Kreißsaal im tschechischen Karlsbad (Bild: imago images/Jiri Hubatka)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.02.2020 | Sabine Tzitschke | Bild: imago images/Jiri Hubatka

Hebammen fehlen - Kreißsaal Eisenhüttenstadt nur von 8 bis 16:30 Uhr geöffnet

Schon seit Monaten läuft es im Kreißsaal in Eisenhüttenstadt nicht rund. So wie auch in einigen anderen brandenburgischen Kliniken gibt es auch hier zu wenige Hebammen. Bis vier neue aus Russland anfangen können, sind die Öffnungszeiten eingeschränkt.

Wegen akuten Hebammenmangels reduziert der Kreißsaal des Krankenhauses in Eisenhüttenstadt seine Öffnungszeiten. Ab April können dort nur noch tagsüber zwischen 8 und 16.30 Uhr Kinder zur Welt gebracht werden können, wie am Dienstag bekannt gegeben wurde.

Derzeit sind lediglich drei Hebammen im Kreißsaal tätig. Diese hätten in den zurückliegenden Monaten dermaßen viele Überstunden angesammelt, so dass der Personalrat diese Schließzeiten hätte festlegen müssen, heißt es aus dem Krankenhaus. Drei Hebammen reichten für eine Rund-um-die Uhr-Betreuung nicht aus, betonte eine Krankenhaussprecherin. Auch eine Ad hoc-Schließung des Kreißsaales sei jederzeit möglich, sollte eine der drei Hebammen krank werden.

Im Sommer soll es besser werden

Im November und Dezember musste der Kreißsaal in Eisenhüttenstadt schon mehrmals an Wochenenden geschlossen werden. Gleichwohl sei bislang keine Mutter in den Wehen weggeschickt worden, jede habe ihr Kind zur Welt bringen können, so die Sprecherin weiter. Werdende Mütter in der Region Eisenhüttenstadt werden ab April gebeten, auf Kreißsäle in Frankfurt (Oder), Cottbus und Bad Saarow auszuweichen.

Frühestens im Sommer dürfte sich die Situation in Eisenhüttenstadt wieder verbessern. Dann werden voraussichtlich vier Hebammen aus Russland ihren Dienst aufnehmen können. Bislang ist das nicht möglich, weil noch Zulassungen nachgereicht werden müssen, erklärte die Krankenhaussprecherin weiter.

Hebammenmangel ist ein landesweites Problem

Auch in anderen Krankenhäusern in Brandenburg mussten wegen Fachkräftemangels Kreißsäle geschlossen oder deren Angebote eingeschränkt werden. Im Sana-Krankenhaus Templin (Uckermark) sind Geburten täglich nur zwischen 8 und 20 Uhr möglich, da nur zwei Hebammen im Dienst sind. Die Klinik kündigte an, dass dort ab dem 1. April Entbindungen wieder rund um die Uhr möglich sein werden.

Am Krankenhaus Märkisch-Oderland in Strausberg können bis zum 2. März gar keine Geburten begleitet werden. Seit Mitte Februar sind dort die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Kreißsaal geschlossen. Grund auch hier: ein akuter Mangel an Fachärzten. Patientinnen müssen sich vorübergehend an andere Häuser wenden: etwa die 22 Kilometer entfernte die Immanuel-Klinik in Rüdersdorf, das circa 35 Kilometer entfernte Klinikum Barnim Eberswalder oder das etwa 62 Kilometer entfernte Klinikum Frankfurt/Oder.

In den vierzehn Landkreisen und vier kreisfreien Städten in Brandenburg gibt es aktuell 25 Kliniken mit einer Geburtsstation.

Sendung: Brandenburg aktuell, 25.02.2020, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Es ist kaum zu glauben. Die Zeit ist längst überfällig, die Berufe im Gesundheitswesen attraktiv zu gestalten. Hoffentlich trifft es mal diejenigen, die es zu verantworten haben. Mit der schwangeren Frau ein paar Kreißsäle abklappern hilft vermutlich auf die richtige Spur zu kommen.

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