Kind wehrt sich mit ausgestreckten Armen. Quelle: www.imago-images.de
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"Projekt Maramures" in Rumänien - 14 Verdächtige wegen Misshandlung Jugendlicher angeklagt

Wegen der mutmaßlichen Misshandlung deutscher Jugendlicher in einem Sozialprojekt in Rumänien ist Anklage gegen 14 Verdächtige erhoben worden. Im Zentrum des Falls stehen der 61-jährige deutsche Projektleiter und seine deutsche Ehefrau, wie die rumänische Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die Angeklagten sollen deutsche Jugendliche im Rahmen des staatlich finanzierten "Projekts Maramures" "wie Sklaven" behandelt haben. Nach Angaben des Bildungsministeriums in Potsdam waren unter den Jugendlichen vier aus Brandenburg, der Träger der Maßnahme betreibt ein Büro in Potsdam.

Den Angeklagten wird Menschenhandel, Freiheitsberaubung, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Neben dem deutschen Ehepaar sind auch Betreuer des Projekts, ein örtlicher Behördenmitarbeiter und Anwohner, die die Kinder mutmaßlich für sich arbeiten ließen, angeklagt.

Arbeiten bis zur Erschöpfung

Zwischen 2014 und 2019 sollen sie Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren auf einem abgelegenen Bauernhof im Norden Rumäniens "schwer misshandelt" haben, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Jugendlichen waren laut Staatsanwaltschaft in das Programm aufgenommen worden, weil sie Verhaltensstörungen aufwiesen und aus "Problemfamilien" stammten.

In der Einrichtung in Rumänien erhielten sie jedoch keine Hilfe, sondern waren "harten und brutalen, sogenannten Erziehungsmethoden ausgesetzt", teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Sie wurden unter Bedingungen festgehalten, die Sklaverei gleichkommen." Zudem seien sie ausgebeutet und dazu gezwungen worden, "über ihre physische Kraft hinaus bis zur Erschöpfung zu arbeiten". Auch mit Nahrungsentzug seien sie bestraft worden.

137.000 Euro Bargeld beschlagnahmt

Die Ermittlungen waren im vergangenen August aufgenommen worden. Zum Zeitpunkt der Durchsuchungen befanden sich laut dem rumänischen Jugendamt 20 Kinder und Jugendliche in der Einrichtung. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts in Berlin sagte damals, der Bundesregierung seien in den vergangenen 20 Jahren keine Probleme mit dem "Projekt Maramures" bekannt geworden.

Die vom deutschen Staat für das Projekt gezahlten Gelder wurden laut Staatsanwaltschaft "hauptsächlich für andere Zwecke" als die angedachten verwendet. Bei Durchsuchungen im vergangenen Sommer beschlagnahmten Ermittler in der Wohnung des Projektleiters 137.000 Euro, deren Herkunft er nicht erklären konnte. Weitere knapp 9.000 Euro wurden im Haus eines rumänischen Mitarbeiters gefunden.

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