08.02.2020, Berlin: Ein Fahrzeug des Katastrophenschutzes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) fährt auf das Gelände der DRK Kliniken Berlin-Köpenick (Quelle: dpa/Gregor Fischer
Audio: Inforadio | 08.02.2020 | Bild: dpa

Coronavirus - Wie Berlin sich auf 20 Rückkehrer aus China vorbereitet

Anfang Februar hat die Bundeswehr rund 100 Deutsche aus dem chinesischen Wuhan nach Frankfurt geflogen. Am Sonntag sollen etwa 20 deutsche Rückkehrer in Berlin-Tegel landen. Sie werden in einem abgesicherten Bereich des DRK-Klinikums in Köpenick untersucht.

Berlin bereitet sich auf die Ankunft von etwa 20 Menschen aus der schwer vom Coronavirus betroffenen Millionenstadt Wuhan in China vor.

"Die Bundesregierung hat entschieden, weitere Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Wuhan in Berlin landen zu lassen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstag. Die Rückkehrer sollen an diesem Sonntag mit einer Sondermaschine auf dem Flughafen Berlin-Tegel landen, auf einem für militärische Zwecke vorgesehenen Abschnitt. Bereits vor einer Woche waren rund 100 deutsche Staatsbürger mit Familienangehörigen in einer Maschine der Bundeswehr nach Frankfurt/Main geflogen.  

Testergebnis soll Montagmittag vorliegen

Die jetzigen Rückkehrer sind laut Auswärtigem Amt "einzelne Personen", die es nicht zum ersten Rückholflug nach Wuhan geschafft hätten. Genauere Angaben zu den Rückkehrern gab es am Samstag zunächst nicht. Auch viele Details zu dem Rückholflug sind noch nicht bekannt. Am Donnerstag hatte der "Spiegel" gemeldet, dass die Deutschen möglicherweise mit einer Maschine mitfliegen, die eine größere Gruppe von britischen Staatsbürgern zurückholen soll.

Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten in China stieg bis Samstag erneut kräftig an. Die Zahl der Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen wurde, kletterte innerhalb eines Tages um 3.399 auf 34.546. Das teilte die Gesundheitskommission in Peking mit. Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Fälle, davon 14 in Deutschland.

In Tegel werden die Rückkehrer laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Sie sollen in einem Isolierbereich in den DRK-Kliniken im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet. 

Im Gespräch mit rbb-Inforadio sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, dass unabhängig vom Testergebnis alle Rückkehrer zunächst 14 Tage isoliert würden. Mit dem Coronavirus infizierte Patienten werden von der Charité übernommen und betreut, so Kalayci.  

Abholung im Mannschaftswagen des DRK

Eine Kliniksprecherin betonte, dass die Rückkehrer vollkommen getrennt von der regulären Patientenbetreuung in einem Verwaltungsgebäude untergebracht würden. Das Krankenhaus in Köpenick verfügt über 525 Plätze und sichert vor allem die Akutversorgung in dem von Wasser und Wald geprägten Stadtteil. 

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Dafür ist die Stadt gut vorbereitet, sagte Kalayci. Die Abläufe in Berlin würden von der Senatsgesundheitsverwaltung koordiniert.

Abgeholt werden die Rückkehrer in Tegel von Mannschaftstransportwagen des Deutschen Roten Kreuzes. Ehrenamtliche Einsatzkräfte übernehmen laut Gesundheitsverwaltung die Betreuung.

Alle beteiligten Stellen in engem Austausch

Alle beteiligten Stellen seien im engen Austausch. Die Senatorin betonte: "Wir haben in Berlin ein hervorragendes und erfahrenes Gesundheitssystem, in dem der öffentliche Gesundheitsdienst eng mit den Kliniken zusammenarbeitet. Das kommt jetzt zum Einsatz."  

Wegen der neuen Lungenkrankheit hatte die Bundeswehr bereits Anfang Februar Deutsche und ihre Angehörige mit einer Sondermaschine aus der stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan zurückgeholt. Rund 120 Passagiere des Fluges sind seit ihrer Rückkehr in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne. Bei zwei Passagieren war das Virus festgestellt worden. Zwölf Virus-Nachweise in Bayern gehen auf eine chinesische Mitarbeiterin des bayerischen Autozulieferers Webasto zurück.

Sendung: Inforadio, 08.02.2020, 17 Uhr

Kommentar

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26 Kommentare

  1. 26.

    Ich finde es eine Frechheit, wie über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden wird. Wäre es nicht sinnvoller die Anwohner zu informieren, anstatt alles still schweigend zu entscheiden? Das das KH Köpenick nicht die beste Wahl ist, sollte wohl klar sein. In einem Wohngebiet? Warum wurde so entschieden??? Die Leute können einem echt leid tun. 2 Wochen eingepfercht, den abgesperrten Teil zum rausgehen an die frische Luft, möchte ich mal sehen. Der Park im KH Köpenick ist ja für alle Patienten. Durch diese stillschweigende Aktion schürt man doch nur die Ängste der Anwohner!!! Aufklärung wäre hier das Richtige!!! Das Geschrei ist wieder groß, wenn sich das Virus ausbreitet. Dann bin ich ja auf die Kommentare gespannt, von all denen die anderen ständig den Mund verbieten wollen und so tun als wäre Corona ein Schnupfen.

  2. 25.

    Es gibt keine klare Abgrenzung zwischen Tröpfcheninfektion und Aerosolen. Beim Niesen wird beides "produziert". Was ist das im übrigen hier für eine komische Aufregung, über Nacht wurde scheinbar die halbe Republik zu Qurantänespezialisten und Immunologen? Beruhigt euch doch einfach mal. Klar ist das Ding gefährlich, aber wir reden hier nicht von der Pest.

  3. 24.

    Mittlerweile wurde amtlich bekannt, dass sich das Virus auch via Aerosol Übertragung ausbreitet; das ist etwas anderes als Tröpfcheninfektionen. U.U. fliegt das Virus mehrere hundert Meter weit durch die Luft, wenn die Konditionen stimmen. Das liegt im Wesen der Aerosole.

    Welche Vorkehrungen kann man in einem Verwaltungsgebäude treffen, um ein entfleuchen des Virus zu verhindern? Die Antwort ist einfach: Man muss die Fenster verriegeln und eine Unterdruckanlage einbauen. Geht das auf die Schnelle in einem abgeranzten Verwaltungsbau? Doch eher wohl nicht.

    Epidemiologisch nicht wirklich nachvollziehbar.

  4. 23.

    Was ist eigentlich mit dem Krankenhaus in Heckeshorn vom Katastrophenschutz....

  5. 22.

    Mahlzeit....
    Ich finde diesen ganzen Medienhype um diese Viruserkrankung, die auch noch wie ein Bier heißt, zum K....
    Reine Panikmache. Über die Grippe, die stinknormale Grippe wohlgemerkt, die im Übrigen noch viel ansteckender und tödliche rals der Corona-Virus ist, wird überhaupt nicht berichtet... Warum nur?

  6. 21.

    Na hoffendlich klappt das., bei unserem Senat und den daraus folgenden Dingen läuft ja so einiges nicht rund.
    Ausserdem sind unser Berliner Krankenhäuser sowieso schon am Limit.
    Siehe Nichtaufnahme von kranken Kindern, mangels Pflegekräfte.
    Trauriger Höhepunkt.

  7. 20.

    Das ist ja eine schöne Liste, haben Sie die alle angerufen? Ich finde man soll sich da nicht so aufregen. Das ist zwar ein besonders hartnäckiges Grippevirus, aber immer noch ein Grippevirus, es ist nicht die Pest.

  8. 18.

    Wozu die Panik? Hier wissen Sie wenigstens, daß die betroffenen Personen aus einem Risikogebiet kommen. Die etlichen anderen Fluggäste, die auch auf großen internationalen Flughäfen oder in Asien waren und potentiell infiziert sein könnten, fahren sogar mit dem TXL oder der S- Bahn quer durch Berlin.

  9. 17.

    20 Personen beschäftigen die Verantwortlichen offenbar schon schwer. Was passiert in Berlin eigentlich, wenn es es einmal 2000 oder 5000 Verdachts- oder Erkrankungsfälle geben sollte? Die Notaufnahmen in den Krankenhäusern sind so schon von den täglichen Fällen überfordert.

  10. 16.

    Man munkelt, die Charité liegt einfach zu nah am Regierungsviertel... das möchte man dann doch nicht...

  11. 15.

    Die mit einer britischen Chartermaschine nach Europa ausgeflogenen Rückkehrer*innen steigen auf dem Militär-Flughafen bei Oxford in die "Kurt-Schumacher"-Maschine der Bundeswehr um, die sie und ein paar Österreicher*innen zum militärischen Teil von Tegel bringt. Dort werden sie erst einmal durch einem Amtsarzt einer Schnell-Untersuchung (mit Blutentnahme für den ersten Test) unterzogen und dann nach Köpenick überstellt. Dort bleiben alle (bis auf die test-positiven Patienten, die in die Charité gebracht werden)in einem abgetrennten (ehemaligen Verwaltungs-)Bereich der DRK-Kliniken für mindestens 2 Wochen unter Beobachtung. Die Österreicher (ein Ehepaar und eine Mutter mit drei Kindern) werden mit einer Spezialmaschine nach Wien ausgeflogen. Also alles im bestmöglichen grünen Bereich.

  12. 14.

    Ehrenamtliche Einsatzkräfte also, solche Leute sollten lieber 10faches Gehalt bekommen, als Stellen die so etwas entscheiden, armes Deutschland.

  13. 13.

    Wirklich clever eine derart große potenzielle Gefahr in eine 4 Millionenstadt zu holen...

  14. 12.

    Warum fliegen die nicht mit Hainan? Dann können Sie sich die Quarantäne sparen

  15. 11.

    Skandalös! Es geht hier um VERANTWORTUNG... und zwar den Menschen einer Millionenmetropole gegenüber. Das haben unsere Politiker bislang „weitab der Realität“ nicht begriffen, geschweige denn konsequent durch adäquate Handlungen umgesetzt. Wie oft in ähnlich gelagerten Fällen wäre erst deren eigene Betroffenheit ein Weg zur Ergreifung geeigneterer Maßnahmen. Statt dessen sollen nichtssagende hohle Phrasen wie: „wir (Deutschland) sind auf alles vorbereitet und gerüstet...“ (???) die Bevölkerung „weichspülen“. Die Tragweite dieser grenzenlosen Selbstüberschätzung werden wohl wieder einmal wir alle (die Bürger) ausbaden müssen = sukzessiv steigende Anzahl der Infektionen auch in Deutschland.

    Zum heutigen Zeitpunkt der Unklarheit sollte Vorsicht geboten sein, insbesondere präventiv, ähnlich dem bayerischen Vorbild: potentiell infektiöse Patienten fernab der Großstadt in Quarantäne zur Beobachtung und Behandlung! Alles andere sehe ich als verantwortungsloses und gefährliches Handeln an!

  16. 10.

    Wer hat das konkret zu Verantworten? In China werden Milionen Menschen isoliert und wir in Deutschland haben die Lage soweit im Griff, das wir in einem normalen KFZ die potentiell Verseuchten erstmal quer durch die Innenstadt der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands fahren um sie dann in einem heruntergekommenen Krankenhaus in einem Wohngebiet unterzubringen. Da muss man ja Unterstellen, das jemand eine Ausbreitung der Krankheit billigend in Kauf nimmt.
    Länder machen Grenzen deswegen dicht, aber wir hier in Berlin wissen es besser?!! Das ist die Arroganz der Politik. Liebes rbb24 Team, erforscht doch bitte mal, wer konkret diese Entscheidung gefällt hat und informiert uns Berliner wie diese Entscheidung begründet wird. Euer Artikel hat echt Satirepotential! Sowas kann man sich echt nicht ausdenken...

  17. 9.

    " Alle beteiligten Stellen seien im engen Austausch. "

    hoffentlich nicht mit dem Virus

  18. 7.

    Also ich verstehe die Idiotie nicht, wenn die Charité so gut ausgestattet ist, wieso kann man denn den Test nicht dort machen (wenn der Test so schnell ausgewertet ist lt. Dem Bericht), denn die Personen in einer Kaserne oder ähnlichem unterbringen...
    Nein die Personen sind schon gestraft, dass sie so isoliert werden nicht wissen ob sie eine ansteckende Krankheit haben leben da im ungewissen und denn werden sie von Tegel nach Köpenick gefahren (zur Show gestellt sage ich Mal so) und denn ggf. Bei einer Infizierung in die Charité zu kommen.

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