Eine Frau steigt in einen autonom fahrenden BVG-Kleinbus in Alt-Tegel ein. (Quelle: dpa/Ulrich Baumgarten)
Bild: dpa/Ulrich Baumgarten

Test in Berlin wird ausgeweitet - Ab Sommer rollen drei selbstfahrende Busse durch Tegel

Eigentlich war ja Mitte Januar Schluss mit dem kleinen BVG-Bus, der ganz selbständig Fahrgäste zum Tegeler See beförderte. Jetzt aber verkündete die Senatsverwaltung, dass der Testbetrieb ab Sommer weitergeht - sogar länger und mit mehr Fahrzeugen.

Der Testbetrieb mit autonom fahrenden Kleinbussen in Berlin-Tegel wird im kommenden Sommer fortgesetzt – und ausgeweitet: Insgesamt sollen dann drei selbstfahrende Busse auf mehreren Routen in Alt-Tegel unterwegs sein, teilte die Senatsverwaltung für Verkehr und Umwelt am Dienstag mit. Das Projekt soll 18 Monate laufen, heißt es weiter.

Zuvor hatte ein Elektro-Kleinbus den U-Bahnhof Alt-Tegel und die Greenwichpromenade am Tegeler See mit einem Rundkurs, der sogenannten See-Meile, verbunden. Die fünfmonatige Testphase war Mitte Januar vorzeitig beendet worden - zur Begründung hieß es, dass sich der Einbau eines Platzes für Rollstuhlfahrer nicht zeitnah umsetzen ließ. Nach BVG-Angaben hatten rund 16.000 Fahrgäste das kostenlose Angebot genutzt.

Künftige Strecken noch unbekannt

Mit den neuen Bussen soll die Routenführung anspruchsvoller werden, so die Verkehrsverwaltung. Die Höchstgeschwindigkeit der für sechs Fahrgäste ausgelegten Busse werde demnach von 12 auf 18 km/h erhöht und die Betriebszeiten verlängert. Die kleine Flotte wird, wie schon der Bus des Pilotprojekts, von der BVG betrieben. Mit an Bord sein werden auch wieder Begleiter der BVG. Auch das neue Angebot soll wieder kostenlos für die Fahrgäste sein. Wann genau der Testbetrieb startet und wie die künftigen Strecken verlaufen, teilte die Senatsverwaltung nicht mit. 

"Die Bürgerinnen und Bürgern erhalten die Gelegenheit, innovative Technologien im Alltag zu nutzen und sich so ihre eigene Meinung zu bilden", wird Umweltsenatorin Regine Günther in einer Mitteilung zitiert.

Das Forschungsprojekt "Shuttles & Co" der Senatswirtschaftsverwaltung, unter anderem in Zusammenarbeit mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), wird vom Bundesverkehrsministerium in den Jahren 2020 und 2021 mit 9,8 Millionen Euro gefördert. Das Land Berlin hat eigenen Angaben zufolge den Fahrzeughersteller mit rund 200.000 Euro gefördert. Erprobt werden soll eine "neue Fahrzeuggeneration", hieß es. Die BVG hofft, mit automatisierten Angeboten zukünftig weitere Alternativen zum Privatauto bieten zu können.

Sendung: Abendschau, 18.02.2020, 19:30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Auch wenn sich mein erster Kommentar recht positiv in der Sache angehört hat, so stehe ich autonomen Fahrzeugen doch zumindest nicht ganz unkritisch gegenüber. Und dies ist der einzige Aspekt wo ich zumindest denke, dass auch mit Rollstuhlfahren getestet werden muss. Zumindest wenn diese Fahrzeige später zur Verfügung stehen. Gegen einen Einsatz vorher habe ich nichts. Aber grundsätzlich sollte man bei autonomen Fahrzeugen nie zu kritisch sein. Die Strecke könnte auch ein menschlicher Fahrer absolvieren und dieser ist im Zweifel vorzuziehen. Denn zu glauben dass eine Maschine hier im Gegensatz zu einem Menschen nie Fehler machen wird, ist gelinde gesagt naiv. Daher muss ein solcher Einsatz immer gut überlegt sein. Weiterhin sind es auch ethische Aspekte im Berufsleben etc., die es hier zu überdenken gilt. Eine interessante Spielerei, aber wie bei jeder Digitalisierung nicht ohne Gefahren (für den Kunden und die Arbeitswelt/Arbeitnehmer).

  2. 2.

    Autonome Fahrzeuge sind die einzige Chance für eine vernünftige Verkehrswende, bitte nicht ewig testen sondern schneller in den wirkbetrieb!

  3. 1.

    Nicht das ich persönlich das Angebot schon genutzt hätte. Aber man muss sich schon fragen, in welcher Zeit man lebt. Wo soll das Thema Inklusion noch hinführen? Da gibt es ein zusätzliches Angebot und weil es nicht möglich ist zügig einen Platz für Rollstühle einzubauen, darf nun auch der Rest der Bevölkerung dieses Fahrangebot nicht mehr nutzen. Ich sage nur "Inklusion in seiner perversten Form". Nieman darf benachteiligt werden. Und da wo es nunmal halt vorerst nicht anders geht, wird das Angebot halt abgeschafft. Wie absurd. Was hat der Rollstuhlfahrer davon, wenn nun nicht mehr nur er, sondern auch alle anderen damit nicht mehr fahren dürfen, weil es wegen dieser Problematik das gesamte Angebot nicht mehr gibt?!?

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