Eine Frau geht am 13.02.2016 im Sonnenschein über den Bahnsteig am U-Bahnhof Kottbusser Tor in Berlin (Quelle: Stefan Jaitner/dpa)
Bild: dpa

Sanierungsarbeiten ab April - Ein Jahr keine U-Bahn zwischen Kotti und Warschauer Straße

Ab dem 14. April müssen Fahrgäste der U-Bahn zwischen Kottbusser Tor und Warschauer Straße auf Busse umsteigen. Grund sind Sanierungsarbeiten am Hochbahnviadukt - die ein ganzes Jahr andauern sollen.

Ab Frühjahr müssen sich Fahrgäste der U-Bahnlinien U1 und U3 auf Einschränkungen einstellen. Rund ein Jahr lang sollen zwischen den Haltestellen Kottbusser Tor und Warschauer Straße keine Bahnen mehr fahren. Darauf wiesen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Donnerstag erneut hin. Auf dem unterbrochenen Abschnitt werden ab Mitte April Busse eingesetzt werden.

Bereits im Herbst waren die Sperrungen bekannt geworden, rbb|24 hatte berichtet. Grund für die Sperrungen sind laut BVG umfangreiche Sanierungsarbeiten an Gleisen, Kabelanlagen und -kanälen auf der Strecke. Zudem setzt die BVG Treppen und Bahnsteigplatten auf den Bahnhöfen instand.

Fortsetzung begonnener Arbeiten

Schon in den Jahren 2018 und 2019 waren Abschnitte der U1 und U3 stillgelegt worden, um an den Gleisen und Brücken der Hochbahn Sanierungsarbeiten durchzuführen. Die Bautrupps der BVG erneuerten damals rund 500 Meter Gleisanlagen und Weichen am Kottbusser Tor. Die Unterbrechung wurde zudem für Sanierungsmaßnahmen im Görlitzer Bahnhof genutzt.

Wieso jetzt also noch einmal? Bei den Sanierungen ab 14. April handele es sich nicht um gesonderte Arbeiten, sondern um eine Fortführung der bereits vor zwei Jahren angefangenen Baumaßnahmen, heißt es. "Die Alternative wäre, die Strecke drei Jahre lahm zu legen", sagte BVG-Sprecher Jannes Schwentu rbb|24. "Um das zu verhindern, wird in mehreren Etappen gearbeitet."

Knifflige Arbeiten an der Hochbahn

Die Sanierung des vor 120 Jahren errichteten Hochbahnviadukts hätte andere Anforderungen als die Sanierung eines unterirdischen Baus. "In Tunneln können wir auch nachts zwischen 23.00 und 03.00 Uhr arbeiten. Wenn man - wie hier - Anwohner hat, geht das nicht", erklärte der Sprecher.

Bereits während der Vorbereitungsarbeiten wird es zu Änderungen in der Spurführung für den Individualverkehr auf der Skalitzer Straße kommen. Ab Mitte April werden die Ersatzbusse und der Individualverkehr dann auf jeweils eigenen Spuren fahren, trotzdem ist mit einer Belastung des Verkehrs zu rechnen. Deswegen rät Schwentu: "Wenn Ihr da nicht unbedingt hinwollt, fahrt irgendwie außen rum."

Details zu Ersatzverkehr und Umfahrungsmöglichkeiten will die BVG noch herausgeben.

Sendung: Abendschau, 14.02.2020, 19.30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Ich bin mindestens einmal die Woche dort und freue mich angesichts der vollgeschi**enen Bahnsteige, Stufen, Handläufe und Zugangswege immer wieder, dass der Senat hier klar zeigt, wo auch bei der immer wieder beschworenen Förderung des ÖPNV für ihn die Prioritäten liegen: Tiere sind wichtiger als Menschen.

  2. 14.

    Das jetzt dort stehende Hochbahnviadukt ist zum größten Teil nicht vor 120 Jahren errichtet worden. Aus dieser Zeit stammt nur noch der gemauerte Sockel unter der Station Warschauer Straße bis zur Stralauer Allee sowie der Abschnitt in der Oberbaumstraße. Alles andere wurde größtenteils in der Zeit zwischen den Weltkriegen durch Neubauten ersetzt (die deshalb auch anders aussehen als der Abschnitt in der Oberbaumstraße: z.B. Vollwand- statt Fachwerkträger), die große Brücke westlich der Station Görlitzer Bahnhof Ende der 1980er Jahre, der Abschnitt östlich Görlitzer Bahnhof bis Höhe ehemaliges Postamt 36 nach vielen Diskussionen Mitte der 1990er Jahre, ebenso wie Oberbaumbrücke und Verbindung zum gemauerten Viadukt nördlich der Stralauer Allee.

  3. 13.

    Liebe rbb24 Redaktion ,

    Vielen Dank für Ihren Link !! Ich bin sowohl über Ihre Artikel als auch über andere Webseiten und Foren bestens informiert über die jeweils aktuellen Stände beim Ausbau des ÖPNV in Berlin und dort auch insbesonderen für den Ausbau der Tram Strecken . U.a gibt es seit einiger Zeit eine relativ informative Seite der BVG bzw. des Senats .
    https://www.meinetram.de/de/
    Was allerdings Ihr Kommentar zu meinen Beitrag aussagen soll ist mir nicht so ganz klar ?? Ich habe mich im Zusammenhang mit der Sperrung der U 1 auf die Tram Verbindung der M 10 zum Hermannplatz bezogen die hier dringend notwendig gewesen währe und ursprünglich laut Senatsbeschluss wie bereits geschrieben 2024 / 2025 in Betrieb gehen sollte und schon jetzt auf mindestens 2028 verschoben worden ist . Das nun endlich nach vielen Jahren und längst überfällig die ein oder andere Verbindung gebaut werden soll wie z.b. Wista II / Adlershof und HBF - Turmstraße hat mit M10 Hermannplatz nichts zu tun.

  4. 12.

    Hier können Sie alles dazu nachlesen:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/12/verlaengerung-tram-turmstrasse-jungfernheide-berlin.html

  5. 11.

    Wieder ein Beispiel dafür wie dringend notwendig der Ausbau des ÖPNV in Berlin ist denn es würde sicher nicht wenigen Fahrgästen helfen als Alternative z.b. eine längst vorgesehene Tram Linie 10 vom Hermannplatz zur Warschauer Straße nutzen zu können aber der Ausbau des ÖPNV in Berlin ist seit Jahren eine Fehlanzeige !!! Diese Tram Linie ist nur eines von vielen Projekten das nicht Zeitnah umgesetzt wird sondern jetzt schon für frühestens 2028 geplant ist wobei auch das noch nicht der endgültige Termin sein wird da bin ich mir sicher !! Ursprünglicher Termin war mal 2024 / 2025 .

  6. 10.

    Und bei der U7 kann man ab 17.2.20 nur noch in Spandau einsteigen und erst wieder in Rudow aussteigen. (Siehe rbb24.de)

  7. 9.

    Da wäre mir eine dreijährige Komplettsperrung viel besser. Zusammengerechnet dauern die Baumaßnahmen irgendwie länger.

  8. 8.

    Danke lieber rbb für diesen Bericht. Es ist klar zu verstehen warum, wieso und weshalb jetzt weitergebaut wird.

  9. 7.

    Ich habe den Text auch gelesen. Aber eine schlüssige Erklärung der BVG, warum nur das Kottbusser Tor und nicht gleich mehr gemacht wurde, fehlt. Die Bemerkung mit 3 Jahre Sperrung als Alternative ist mir nicht nachvollziehbar: 3 mal Bauen, mit Vorbereitung, Bauen und Nacharbeiten dauern nach o.g. Zahlen (die beiden vorherigen Sperrungen mit eingerechnet) weniger als 3 Jahre. Warum alles in einem Rutsch dann länger?

  10. 6.

    Wer nicht muss, versucht diese Bahnhofe zu vermeiden.
    Dreckig und verkommen.
    Daran wird sich auch bei einer Renovierung nichts ändern.
    Ein Teil der Menschen die dort sind haben keinen Anstand.

  11. 5.

    Zitat: "Deswegen rät Schwentu: Wenn Ihr da nicht unbedingt hinwollt, fahrt irgendwie außen rum." Ich kann die klugen Sprüche langsam nicht mehr hören. Es wird nur noch so getan, als ob alle nur zum Spaß fahren. Dass der ÖPNV in erster Linie die Menschen dorthin bringen sollen, wo sie hin MÜSSEN, wird wohl nicht verstanden. Es gibt nicht nur Touristen in Berlin sondern auch Einheimische. Aber es hat schon den Anschein, dass die nur stören und lästig sind.

  12. 3.

    Schon wieder, hätte man die Arbeiten nicht schon bei letzten Sperrungen erledigen können, damals hätte man gleich länger den Abschnitt sperren können, aber dauernd Flickschusterei,das nervt.

  13. 2.

    Wenn noch ein paar Euro übrig sind bitte auch die Taubenvergrämung auf dem Bahnhof Kottbusser Tor erneuern. Dort ist leider immer alles vollgeschissen, so dass die Putztrupps keine Chance haben hinterherzukommen. DANKE vorab für die rechtzeitige Einrichtung von Busspuren für den Ersatzverkehr.

  14. 1.

    Jetzt muß ich mich mal beim RBB bedanken als ich angefangen hatte den Artikel zu lesen kamm bei mir direkt die frage auf, hatten die das nicht schon gemacht? Dies habt ihr Schlüßig beantwortet.
    Also noch einmal: Vielen Dank.

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