Ein Fahrradfahrer fährt über den Radweg am Potsdamer Platz in Berlin (Quelle: dpa/Skolimowska).
Audio: Inforadio | 05.02.2020 | O-Ton Nikolas Linck, ADFC | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Trotz Mobilitätsgesetz - ADFC kritisiert schlechte Rad-Infrastruktur in Berlin

Die Rad-Infrastruktur Berlins hat sich aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) kaum verbessert. ADFC-Sprecher Nikolas Linck sagte am Mittwoch im rbb, eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Mobilitätsgesetzes passiere "eindeutig zu wenig". Zwar laufe es "punktuell in einigen Bezirken richtig gut", etwa in Neukölln, Kreuzberg und Mitte. In den anderen Bezirken sei dagegen die dringend gebrauchte Verkehrswende noch nicht angekommen.

Sicherheit als oberstes Gebot

In diesem Jahr seien bereits vier Radfahrer im Berliner Straßenverkehr getötet worden, sagte Linck im Inforadio-Interview. Drei von ihnen wurden von Rechtsabbiegern überfahren. Besonders tragisch sei, dass sich der vorerst letzte Unfall an einer Kreuzung ereignet habe, an der bereits zwei Unfälle mit genau dem gleichen Hergang passiert seien.

"Der ADFC hat dort Alarm geschlagen und die Verkehrslenkung dringend gebeten, die Ampelschaltung zu ändern." Passiert sei nichts. Oberstes Gebot der Verkehrsplanung müsse die Sicherheit der Menschen sein und nicht, möglichst viele Autos möglichst schnell durch die Stadt zu kriegen.

Lincks Fazit fällt vernichtend aus: "Der Senat hängt extrem hinterher bei gewissen Planungsgrundlagen." Da gehe es auch darum, wie die Fahrradwege verlaufen sollen. An vielen Stellen passiere nichts. Außerdem fehle bei vielen Bezirksämtern der Wille, etwas zu tun. "Da ist ganz häufig noch die autogerechte Politik von vorgestern angesagt", so Linck.

Sendung: Inforadio, 05.02.2020, 9:25 Uhr

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14 Kommentare

  1. 14.

    Das ist ein haltlose Behauptung, die ließe sich durch Zählung nicht nachweisen. Und Kinder dürfen weiterhin auf Fußwegen fahren. Ich frage mich schon länger, sollen solche Behauptungen schlechte Stimmung schüren? Welchen Sinn haben sie, was tragen sie dazu bei, dass das Leben für alle besser wird? Gut angelegte Fuß- und Radwege, verbunden mit durchdachter Verkehrsführung führen in anderen europäischen Ländern zu besseren Ergebnissen. Und es ist auch die Einstellung "immer drauf auf die Anderen" "ich bin zwar nicht im Recht, aber schneller" die Unfälle fördert.

  2. 13.

    Och wenn man sich die Verkehrskontrollen ansieht, die die Polizei regelmäßig durchführen, sind die Autofahrer die größeren Regelbrecher und mit den Autoposern sogar kriminell. Darauf hingegen scheinen Sie wohl stolz zu sein, da Sie hier ihre Meinung komplett unreflektiert zum Besten geben.

  3. 11.

    Fahrräder dürfen zwar in Bahnen mitgenommen werden, aber auch dort fängt das Dilemma schon an. Morgens im Berufsverkehr sollte es grundsätzlich verboten werden, genauso wie Nachmittags. Die Züge sind übervoll. Drei Tropfen vom Himmel und schon wollen alle noch mit dem Rad in die Bahn. Das geht gar nicht. Schade das die Sperrzeiten abgeschafft wurden.

  4. 10.

    Sie sind wieder einmal ein schönes Beispiel dafür, einfach alle Radfahrer auf einen Haufen zu schmeißen. Es sind nicht Die Radfahrer, sondern einige Radfahrer, die sich bescheuert verhalten. Ich sage auch nicht, Die Autofahrer oder Die Fußgänger verhalten sich nicht STVO konform, bloß weil ich immer wieder welche sehe, die sich nicht an die Regeln halten.
    Deppen gibt es unter Auto-, Radfahrer und Fußgänger.
    Ich werde als Fußgänger viel öfter von Autofahrern gefährdet als von Radfahrern, was auch viel gefährlicher ist.

    Als Info. Fahrräder dürfen in Bahnen mitgenommen werden.

  5. 9.

    Der ADFC sollte endlich Die Fahrradfahrer/innen anhalten sich an die STVO zu halten.
    Die ständigen Vergehen der Radfahrer nehmen überhandt.
    Fahrräder sind Fahrzeuge und deshalb ist deren Benutzung nur auf der Strasse oder auf Radwegen zulässig. Ferner gehören Fahrräder und auch Roller nicht in den Personennahverkehr, der Name sagt es schon die Beförderung ist für Personen vorgesehen!

  6. 8.

    @pet....genauso ist es. Beispiel: vor ca.einem Jahr wurde in der Danziger Straße, zwischen landsberger Allee und Greifswalder Straße ein sehr breiter Fahrradweg gebaut......schauen Sie mal,wo viele der Radler fahren.
    Wir nannten das früher " Perlen vor die Säue werfen "

  7. 7.

    Eigentlich ist es doch egal, ob und wo für Radfahrer neue Verkehrswege angelegt werden. Es ist und bleibt rausgeschmissenes Geld. Die werden von denen doch sowieso nicht genutzt. Auf Fußwegen bei Rot über die Kreuzung ist doch viel entspannter. Wer das nicht sieht ist einseitig blind.

  8. 6.

    Nur eins von vielen alltäglichen Ärgernissen - viele der benutzungspflichtigen Radwege verdienen den Namen nicht und sind allenfalls Rüttelstrecken. Von sicherer Verkehrsführung, Falschparkern usw. will ich gar nicht erst anfangen.

  9. 5.

    Es sollte m. E. überall da, wo ein innnerstädtischer Schienenverkehr existiert und der Radverkehr augebaut werden soll, das Verhältnis zueinander geklärt werden.

    Das Rad ist hervorragend geeignet für Streuströme. Dazu ist es ein individualverkehrsmittel, in der Stadt zehnmal sinnvoller als das Auto. Zum massenhaften Aufsuchen eines konzentrierten Ziels oder dicht nebeneinanderliegender Ziele ist es nur sehr bedingt geeignet. Das können Straßenbahnen und ergänzend in Millionenstädten U- und S-Bahnen, zehnmal sinnvoller. Diese Differenzierung geht nach meiner Beobachtung oft genug unter.

    Geeignet ist das Rad mithin vor allem für Querverbindungen und zur Binnenerschließung innerhalb der Stadtteile, nicht aber, um parallel zur U-, S- und Tram zu fahren. Nur in kleineren Städten sieht das anders aus.

  10. 3.

    "Wir brauchen zuerst einen starken Ausbau des Öpnv, mit Verlässlichkeit und schnellen Verbindungen, dann ist auch mehr Platz für unsere Radler."

    Natürlich muss der ÖPNV ausgebaut werden. Aber selbst wenn da gar nichts geschehen würde, müsste und könnte Platz für Radler (und Fußgänger) geschaffen werden. Schluss mit den Ausreden!

  11. 2.

    Wir brauchen zuerst einen starken Ausbau des Öpnv, mit Verlässlichkeit und schnellen Verbindungen, dann ist auch mehr Platz für unsere Radler.

  12. 1.

    An die vierzig Jahre autoorientierte, ja autogerechte Planung - gleich, ob Ost oder West - braucht einen langen Atem. Mit der schnellen Anlage von Radverkehrsanlagen ist es oftmals nicht getan, gibt es doch immer einen "Nachhang" aufgrund der jz. lang eingeschliffenen Verhaltensweise. Nennen wir es Irrtumsmöglichkeit, nennen wir es Behäbigkeit, Knorrigkeit, in einigen Fällen auch Arroganz. Ich denke, eine sinnvolle Planung muss genau dies berücksichtigen.

    Irrtumsmöglichkeiten beiderseits, die zu tragischen Zusammenstößen führen, können nie ausgeschlossen werden. Der Behäbigkeit, Knorrigkeit und vor allem der Arroganz, dass Vorfahrt entlang der PS-Stärke geregelt wäre, gilt es, zuleibe zu rücken. Das macht´s angesichts 30 - 40 Jahren faktisch praktizierten Faustrechts nicht unbedingt unkompliziert.

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