ARCHIV - 12.03.2018, Berlin: Blumen, Kerzen und Gedenkschreiben haben Menschen am Eingang zur Eisschnelllaufhalle an der Konrad-Wolf-Straße zum Gedenken an die ermordete Schülerin abgelegt. (Quelle: dpa/Zinken)
Bild: dpa/Zinken

Mordfall in Berlin - Bekannte des Mörders von 14-jähriger Keira angeklagt

Der Fall um die ermordete Teenagerin Keira in Berlin schien abgeschlossen. Doch nun erhebt die Staatsanwaltschaft erneut Anklage - wegen Beihilfe zum Totschlag: Eine Bekannte des Täters soll von dem Mordplan gewusst und dem Täter ein fingiertes Alibi verschafft haben.

Der Fall um die von ihrem Mitschüler ermordete, damals 14-jährige Keira aus Berlin hat eine neue Wendung genommen. Gegen eine jugendliche Bekannte des Täters hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Beihilfe zur Tötung erhoben, wie eine Gerichtssprecherin am Montag auf Nachfrage von rbb|24 bestätigte.

Demnach sei die ebenfalls damals 14-Jährige in die Pläne des Mörders eingeweiht gewesen, sagte die Sprecherin. Auf dem Messenger-Dienst Whatsapp habe sie dem Täter geschrieben und damit der Polizei vorgegeben, sie hätte sich zur Tatzeit mit ihm in einem Einkaufszentrum in Berlin-Hohenschönhausen getroffen. So habe sie ihm ein falsches Alibi verschaffen wollen. Das hätten die beiden, die nun Angeklagte und der verurteilte Mörder, vorher unter sich verabredet. Laut Staatsanwaltschaft habe das Treffen auch stattgefunden, jedoch nachdem die Jugendliche Keira mit 23 Messerstichen in ihrer eigenen Wohnung umbracht wurde.

Täter wegen Mordes verurteilt

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Beschuldigte die Tötung billigend in Kauf genommen habe, aber nicht den Mord. Deswegen sei die Anklage nicht auf Beihilfe zum Mord erhoben worden, sagte die Sprecherin weiter.

Der Prozess vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin gegen die heute 16-jährige Teenagerin beginnt im März und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Für die Verhandlung sind vier Tage angesetzt. Die Angeklagte befindet sich momentan nicht in Haft.

Im März 2018 hatte der damals 15-jährige Täter die Schülerin Keira in der elterlichen Wohnung mit 23 Messerstichen umgebracht. Ihre Mutter fand sie damals blutüberströmt und geknebelt vor der Couch. Rettungskräfte konnten das Mädchen nicht mehr reanimieren. Einen Tag später wurde der Schüler festgenommen und im November 2018 zu einer Jugendstrafe von neun Jahren verurteilt. Eine Revision wies der Bundesgerichtshof ein Jahr später ab.

Sendung: Abendschau, 17.02.2020, 19:30 Uhr

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