Von Polizei eskortiert, fährt ein Krankenwagen vom militärischen Teil des Flughafens Tegel die Straße entlang. Ein Flugzeug der Bundeswehr ist mit Rückkehrern aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan in Berlin gelandet. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.02.2020 | Ronald Schleif | Bild: dpa/Soeren Stache

Testergebnisse - Kein Coronavirus bei China-Rückkehrern in Berlin nachgewiesen

Nach ersten Untersuchungen ist keine der 20 Personen, die am Wochenende von China nach Berlin ausgeflogen wurden, mit dem Coronavirus infiziert. In Quarantäne bleiben müssen die Rückkehrer aber weiterhin.

Die 20 Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus China, die am Sonntag in Berlin-Tegel gelandet sind, sind alle negativ auf das neuartigen Coronavirus getestet worden. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Montagvormittag in einer Pressemitteilung mit. Trotzdem bleiben die Menschen vorerst weiter in einem separaten Gebäudeteil der DRK-Kliniken Köpenick isoliert untergebracht.

"Wir sind erleichtert. Alle Testergebnisse auf das neuartige Coronavirus der Rückkehrerinnen und Rückkehrer in Berlin sind negativ", wird Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) in der Mitteilung zitiert. Weiter erklärte sie: "Die 14-tägige Quarantäne für die Dauer einer längst möglichen Inkubationszeit unter Beobachtung ist eine Maßnahme, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen. Der Bevölkerungsschutz hat höchste Priorität für mich." Am Nachmittag will sich die Senatsgesundheitsverwaltung detailiert zu den Ergebnissen und zur Betreuung der China-Rückkehrer äußern.

Tests werden alle vier Tage wiederholt

Die 20 Menschen - Deutsche und ihre Familienangehörigen - waren am Sonntag aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Stadt Wuhan mit einer Bundeswehrmaschine nach Berlin gebracht worden. Vom Flughafen Tegel aus wurden sie umgehend auf eine Quarantäne-Station transportiert. Diese wurde auf dem Gelände der Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin-Köpenick speziell für diesen Zweck eingerichtet.

Bereits am Sonntag hieß es, die 16 Erwachsenen und vier Kinder seien wohlauf. Das habe eine erste medizinische Untersuchung nach der Ankunft der Sondermaschine ergeben. Später wurden für den Corona-Test noch Speichelproben entnommen, die in die Charité zur Untersuchung gebracht wurden. Diese Tests sollen zwei Wochen lang alle vier Tage wiederholt werden.

Grund dafür sei, dass ein erstes negatives Testergebnis sei keine hundertprozentige Garantie dafür sei, dass sich innerhalb von mehreren Tagen nicht trotzdem eine Infektion einstelle, hatte der Generalsekretär des Deutschen Roten Kreuzes, Christian Reuter, nach der Rückkehr erläutert. Deshalb sei der medizinisch empfohlene Weg, die Menschen 14 Tage zu isolieren und den Test auf das Virus alle vier Tage zu wiederholen. Dann sei sicher ausgeschlossen, dass nicht doch jemand infiziert sei. Reuter sprach von einer "reinen Vorsichtsmaßnahme".

Sollte es in den nächsten Tagen doch noch positive Testergebnisse geben, will die Senatsverwaltung für Gesundheit nach Angaben einer Sprecherin darüber informieren. Im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus würde die Charité laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) die Behandlung übernehmen. Dort gebe es eine spezielle virologische Abteilung.

Quarantäne im DRK-Verwaltungsgebäude

Laut Gesundheitsorganisation WHO kann eine Infektion mit dem Coronavirus milde Symptome wie Schnupfen, Halsweh, Husten und Fieber hervorrufen. Aber auch eine Lungenentzündung und Atembeschwerden sind möglich.

Die Rückkehrer sind für die Dauer der Quarantäne in einem DRK-Verwaltungsgebäude untergebracht, strikt getrennt von den regulären Patienten des Krankenhauses. Das teilte das DRK am Sonntag mit. Auch die Betreuer gehörten nicht zum Mitarbeiterstamm der Kliniken.

Die 20 Menschen kamen im Zuge der zweiten Rückholaktion mit einem Bundeswehrflugzeug nach Berlin. Vor gut einer Woche waren rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige in Frankfurt am Main angekommen. Auch diese Passagiere wurden unter Quarantäne gestellt - die meisten in einer Kaserne im pfälzischen Germersheim. Bei zwei Passagieren aus dieser Gruppe war das Virus festgestellt worden.

Sendung: Inforadio, 10.02.2020, 08:40 Uhr  

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1 Kommentar

  1. 1.

    Und das war jetzt so viele Artikel wert?

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