Google Maps Hacks (Quelle: Simon Weckert)
Simon Weckert
Audio: radioeins | 03.02.2020 | Gespräch mit Simon Weckert | Bild: Simon Weckert Download (mp3, 5 MB)

Aktion in Berlin - So gelang einem Künstler der Fake-Stau auf Google Maps

Er lief mit einem Handkarren voller Handys durch die Straßen Berlins und suggerierte Google damit einen Stau: Die Aktion des Künstlers Simon Weckert sorgt für Furore. Dem rbb hat er mehr über die Idee erzählt.  

Wie kann man Google Maps austricksen und einen virtuellen Stau erzeugen, den es auf den realen Straßen in Berlin gar nicht gibt? Dem Künstler Simon Weckert und seinem Team ist das offenbar gelungen. Dem rbb hat er erklärt, wie sie das System austricksen konnten.

In einem Video ist zu sehen, wie Weckert einen Handkarren mit 99 Smartphones hinter sich herzieht. Auf allen Handys ist das Google-Maps-Navi eingeschaltet. So spazierte Weckert unter anderem über die Schillingbrücke in Friedrichshain.

Vielleicht hätten auch 50 Smartphones gereicht

"Eventuell hätten für die Aktion auch 50 Smartphones ausgereicht. Das muss man ausprobieren", erklärte Weckert im Gespräch mit radioeins. "Für mich waren 99 Smartphones aber das Minimum." Mit dieser Anzahl sei er sich sicher gewesen, dass sich das auf Google Maps auswirken werde.

In dem Video ist auch eine Google-Karte zu sehen, die sich langsam rot färbt. Denn offenbar registrierte der Kartendienst die Konzentration der vielen Handys, deute dies aber  fälschlicherweise als Stau.

Andere Verkehrsteilnehmer bekamen eine alternative Route angezeigt, um den vermeintlichen Stau zu umfahren. Im Umkehrschluss konnte Weckert seinen Karren über fast autoleere Straßen ziehen.

Wie verhält sich ein Fahrzeug im Stau?

Das Video sei allerdings ein Zusammenschnitt eines ganzen Tages, erklärte Weckert dem rbb. "Wir haben die Smartphones in den Bollerwagen gepackt und sind einfach quer durch die Stadt gelaufen."

Zudem habe sich das Team hinter dem Künstler vorher überlegt, wie sich ein Fahrzeug im Stau verhalte. "Demzufolge haben wir unseren Rhythmus angepasst. Das heißt, manchmal sind wir mit dem Wagen auch schneller oder langsamer gelaufen, manchmal sind wir an den Orten auch hin- und hergelaufen, manchmal waren wir auch mal eine Stunde lang an einer Stelle. Bis wir am Ende das Ergebnis erzielt hatten, das wir haben wollten. "

Auf seiner Homepage [simonweckert.com]  erklärt Weckert, den Grund für seine Aktion: Er wolle auf die Macht von Apps aufmerksam machen. Applikationen wie Google Maps, aber auch virtuelle Carsharing- oder Fahrradverleih-Angebote würden die reale Stadt verändern und das Verhalten von Lebewesen beeinflussen. Darüber müsse man sich mehr Gedanken machen.

Sendung: radioeins, 03.02.2020, 16:20 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Ich stehe auch ohne Maps sehr selten im Stau. Auf meinem Weg nach Hause, würde mir das auch gar nicht helfen! Dank BVG, Deutsche Bahn und unserer nicht sehr klugen Verkehrssenatoren/innen der letzten Jahrzehnte, sind alle Wege zu meinem Wohnquartier dauerhaft mit Baustellen ("Instantstau") überzogen. Ich stehe auf allen drei in Frage kommenden Straßen relativ die selbe Zeit. lol

  2. 4.

    Ich hab Maps schon an in der Stadt, also nicht Navi/Route, sondern Maps. Wenn ich Stau sehe, fahre ich anders. Viele Wege führen nach Rom. Oft ist da aber gar kein Stau :-) und dann frag ich mich, welcher Honk mit immer noch angeschalteten Navi im Büro Nähe der Fahrbahn sitzt und seit Stunden arbeitet... Kann nur nen Kerl sein ;-)

  3. 3.

    Erstaunlich, aber ist das Ergebnis wirklich repräsentativ? Ich persönlich habe, innerhalb Berlins, nie ein Navi in Benutzung.
    Das heißt ja quasi, wir haben es hier nur noch mit großen Horden von Lemmingen zu tun! Mit einem weniger hohen Aufwand, also am Computer-Terminal, könnte man eine "Verkehrslenkung" vornehmen und riesige Reihen von "Lemmingen" umlenken. Cool

  4. 2.

    Lassen sich wirklich so viele von Google Maps navigieren, dass der Umkehrschluss zutreffend ist, dass der Künstler deshalb leere Straßen vorfand? Im Video sieht man viel Handys mit eingeschaltetem Display. Damit war er garantiert keinen "ganzen Tag" unterwegs..

  5. 1.

    mal was lustiges.................

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