Ein Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei in voller Fahrt (Quelle: imago-images/Thomas Bartilla)
Bild: imago-images/Thomas Bartilla

Polizeieinsatz in Kreuzberg - 70 Vermummte bei unangemeldeter Demo in Kreuzberg

In Berlin-Kreuzberg haben Randalierer in der Nacht zum Sonntag einen Streifenwagen der Polizei mit Steinen beworfen. Ein Beamter wurde durch Splitter leicht an der Hand verletzt, wie die Polizei mitteilte.

Ebenfalls in Kreuzberg zogen am Samstagabend etwa 70 Vermummte durch die Bergmannstraße, sie zündeten Pyrotechnik und skandierten Sprechchöre. Häuser und die Scheibe eines Geldautomaten seien mit Farbe besprüht und eine Mülltonne auf die Straße gezogen worden.

Polizei nimmt 14 Demonstranten fest

Laut Polizei wurden 14 Demonstranten festgenommen. Gegen sie ermittelt der polizeiliche Staatsschutz unter anderem wegen Landfriedensbruchs und Sachbeschädigungen. Eine Sprecherin sagte, die Teilnehmer seien der linken Szene zuzurechnen oder sympathisierten mit dieser. Auf Transparenten sei Bezug zum alternativen Wohnprojekt "Liebig 34" genommen worden.

Erst am Freitagabend hatte in Friedrichshain eine Demonstration gegen Polizeigewalt stattgefunden. Dort hatte es ebenfalls mehrere Festnahmen wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot gegeben.

Über eine Räumungsklage gegen den Bewohner-Verein der Liebigstraße 34 ist noch nicht entschieden. "Liebig 34" gilt als eines der letzten Symbole der autonomen Szene in der Stadt.

Bei dem Angriff auf den Streifenwagen wenige Stunden später warfen laut Polizei auf dem Bethaniendamm Unbekannte mit Pflastersteinen. Einer davon traf die Windschutzscheibe. Der Polizist am Steuer fuhr davon und blieb unverletzt. Sein Beifahrer wurde leicht verletzt. Als die Polizei mit Verstärkung anrückte, waren die Angreifer schon weg.

Steinwürfe auch an der Rigaer Straße

Es waren nicht die einzigen Steinwürfe auf Polizisten an diesem Wochenende. Auch in der Rigaer Straße waren in der Nacht zu Samstag wieder Steine geflogen. Laut Polizei wurden vier Fahrzeuge der Einsatzkräfte sowie sechs geparkte Fahrzeuge beschädigt. Ein Polizist wurde demnach leicht verletzt.

Sendung: Inforadio, 02.02.2020, 19:20 Uhr

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12 Kommentare

  1. 12.

    Wenn sich Menschen vermummen, um so unerkannt Straftaten begehen zu wollen und diese auch durchführen, dann ist das Vorsatz. In diesem Fall sollte auf jeden Fall die Gesetzgebung zu verschärften Strafen geändert werden. Es ist doch lachhaft -und genau so reagieren auch die Kriminellen, und machen munter weiter- wenn sie zu pillepalle Strafen, vllt sogar nur zur Bewährung ausgesetzt, verurteilt werden.
    Es muss! sogar die rein vermummte Teilnahme an solchen Gewaltmärschen eine STRAFTAT sein und nicht nur eine Ordnungswidrigkeit.
    Die Polizei ist der Schutz aller. Hier darf nicht der Gewalt mit laschen und hilflosen Urteilen Tür und Tor geöffnet werden!

    Die Meinung von @Steffen, 3.2./ 14:26h unterstützte ich.

  2. 11.

    Bleiben Sie doch einfach Mal beim Thema und geben zu, dass es auch linksextremistisch ein Gewaltproblem in dieser Stadt gibt, statt hier wieder reflexartig abzulenken, zu verharmlosen und zu negieren! Diese Idioten und Gewalttäter tun der echten linken Demokratie keinen Gefallen sondern verachten sie genau so, wie andere Demokratiefeinde auch. Leute wie Sie machen sich mit den Verharmlosungen mitschuldig, dass die Hemmungen immer mehr fallen. Hier wird systematisch unsere Demokratie auch von linksaußen angegriffen!

  3. 10.

    "Anschläge"? Etrwa gezielte Versuche von Hinrichtungen, Bombenanschläge und dergleichen? Ach nein, das waren ja doch rechtsextreme Terrorist*innen, übrigens nicht zuletzt auch in Teilen von Bundeswehr, Polizei und Justiz. Zu blöd, wenn eine Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus zwangsläufig nach hinten losgeht und die Relativierung von Rechtsextremismus, inkl. seiner terroristischen Arme, sich selbst entlarvt.

    Die "Gespräche", die von Dregger vorgeschlagen wurden, waren einseitige Standpunkte, die einem autoritären Weltbild entsprechen, das keine Probleme mit Rechtspopulismus hat, nutzt man doch zahlreiche von dessen Narrativen. Null-Toleranz-Politik ist auch bei Henkel gescheitert, wie oft noch, bis auch die cDU das begreift?

    Die Teilnehmenden der unangemeldeten Demo konnten bisher nicht in Zusammenhang gebracht werden mit den Steinewerfenden, insofern begeht hier der rbb reine Spekulation.

  4. 9.

    War mein Kommentar zu hart ? Oder warum wurde er nicht veröffentlicht? Sicher,ich stelle unangenehme Fragen....ich versuche es nochmals: Warum schweigen Müller, Geisel und Behrendt zu den nächtlichen Krawallen? Fast jede Nacht werden Autos angezündet und Polizisten angegriffen. Wann greift dieser Senat endlich mal durch ? Diese Zustände in Berlin sind untragbar. Wer Polizei angreift, der will unsere Demokratie angreifen.

  5. 8.

    Bei den Festgenommen handelt es sich um 11 Frauen und 3 Männer, was ist denn da los und ist nicht in Berlin der Frauentag ein Feiertag? Wenigstens stimmt bei den linksradikalen die Frauenquote.

  6. 7.

    Aber Nein, nicht doch. Gemäß der Linken und der Grünen, gibt es keinerlei Handlungsbedarf im Bereich der linksorientierten Gewalt in Berlin. Das Konzept der CDU wurde kategorisch abgelehnt, ebenso wie geforderte Gespräche.
    Allerdings sprechen die Anschläge im Fahrwasser von Liebig34 eine gänzlich andere Sprache.

    Aber diverse Foristen hier sind ja nicht anders. Man denke nur an den Anschlag auf das Eigentum des Neuköllner Stadtrats Liecke. Sowohl er, als auch die Polizei vermuten einen linksextremen Hintergrund, bzw. das Clanmilieu. Aber nein, das passt nicht in die Filterblase der Berufslinken. Statt dessen wird als linksideologischer Beißreflex sofort auf die rechte Szene in Neukölln verwiesen. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf.

  7. 6.

    Bringt den Vermummten doch etwas zu rauchen und zu trinken mit, dann lassen sie es vielleicht etwas ruhiger angehen.

  8. 5.

    @rbb Warum werden die Steineschmeisser in Zusammenhang mit der Spontandemo gebracht? Ist inzwischen ein personeller Zusammenhang bekannt? Im Tagesspiegel heißt es dazu, es wäre niemand verletzt worden. "Die Teilnehmer sollen laut Polizei Häuserfassaden beschmiert und Pyrotechnik gezündet haben. Verletzt wurde niemand."

  9. 4.

    Ob links oder rechts, antisemit oder homophob... wer gibt den Menschen bloß das Recht auf Zerstörung und Gewalt und welche Probleme sollen dadurch eigentlich gelöst werden?

  10. 3.

    "Laut Polizei wurden 14 Demonstranten festgenommen, darunter elf Frauen." Was genau möchte rbb24 mit dieser Information dem geneigten Leser mitteilen? Die Frage ist ernst gemeint.

  11. 1.

    So etwas wie diese linksradikalen Aktionen gegen Polizeibeamte darf nicht toleriert werden, da muss die Null Toleranz Strategie gelten.

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