Eine Frau trägt eine Atemmaske über Mund und Nase. (Quelle: dpa/Georg Wendt)
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Video: rbb|24 | 02.02.2020 | Material: Grit Lieder/rbb|24, ARD aktuell, Abendschau, Super.Markt, zibb | Bild: dpa/Georg Wendt

Angst vor Coronavirus in Berlin - Atemmasken? - Ausverkauft!

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen macht sich inzwischen auch bei den Apotheken in Berlin bemerkbar: Atemschutzmasken sind vielerorts ausverkauft. Mit einer so großen Nachfrage habe er - trotz Coronavirus - nicht gerechnet, sagt Apotheker Fatih Kaynak.

Die Kranich-Apotheke in Berlin-Charlottenburg hat Nachschubprobleme: die sogenannten FFP-Atemmasken sind ausverkauft. Sie schützen vor Feinstaub und Rauch - aber vor Coronaviren? "Hundertprozentigen Schutz gibt es sowie so nicht, denn es ist viel zu wenig über das Virus bekannt", sagt Fatih Kaynak, der die Apotheke leitet, "aber dieser Schutz ist besser als keiner."

Mit der Grünen Woche ging's los

Eine verstärkte Nachfrage nach Mundschutz und FFP-Masken mit eingebauten Filtern hat der Apotheker schon während der Grünen Woche bemerkt: "Da waren viele Käufer aus Asien bei uns. In Wuhan, wo das Coronavirus herkommt, gibt es derzeit keine Atemmasken mehr zu kaufen." Dass die Ware jetzt auch in Deutschland knapp werde - "das hat uns überrascht".

Kontingent beim Großhändler erschöpft

Mit dem Nachschub könnte es dauern. Das bestätigte der Pharma-Großhändler Gehe, der mehrere Tausend Apotheken beliefert, rbb|24 am Telefon. Das Kontingent sei nahezu erschöpft. "Aber noch sind nicht alle Masken ausverkauft", sagt Dustin Tusch, Gehe-Pressesprecher.

Auch bei der Drogeriekette dm gibt es Engpässe: "Wir beobachten, dass die Nachfrage nach Hygieneprodukten wie zum Beispiel desinfizierendem Handgel stark steigt. Der Mundschutz aus unserem Sortiment ist derzeit nahezu nicht mehr verfügbar", teilte DM-Geschäftsführerin Kerstin Erbe rbb|24 mit.

Besser als Atemmasken ist Händewaschen

Auf den Berliner Straßen sind die vielen verkauften Atemmasken allerdings kaum zu sehen. Am Freitagnachmittag beim Einkaufsbummel auf der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg tragen nur drei Passanten einen Mundschutz - über die Gründe dafür wollen sie nicht sprechen.

Vermutlich wird das Corona-Virus auf dem Luftweg weitergetragen. Menschen atmen sogenannte Aerosole ein, winzig kleine mit Erregern bestückte Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen entstehen. Virendicht sind nur FFP-Masken der Stufe drei. Sie erschweren allerdings das Atmen deutlich.

Dagegen bietet ein einfacher Mundschutz aus Papier kaum wirksamen Schutz - allenfalls vor Schmierinfektionen, wenn man unwillkürlich Nase oder Mund berührt. Experten zweifeln ohnehin daran, dass Atemmasken sinnvoll schützen. Das Bundesgesundheitsministerium rät als Vorsichtsmaßnahme, sich regelmäßig die Hände zu waschen und Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen zu halten.

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9 Kommentare

  1. 9.

    O mein Gott, wie habe ich es bisher geschafft nicht zu sterben? Ohne Maske, ohne Desinfektion, ohne Panik... eigentlich müßte ich sowas von tot sein.

  2. 8.

    was für eine Hysterie! jedes Jahr sterben in Deutschland ca. ca. 20- bis 25-tausend Menschen an Grippe. Das interessiert keine Journalisten. Darüber sollte man einmal nachdenken bevor man sich irgendwelche Masken kauft, die letztlich auch nicht gegen dieses Virus helfen. Einfach mal den Hausarzt fragen.

  3. 7.

    Naja, da muss man drüber stehen, wie die Japaner auch. Nur die Japaner tragen die Maske ja um eigene Viren/Bakterien nicht an andere zu verbreiten, wir würden die Maske (Da wir ja sehr egoistisch veranlagt sind) eher tragen um uns selber zu schützen. Ob das allerdings hilft wage ich zu bezweifeln.

  4. 6.

    Es überträgt sich auch fäkal-oral, war eigentlich klar, wenn's vom Süppchen vom Wochenmarkt stammt. Wohin packe ich mir dann die Schutzmaske?? Wie auch bei Grippe, Schnupfen, Magen-Darm und allen Kindergarten-Seuchen vom Aushang an der Tür ("wir haben....") hilft ordentliches Händewaschen und ein gutes Immunsystem sowie das Meiden von Menschenansammlungen. Nicht mit den Händen im Gesicht rumfummeln.

    Die Schutzmasken sollten die kranken Rumschnodderer tragen. Wenn sie schon unbedingt vor die Tür müssen...

  5. 4.

    Ich laufe jetzt auch nur noch durch Berlin mit einer Atemschutzmaske, man weis ja nie, aber leider schaut mich jeder komisch an

  6. 3.

    "Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen zu halten."

    Die Frage ist nur, was mein Chef dazu sagt, wenn ich mich weigere, jeden Kunden, der niest oder aussieht, als ob er Fieber hat, zu bedienen.

    Und in der S-Bahn? Wenn ich jedes Mal aussteige, wenn jemand mit Erkältungssymptomen einsteigt, komme ich nie auf Arbeit an. (Auto habe ich nicht.) Und wenn mein Sitznachbar plötzlich niest, ist es im Zweifel sowieso zu spät.

    Theorie und Praxis mal wieder...

  7. 2.

    Schutzmasken und Desinfektionsgel .. sollten generell neu zur Standardausrüstung eines Haushaltes in Deutschland gehören, da Herr Maas ohnehin vorhat, Deutsche mit ansteckenden Infektionskrankheiten, wie auch Ebola-infizierte, aus Krisenregionen, nach Deutschland zu evakuieren. (u.a. Spiegel.on, 03.01.2020)

  8. 1.

    " sich regelmäßig die Hände zu waschen und Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen zu halten. "

    Hände waschen ist schon sinnvoll, besonders nach dem Einkauf im Spermarkt mit dem Einkaufswagen den jeder anfasst,
    schwieriger ist das schon mit den Erkältungssymptomen , nicht jeder niest, hustet etc. und bei größerem Gedrängel ist das mit dem Abstand so eine Sache

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