Von Polizei eskortiert, verlässt am 09.02.2020 ein Krankenwagen vom militärischen Teil des Flughafens Tegel (Quelle: DPA/Soeren Strache)
Video: rbb|24 | 09.02.2020 | Material: TeleNewsNetwork, TV News Kontor/dslrnews | Bild: DPA/Soeren Strache

Coronavirus - Wuhan-Rückkehrern geht es nach erster Untersuchung gut

Den 20 Deutschen, die aus Wuhan ausgeflogen wurden, geht es nach Angaben von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci gut. Ein Flugzeug der Bundeswehr hatte die Menschen am Sonntagmittag nach Berlin-Tegel gebracht.  

Die 20 Deutschen, die aus der vom Coronavirus schwer betroffenen chinesischen Stadt Wuhan ausgeflogen wurden, sind wohlauf. Das teilte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Sonntagnachmittag mit.

Bei den 16 Erwachsenen und vier Kindern gab es demnach eine erste medizinische Untersuchung durch einen Amtsarzt. Dabei seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Die Ergebnisse eines Coronavirus-Testes an der Berliner Charité sollen am Montagmorgen vorliegen.

Die China-Rückkehrer waren am Vormittag mit einer Bundeswehrmaschine auf dem abgeschirmten militärischen Teil des Flughafens Tegel gelandet. Außenminister Heiko Maas (SPD) äußerte sich nach der Ankunft erleichtert über die Ausreise der Deutschen.

Quarantäne Station ist strikt vom Bettenhaus abgetrennt

Die 20 Menschen - Deutsche und ihre Familienangehörigen - kommen nun in Quarantäne. Sie werden in einem Gebäude der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick am südöstlichen Stadtrand untergebracht. "Auch bei dieser Rückkehr gilt, dass die Sicherheit an allererster Stelle steht", sagte Maas. Auch die Klinik, das DRK und die Berliner Gesundheitsverwaltung betonten, für das Klinikpersonal, Patienten und die Bevölkerung bestehe kein Grund zur Sorge.

Die Rückkehrer werden 14 Tage lang in einem Verwaltungsgebäude wohnen, strikt getrennt von der regulären Patientenbetreuung, wie das DRK mitteilte. Auch die Betreuer gehörten nicht zum Mitarbeiterstamm der Kliniken. "Diese strikte räumliche und personelle Trennung trägt maßgeblich zur Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher sowie der Patientinnen und Patienten in Köpenick bei", sagte ein DRK-Sprecher.

DRK rechnet nicht mit Erkrankten

Für die Rückkehrer seien zwölf Zimmer eingerichtet, sagte der Leiter der internationalen Zusammenarbeit des DRK, Christof Johnen, am Sonntagvormittag. Es wurden Einzelpersonen, Paare und zwei Familien erwartet. "Für die Menschen ist es eine belastende Situation, deshalb soll ihnen der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht werden." Den Menschen stehe unter anderem Fernsehen und W-Lan zur Verfügung, für die Kinder gebe es Spielzeug. Das Essen komme von einem Caterer in Einmalverpackung, die dann entsorgt werde.

Die Rückkehrer dürfen aber ihre Zimmer verlassen. Im Hof gibt es für sie einen mit einem Zaun abgeschirmten Bereich. Nach Worten des Ärztlichen Direktors der DRK Kliniken, Professor Matthias Pross, würden die China-Rückkehrer sicherheitshalber in kleine Gruppen aufgeteilt, um die Möglichkeit einer eventuellen Ansteckung zusätzlich einzuschränken.

Das DRK geht davon aus, dass sie alle gesund sind. "Wir gehen nicht davon aus, dass wir medizinische Versorgung sicherstellen müssen", sagte Johnen am Vormittag. Die Rückkehrer sollen im Schichtsystem rund um die Uhr von jeweils sieben freiwilligen DRK-Helfern betreut werden. Es handelt sich beispielsweise um Notfallsanitäter und Pflegekräfte. Es gehe hauptsächlich um die soziale Betreuung, bei Bedarf stehe auch ärztliche Hilfe bereit.

Unterdessen gibt es in Köpenick auch Sorge wegen der Unterbringung der Menschen aus China und der aus Sicht von Anwohnern spärlichen Informationen. "Egal, ob es in Köpenick ist oder wo anders, das gehört nicht in eine Großstadt", sagte eine Köpenickerin mit einem Protest-Plakat vor der Klinik.

Bisher 14 Fälle in Deutschland

In der Bundeswehr-Maschine, die in Berlin landete, waren auch 17 Menschen aus anderen europäischen Ländern und deren Angehörige, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Sie würden nun unmittelbar mit Sonderflügen nach Luxemburg, in die Niederlande sowie nach Österreich und Rumänien weiterreisen. Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen. Sie sind in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim in Quarantäne.

Die Zahl der bestätigten Infektionen durch das Virus stieg am Sonntag in China um weitere 2.656 auf insgesamt 37.198 Fälle. Außerhalb Chinas sind bislang mehr als 300 Infektionen bestätigt, davon 14 in Deutschland. Am Sonntag wurde der erste Fall auf Mallorca bekannt. Die Zahl der Todesopfer durch das neue Coronavirus überstieg die der Sars-Pandemie vor 17 Jahren. Mit 89 neuen Todesfällen durch die Lungenerkrankung, die Chinas Gesundheitsbehörde am Sonntag bestätigte, kletterte die Gesamtzahl der Opfer weltweit auf 813.

Sendung: Abendschau, 09.02.2020, 19.30 Uhr

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19 Kommentare

  1. 19.

    Vielleicht mal sich mit den Thema genauer befassen und nicht gegen die Maßnahmen vorgehen.

    Wissen Sie wie das da drin von statten geht und welche Auflagen für die Gäste gelten ? Nein das wissen Sie nicht.

    Dann einfach mal den Ball flachhalten und nachdenken.

    Im diesen Sinne Gruß von einer Einsatzkraft die da mitgewirkt hat und den Zaun aufgebaut hat. Der ist nicht ohne Grund Blickdicht.

  2. 18.

    Ist sichergestellt das keiner das Gelände verlassen Kann?

  3. 17.

    Idiotisch ist eine Meinung nie. Und wer von Gehirn einschalten redet disqualifiziert sich selbst, Fakt isr, die Rückkehrer wurden zunächst nach England geflogen, dann nach Berlin (von wo wieder einige in andere europäische Staaten geflogen werden). Die Deutschen wurden von Tegel nach Köpenick gefahren, und erst am Ende der Reise wird untersucht, ob sie den Virus in sich tragen. Risikovermeidung läuft aus meiner Sicht anders. Wir gehen selbstsicher davon aus, dass wir alles im Griff haben. Das ist leicht überheblich. Erst untersuchen, dann transportieren wäre imho zur Risikovermeidung sinnvoll.

  4. 16.

    Der Berliner meckert und nörgelt, vor allem wenn er meint etwas verstehen zu sollen, in welchem Maße sich hier Leute bar jeder Kenntnis äußern, ist schlicht beschämend.
    Leute, lasst ist doch die Fachleute der Klinik und der Charité machen und haltet euch raus -bis jetzt war das Krisenmanagement großartig.

  5. 15.

    Ein bisschen Kenntnis über medizinische Grundlagen und oder Ansteckungswege würde einen solchen Unsinns Kommentar verhindern helfen

  6. 14.

    Zitat: Im Hof gibt es für sie einen mit einem Zaun abgeschirmten Bereich.

    Wenn wir früher wüssten, dass die Viren am Zaun halt machen, dann wäre doch alles kein Thema! Was soll das bitte schön sein? Was bringt eine Quarantäne wenn die Leute draußen spazieren dürfen. Oder gibt es da in Köpenick keinen Wind und nur Vakuum?

  7. 13.

    Mir verschlägt es die Sprache angesichts des itiotischen Kommentars. Martina wäre die erste die lautstark nach Hilfe schreien würde wenn es sie treffen würde. Egal ob es vorerst nur ein Verdacht ist oder nicht. Dann würde sie darauf bestehen das man ihr hilft. Sie zahlt ja schließlich Steuern und Hilfe steht ihr zu.
    Denkt doch erstmal nach wie ihr reagiert wenn euch so etwas treffen würde und dann ein paar Menschen die ihr Gehirn irgendwo ausgeschaltet haben, falls vorhanden, gegen Hilfe im Krankenhaus demonstriert.
    Es wurde Martina ja nicht gefragt ob man die Personen in ihrer Wohnung unterbringen kann.
    Man handelt doch endlich mal so, wie ihr in der Not auch behandelt werden wollt!!!!!!! Da gewinnt man glatt mehr Lebensfreude

  8. 12.

    Bei dem Video kommt mir nur ein Gedanke... Hoffentlich ein Anlass die Uralten Fahrzeuge vom DRK zu verschrotten... Hauptsache die Police fährt mit modernen Fahrzeugen :-/

  9. 11.

    Erstens ist Ihr Link nicht mehr abrufbar. Zweitens bezog ich mich nicht auf den Flughafen. Drittens habe ich nichts anders gesagt, als Sie nun selbst in korrigierter Fassung äußern. Grund für Panik besteht mE nicht.

  10. 10.

    Die Aufregung rührt allein daher, daß Sie es schlichtweg wissen, daß es sich um Personen aus dem Risikogebiet handelt. Alle anderen potentiell Infizierten, die bereits vor und während der Berichterstattung aus China nach Berlin gekommen sind, fahren mglw. sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln neben Ihnen durch die Stadt - wo bleibt da die Aufregung?

  11. 9.

    Dann haben Sie keine Ahnung von Virologie... China schließt zB nicht aus, dass Corina auch über das Verdauungssystem überträgt. Es ist nicht viel bekannt. Ein infizierter reicht aus, wie Bayern nun weiß.

  12. 8.

    Sorry, aber Sie verkennen dort etwas. Zitat RKI: "Das neuartige Coronavirus verursacht in erster Linie respiratorische Erkrankungen. Es ist davon auszugehen, dass die Übertragung – wie bei anderen Coronaviren auch – primär über Sekrete des Respirationstraktes erfolgt. Die neuartigen Coronaviren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden." Für die dargestellte Situation am Flugplatz ist dieses Risiko - wie im Posting zuvor dargestellt - also sehr gering. http://www.rki.de/nCoV

  13. 7.

    Ich bin fassungslos solch einen Kommentar zu lesen. Vielleicht sollten Sie mal überlegen, wie es den Betroffenen geht?! Das ist eine mehr als schwierige Situation und ich finde eine gute Kompromisslösung, dass unsere Mitmenschen wieder schnell ohne sorgen ins Leben treten können!
    Vielleicht sollten Sie sich zuhause einschließen, damit Sie sich nicht infizieren.....!!!!

  14. 6.

    Unverantwortlich - das Risiko in eine Millionenstadt zu holen!
    Berlin ist in vielen Dingen dermaßen unfähig ... Flughafen, fehlendes Klinikpersonal, Nahverkehr, Kriminalität - mir fehlt jedes Vertrauen, wie mit den potientiellen Coronavirenträgern umgegangen wird. Schon allein die Nachrichtenmeldung, dass sich Ehrenamtliche um die Quarantänegäste kümmern, lässt einen glatt die Haare zu Berge stehen!

  15. 5.

    Falsch, die Datenlage über die Übertragung des Virus ist nicht gesichert. TröpfchenInfektion ist nur eine Möglichkeit.
    https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

  16. 3.

    Ich wäre ja eher für 2 Wochen Quarantäne vor dem Flug..... Muss man das Risiko erst durch die Welt fliegen? Wer jetzt meint, man muss seine Landsleute um jeden Preis aus China holen verkennt die Risiken. Möchte nicht wissen, was passiert, wenn ein Flugzeug mal abstürzt.

  17. 2.

    Das Foto ist doch gar nicht aus Tegel, sondern aus Grossbrit. Ausserdem sind das keine Patienten, sondern erstmal Rückkehrer aus einem Infektionsgebiet. Ferner tragen die aus dem Flugzeug Aussteigenden Masken. Und das Personal hat keinen näheren Kontakt. Wir reden von einer Tröpfcheninfektion bei dieser Krankheit.

  18. 1.

    Wir sind bestens vorbereitet….
    Schön zu sehen, wie das Flughafenpersonal mit Warnwesten die Patienten in Empfang nimmt.
    Aber bei den Windverhältnissen ist das ja wie weggeblasen.
    Gibt es beim TXL kein Sicherheitsbeauftragten / Gesundheitsschutz ??

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