisher könnte sich die Vegetationszeit laut Klimaszenarien gegen Ende des Jahrhunderts vom 4. Februar bis 23. November erstrecken. Das wäre ein Unterschied von neun Wochen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 28.01.2020, 12:00 Uhr

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14 Kommentare

  1. 13.

    Ich brauche den Winter nicht, ist mir zu kalt und wegen der Heizkosten zu teuer. Hoffentlich bleibt das so.

  2. 11.

    Aufgrund der Erderwärmung versiegt der Golfstrom. Dadurch wird es kälter in Europa. Oder nicht? Worum sorgt
    ihr euch also? Da seht ihr es. “For life is quite absurd And death’s the final word You must always face the curtain with a bow. Forget about your sin – give the audience a grin Enjoy it – it is your last chance anyhow.”

  3. 10.

    Zu keinem Zeitpunkt sagten mehr wissenschaftliche Arbeiten eine Abkühlung als eine Erwärmung voraus. Siehe diese Arbeit zu dem Thema:

    https://journals.ametsoc.org/doi/10.1175/2008BAMS2370.1

  4. 9.

    Sie besitzen ein Archiv aller Medien und wissenschaftlicher Berichte aus den Jahren 1951 - 1980, um eine solche Aussage treffen zu können? Niemals.

    Es gibt in Deutschland zwei Arten von Winter, haben wir vorwiegend Ostwind, sind die Winter deutlich zu kalt. Das kam in den letzten Jahrzehnten wesentlich seltener vor als die Winter mit Westwindlagen. Da hat sich etwas verschoben. Die Winter sind also immer entweder zu kalt (bei Ostwind) oder zu warm (bei Westwind). Einen Winter, wo jede Woche Durchschnittswerte vorkommen, gibt es nicht.

  5. 8.

    Kürzester Winter? Wann solln der gewesen sein? Ach ja, ich glaube an einem Donnerstag.

  6. 7.

    Gemach, gemach! Abgerechnet wird zum Schluss. Schön, dass die Tage wieder länger werden. Freuen wir uns gemeinsam mit der Natur über den langersehnten Niederschlag. Und was die Kälte betrifft: Anfang März 2018 war ich gemeinsam mit meiner Familie im zugefrorenen Spreewald schlittschuhlaufen...mitten in der "Klimakatastrophe".

  7. 6.

    „ Der Winter war dadurch mehr als 20 Tage kürzer als noch in den Jahren 1951 bis 1980“

    In dieser Zeit sagten Forscher eine Eiszeit voraus. Sämtliche Medien dieser Zeit berichteten und gingen mi dieser Vorhersage mit.

  8. 5.

    Nun mal abwarten, dass kann noch kommen Januar ist ja gerade vorbei .

  9. 4.

    Ich bin mir sicher, im Februar bzw. Anfang März kommt nochmal ein Kälteeinbruch. War in den vergangenen Jahren auch so

  10. 3.

    Das find ich gut. Fast gar kein Streusalz in der Umwelt, weniger Glatteisunfälle, weniger Verletzte, weniger Tote.

  11. 2.

    Vor gut einer Woche habe ich in Berliner Vorgärten blühende stockrosen, ringelblumen und forsythien gesehen. Die Natur spielt völlig verrückt

  12. 1.

    Ganz schön spät. Bei uns hat Ende Oktober der Apfelbaum noch mal geblüht.
    Frohes Frühlingserwachen.

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