Sogenannte Aufenthaltstitel liegen in Berlin auf einem Tisch im Landeskriminalamt (Quelle: dpa/Zinken).
Bild: dpa/Paul Zinken

Bürgeramtsmitarbeiterin unter Korruptionsverdacht - Bande soll Ausländern illegal Aufenthaltstitel beschafft haben

Weil sie gegen Schmiergeldzahlungen Reisepässe manipuliert und Ausländern so unrechtmäßig Aufenthaltstitel verschafft haben sollen, sind ein 43-jähriger Mann und eine 36-jährige Frau am Donnerstag in Berlin festgenommen worden. Wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft mitteilten, handelt es sich bei dem Mann um den mutmaßlichen Organisator des Bestechungssystems, die Frau sei eine Mitarbeiterin des Bürgeramts.

Bestechlichkeit, Urkundenfälschung, Verbrechen nach dem Aufenthaltsgesetz

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt sieben Beschuldigte "wegen des Verdachts der Bestechlichkeit beziehungsweise der gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Bestechung und Urkundenfälschung sowie eines Verbrechens nach dem Aufenthaltsgesetz", heißt es in der Pressemitteilung, die die Behörde über Twitter verbreitete. Die Beschuldigten sollen demnach in mindestens sieben Fällen gemeinschaftlich und arbeitsteilig im Auftrag ausländischer "Kunden", wie sie die Staatsanwaltschaft bezeichnete, Reisepässe manipuliert und so organisiert haben, dass zuvor gestohlene Blanko-Aufenthaltstitel durch die beschuldigte Mitarbeiterin des Bürgeramts mit scheinlegalen Niederlassungserlaubnissen versehen werden konnten. Die Mitarbeiterin des Bürgeramts soll dafür jeweils einen Geldbetrag in Höhe von 5.000 Euro erhalten haben.

28.000 Euro Bargeld bei Durchsuchung gefunden

In Zusammenhang mit den Vorwürfen durchsuchten die Ermittler am Donnerstag im Berliner Stadtgebiet vier Wohnungen und Pkw sowie das Büro der Bürgeramtsmitarbeiterin. Die Durchsuchung des Büros wurde laut Mitteilung im Beisein des Bezirksbürgermeisters und der zuständigen Staatsanwältin durchgeführt.

Zudem haben die Beamten "einen Arrest in Höhe von mehr als 35.000 Euro in das Vermögen der beschuldigten Bürgeramtsmitarbeiterin" beim Amtsgericht Tiergarten erwirkt. So konnte in ihrer Wohnung Bargeld in Höhe von 28.000 Euro gepfändet werden. Bei den Durchsuchungen sind Mobiltelefone und Schriftstücke sichergestellt worden, die nun ausgewertet werden müssen. Die Ermittlungen dauern an.

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