Eine alte Dame am Telefon (Quelle: imago images/Ellger)
Bild: imago stock&people/Ellger

Betrügermaschen in Brandenburg - Täglich meldet sich ein falscher Enkel oder Polizist

In Brandenburg ist die Zahl von Betrügereien durch falsche Polizisten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Nach Angaben des Landeskriminalamts sind im Jahr 2018 157 Fälle registriert worden. 2015 seien es gerade einmal 19 gewesen. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor.

Bei der Masche rufen Betrüger bei älteren Menschen an und geben sich als Polizisten aus. An das Geld ihrer Opfer kommen die Kriminellen meistens, indem sie behaupten, dass sie es vor Dieben in Sicherheit bringen wollten.

Aufklärungsquote sehr niedrig

Ähnlich funktioniert der sogenannte Enkeltrick. Dort bewegt sich die Zahl der Geschädigten seit Jahren auf hohem Niveau. Im Jahr 2018 wurden den Ermittlern laut Polizei 349 Fälle gemeldet. 2015 seien es 285 gewesen. 257.502 Euro erbeuteten Betrüger in Brandenburg allein im Jahr 2018 durch diese Masche.

Beim Enkeltrick rufen Betrüger bei älteren Menschen an und geben sich als Verwandte aus, die dringend Geld benötigen. Dazu gehen die Täter das Telefonbuch durch und suchen gezielt nach älteren Vornamen.

Die Aufklärungsquote bei den Betrugsmaschen ist sehr niedrig. So konnten von 349 gemeldeten Fällen 2018 lediglich drei Fälle aufgeklärt werden. Bei der Masche mit dem falschen Polizisten konnten laut Polizei von 157 Fällen 36 aufgeklärt werden. Immerhin blieb es in 121 Fällen beim Versuch.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.02.2020, 07.30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 4.

    Ich möchte den Opfern wirklich keinen Vorwurf machen, da man weiß, dass diese Banden mittlerweile sehr professionell arbeiten und ältere Menschen mit geschulter Rhetorik stark unter Druck setzen können.

    Trotzdem scheint es doch etwas verwunderlich um nicht zu sagen fahrlässig, dass Nachfragen nach dem Sachverhalt bei der Familie oft erst nach der Übergabe von teilw. fünf- oder sogar sechsstelligen Beträgen erfolgen.

    Diese Masche ist ja nicht neu und dürfte sich eigentlich weithin herumgesprochen haben. Und, dass nicht nur Menschen jenseits der Achtzig, sondern sogar welche in ihren 60ern darauf hereinfallen, erzeugt bei mir, sorry, Kopfschütteln.

  2. 3.

    Ich verstehe Ihren 1. Satz nicht: sollten denn alle ehemaligen DDR-Bürger verarmt sein???
    Haben Sie außerdem mal anhand der im Artikel angegebenen Zahlen umgerechnet, wie hoch statistisch gesehen der Schaden pro Fall ist? - Da kann von Vermögen kaum die Rede sein.

  3. 2.

    Erstaunlich finde ich, dass es in unserem vermeintlich relativ armen Brandenburg (die Bewohner*innen können ja erst seit 30 Jahren echtes Vermögen anhäufen), schon relativ reiche Rentnerinnen und Rentner gibt. Die Konten einiger betrogener Alten schinenen zumindest relativ gut gefüllt zu sein. Immer wieder interessant, dass die einfachste Schutzmaßnahme bisher relativ wenig genutzt wird: Einfach seinen Namen und seine Telefonnummer aus dem Telefonbuch löschen lassen! Ich habe mich bereits vor vielen Jahren aus dem Telefonbuch verabschiedet und seither herrscht bei mir absolute Ruhe an der Front der Werbeanrufer und der Enkeltrickbetrüger. Meine Verwandten und Bekannten kennen meine Telefonnummer. Als Rentnerin muss ich nicht mehr im Telefonbuch stehen...

  4. 1.

    "Täglich meldet sich ein falscher Enkel oder Polizist"
    Und täglich hat jemand soviel Geld auf der hohen Kante, dass er/ sie es völlig unkritisch von der Bank abhebt und jede Sicherheitsbedenken vermissen läßt. Ich habe meinen hochbetagten Oldies (88 Jahre alt) immer wieder erzählt, was heute alles unterwegs ist und trotz Entfernung einen intensiven Kontakt via Telefon. Ein probates Mittel ist u.a. sich aus den Telefonbüchern entfernen zu lassen. Und ja, das funktioniert wirklich. Desweiteren sollten Senioren dafür sesibilisert werden (und das immer und immer wieder) den eigenen (hoffentlich noch toughen) Familienangehörigen im Zweifelsfall sofort zu kontaktieren. Zum Glück sind meine Eltern (bisher) nicht Opfer derartiger Gauner geworden. Kinder denkt an eure Eltern und lasst sie nicht allein, trotz räumlicher Entfernung.

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