Ein Auto bei einem verkehrswidrigen Manöver auf der Kreuzung (Quelle: privat)
Bild: privat

Polizei ermittelt - Mann stellt sich nach Rowdy-Fahrt am Bahnhof Zoo

Dutzende Passanten stehen am Sonntag an einer Kreuzung am Bahnhof Zoo, als plötzlich zwei Autos heranbrausen, sich um die eigene Achse drehen und in den Gegenverkehr fahren. Jetzt hat sich einer der dafür verantwortlichen Autofahrer der Polizei gestellt.

Nach der Veröffentlichung mehrerer Videos über gefährliche Automanöver am Bahnhof Zoo hat sich einer der Autofahrer gestellt. Das teilte die Polizei auf Nachfrage des rbb mit. Der Mann war demnach mit einem Angehörigen auf einer Dienststelle in Spandau erschienen.

Der 22-Jährige soll eines der beiden Autos, einen Maserati, gesteuert haben, die sich am Sonntag mit quietschenden und rauchenden Reifen über der Kreuzung Hardenbergstraße, Ecke Joachimsthaler Straße um die eigene Achse gedreht hatten.

Ermittlungen laufen weiter

Darüber hinaus gebe es aber noch keine neuen Erkenntnisse zu dem Vorfall, der sich am Sonntagnachmittag ereignet hatte, sagte ein Polizeisprecher weiter. Mehrere Passanten hatten die wilde Fahrt zweier schwarzer Autos mit ihren Handys gefilmt. Beide Pkw drehten sich mitten auf der Kreuzung, einer fuhr daraufhin in den Gegenverkehr, der andere überquerte eine Fußgängerfurt. Ein weiteres Video legt nahe, dass es sich bei beiden Autofahrern um Teilnehmer eines türkischen Hochzeitskorsos handelte. Auch andere Wagen des Korsos blockierten die Fahrbahn, zwei stellten sich quer auf einen Fußgängerüberweg.

Über das Ereignis hatte zunächst die "B.Z." berichtet, auch dem rbb wurde ein entsprechendes Video zugespielt. Die Polizei ermittelt wegen des Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung und wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Womöglich habe es auch ein verbotenes Autorennen gegeben. Darauf lassen Zeugenaussagen schließen. Wo genau es dieses Autorennen gegeben haben könnte, ist unklar.  

Weiterer Vorfall am Brandenburger Tor

Ein Polizeisprecher sagte dem rbb, dass es kurze Zeit später zu einem ähnlichen Vorfall auf dem Platz des 18. März direkt vor dem Brandenburger Tor gekommen sei. Dort seien 20 Autos, darunter zahlreiche PS-starke Luxuskarossen, überprüft worden. Es gebe starke Hinweise, dass es sich bei den beiden Vorfällen um die selbe Hochzeitsgesellschaft handele, sagte der Sprecher am Freitag in der Abendschau. Polizisten konnten demnach allen Wagen den jeweiligen Fahrern zuordnen.

Laut "Tagesspiegel" ist auf einem Twitter-Bild, das am Brandenburger Tor entstanden ist, das Kennzeichen des Maserati deutlich zu erkennen. Es stimme mit dem Kennzeichen jenes Autos überein, das auf einem Zeugen-Video des Vorfalls vom Hardenbergplatz zu sehen ist.

Sendung: Abendschau, 14.02.2020, 19:30 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Das zieht sich durch alle Schichten, Altersgruppen und ist nicht nur geschlechtsspezifisch. Neulich wollte ein Golf GTI in den Kofferraum meines Wagens rein. Irgendwann stand die Tonne vor mir mit einem Aufkleber auf der Heckscheibe "Female Driven", was auch so war.
    Im weiteren Verlauf kroch sie noch anderen Fahrzeugen teilweise mit weniger als 5 Metern hinten drauf, wechselte in Formel 1 Art die Spuren; das auf einer 70' er Strecke.
    Nur zu dumm, dass solche Vollpfosten selten erwischt werdenden und sich sicher fühlen, während sie andere gefährden.

  2. 14.

    Daran könnte man vieles knüpfen, wie z. B. die Strafmündigkeit (auch wenn sich dann freilich viele Beschuldigte als entsprechend unreif darzustellen versuchen würden), die Erlaubnis, an politischen Wahlen teilzunehmen, sowie die sexuelle Eigenverantwortung.
    Bei Linksgrün dürfte das aber an dem dort populären Paradoxon scheitern, Unterschieden mal größte Bedeutung beizumessen, sie aber auch gern als vollkommen irrelevant zu erklären; je nachdem, wie's einem gerade passt.
    Harte Strafen dürften erstmal genügen.
    Anders lernen solche Idioten nämlich nicht, dass ihre Angebereien schlimme Folgen haben können.

  3. 13.

    Sind denn auf den Videos von der Kreuzung Bahnhof Zoo die Fahrer zu erkennen oder hat sich einer freiwillig bei der Polizei zur Verfügung gestellt?

  4. 12.

    Das dumme Machogehabe geht mir schon lange auf dem Geist.

  5. 11.

    Ich finde es kommt nicht nur auf das Alter an. Auf der Autobahn spielt so mancher Mittfünfziger auch gern Formel 1 und gefährdet sich und seine Mitmenschen. Auch in der Stadt wird mittlerweile nicht nur von jungen Menschen gerast. So jedenfalls meine Beobachtungen

  6. 10.

    Wie lange wollen wir noch zu sehen was mit unserer Stadt passiert? Unsere Justiz ist eine Lachnummer für einen Teil der hier Lebenden geworden. Respekt fordert dieser Teil der Bewohner nur für sich selbst, andere sind nicht würdig. Weiter so Berlin, du bist tot.

  7. 9.

    Eine im Prinzip gute Idee, allerdings wäre das kaum kontrollierbar - denn wenn es nicht gerade ein Fahrzeugmodell ist, das per se eine bestimmte Motorleistung nie unterschreitet, dann sieht man dem Fahrzeug seine Leistung von außen nicht unbedingt an - die Modelle aus Bayern und Schwaben können schwachbrüstig oder in Massivausstattung bestellt werden; die Typenschilder auf dem Kofferraum sind optional, also nicht immer vorhanden.

    In Frankreich gab es (vielleicht auch noch immer, das weiß ich nicht) eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Fahranfänger. Diese müssen/mussten sich zur Kontrolle einen Aufkleber mit besagter Geschwindigkeitsbeschränkung aufs Heck kleben - zur Kontrolle...

  8. 8.

    Nicht vielleicht. Pappe und Auto weg

  9. 7.

    Volle Zustimmung!

    Ergänzung: Nicht nur auf Führerscheine beschränken!

  10. 6.

    Großer Motor kleiner P*n*s

  11. 5.

    Ein guter Vorschlag, der zukünftig die Anzahl der Autofahrer stark reduzieren dürfte ;) Sollte Ihr Vorschlag allerdings nicht umsetzbar sein, wäre es vielleicht leichter, wenn man die PS dem Alter und dem Punktekonto anpassen würde. Sprich: junge Menschen gehören nicht ans Steuer solcher Autos. Dies wäre verwaltungstechnisch ganz leicht umzusetzen. Beispiel: Ein Schlüssel aus Alter, Dauer des Besitzes einer Fahrerlaubnis und eingetragene Vorkommnisse berechtigen das Führen von Fahrzeugen mit bestimmter Leistung. ähnlich wie bei Mofas/Mopeds/Rollern

  12. 4.

    Wenn denn die Fahrer der schwarzen Autos einen Führerschein besessen haben...
    Und wenn das der Fall war und sie jetzt die Pappe los sind, wer garantiert, dass sie in Zukunft nicht ohne einen solchen hinters Lenkrad steigen?

  13. 3.

    Gute Idee mit dem Führerschein und der geistigen Reife: es gebe dann, glaube ich, keine Staus mehr.

  14. 2.

    Das würde auch etliche Verkehrsprobleme lösen. Es wäre dann recht leer in der Innenstadt und wir bräuchten keine Drangsalierungen seitens der Verkehrs- und Umweltbehörde.

  15. 1.

    Vielleicht sollte man Führerscheine nicht mehr an ein Alter knüpfen, sondern an geistige Reife!

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