Ballett-Tänzerinnen trainieren in einem Übungsraum. Quelle: www.imago-images.de
Audio: Inforadio | 17.02.2020 | Torsten Mandalka | Bild: www.imago-images.de

rbb exklusiv - Schulleitung der Ballettschule Berlin vorübergehend freigestellt

Nach schweren Vorwürfen aus der Schülerschaft zieht Bildungssenatorin Sandra Scheeres bei der Staatlichen Ballettschule Berlin Konsequenzen: Die Schulleitung wird nach rbb-Informationen vorläufig freigestellt. Von Torsten Mandalka und Tina Friedrich

Der Schulleiter der Staatlichen Ballettschule Berlin Prof. Ralf Stabel und der Leiter des Landesjugendballetts Prof. Gregor Seyffert sind nach Informationen von rbb24-Recherche vorübergehend vom Dienst freigestellt. Das bestätigte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers auf Anfrage.

Nach Informationen der Redaktion rbb24-Recherche reagierte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) mit diesem Schritt auf Forderungen von Bildungspolitikern der eigenen rot-rot-grünen Koalition. Einzelne Bildungspolitiker der Fraktionen hatten kein Vertrauen mehr, dass Stabel und Seyffert zur Aufklärung von Missständen an der Ballettschule beitragen könnten.

Der rbb hatte Mitte Januar über Vorwürfe aus der Schülerschaft und eines Großteils der Mitarbeiter berichtet, nach denen es zu gravierenden Kindeswohlverletzungen an der Schule gekommen sein soll. Dabei geht es um Überlastung und Erschöpfungszustände von Schülerinnen, daraus resultierenden Verletzungen und Erkrankungen, um sexualisierte Sprache, Beleidigungen, Mobbing und so genanntes Body-Shaming, das in mehreren Fällen zu Essstörungen geführt haben soll. Auch war von einer "Kultur der Angst" die Rede, für die die Schulleitung Verantwortung tragen soll. Als die Vorwürfe öffentlich wurden, hatte die Senatsverwaltung eine Untersuchungs-Kommission berufen.

Bis die Kommission Ergebnisse vorlegt, soll die stellvertretende Schulleiterin Antje Seike die Aufgaben von Ralf Stabel übernehmen.

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Beitrag von Torsten Mandalka und Tina Friedrich

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7 Kommentare

  1. 7.

    Warum werden die mutmaßlichen Täter Stabel und Seyffert nicht angezeigt? Dann können staatsanwaltliche Ermittlungen die Sache aufklären und vor Gericht bringen oder die Ermittlungen einstellen.

  2. 6.

    Herr Sven Goldmann,ich kenne Dietmar Seyffert von meiner Staatsopernzeit her und kann mich an keinen unbarmherzigen Ergeiz erinnern.Ich weiss nicht,an welcher Institution Sie dies erlebt haben und woher Sie dies wissen.Ich kann mich nur an wunderbare Choreographien und eine tolle Zusammenarbeit erinnern!Diese ganzen Diskussionen sind mir langsam etwas suspekt......

  3. 5.

    Die stellvertrende Schulleiterin hat nun die Leitung der Schule übernommen. Ob sie mehr als die bisherige Leitung bereit ist, den Vorwürfen nachzugehen, ist unklar.

    Eine Zeitung berichtet, dass es noch immer keine konkreten Vorwürfe an die Schule gibt - das kann ich widerlegen. Und diese betreffen nicht die Auftrittszeiten.

  4. 4.

    Ja. Danke auch an die Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern, die sich hier stark für die Kinderrechte einsetzen. An vielen Orten wird deutlich, dass es offenbar NOTWENDIG ist die UN-Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen. Der Wandel zum Wohl der Kinder (und unser aller Wohl - Menschenrechte) ist immer noch sehr, sehr langsam. Die Forderungen dazu aus dem Jahr 2014 sind immer noch aktuell. Die Bundesregierung kann leicht mehr für Kinderrechte tun, wenn wir alle das fordern.
    https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/2014/aktionsbuendnis-kinderrechte--kinderrechte-gehoeren-ins-grundgesetz-/67936

  5. 3.

    times are changing - danke rbb fürs Anstoßen des Steins, der ins Rollen kam! Danke fürs Dranbleiben. Die Zeiten ändern sich... hoffentlich!

  6. 2.

    Schon der Vater des Leiters des Jugendballetts war von unbarmherzigen Ehrgeiz getrieben. Sich selbst, seinem Sohn und seinen Schülern gegenüber. Zu DDR-Zeiten wurde der Vater mit einem mehrmonatigen künsterlischen Auslandsaufenthalt in Ägypten für seine Leistungen und seine Loyalität gegenüber Partei-und Staatsführung belohnt. Sein Sohn sollte und wollte das Erbe seines Vaters antreten und wollte nur den absoluten Erfolg. Auf dem Rücken seiner Schüler.

  7. 1.

    Endlich!
    Echte Aufklärung kann in diesem Fall nur wirksam geleistet werden, wenn ein angstfreier Raum entsteht, in dem Kommunikation und Informationen nicht manipuliert werden. Dafür sind nun nach innen und außen erkennbar wirksame Schritte eingeleitet worden.
    Glückwunsch an die bildungspolitischen Sprecher*innen, dass sie hier klare Verhältnisse einforderten!
    Nun kann und muss die Arbeit anfangen: Auch Eliteschulen müssen Orte der physischen und psychischen Gesundheit sein, in denen selbstbewusste Schüler*innen heranwachsen!

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