Karaoke im Mauerpark. Quelle: Ralf Zöllner/www.imago-images.de
Bild: Ralf Zöllner/www.imago-images.de

Musik im Freien - Pankow testet Lärmschutzwände im Berliner Mauerpark

Im Konflikt zwischen Anwohnern und Parknutzern hat der Bezirk Pankow eine Lösung vorgeschlagen. Ab kommendem Frühjahr will die Verwaltung eine mobile Lärmschutzwand im Mauerpark testen, die flexibel aufgestellt und wieder abgebaut werden kann.

Die Pankower Bezirksverwaltung will ab kommendem Mai eine mobile Lärmschutzwand testen, die Anwohner des Mauerparks vor lauter Musik schützen soll. Wie die Bezirksverwaltung am Mittwoch in einer Mitteilung erklärte, soll zunächst ein Exemplar im Mauerpark getestet werden, ehe über den Einsatz weiterer Schutzwände entschieden werde. Ob die "Acoustic Shells" ihren Zweck wirklich erfüllen, wird vom Verein "Freunde des Mauerparks" zusammen mit Studierenden der TU-Berlin sowie Beschäftigten des Umweltamts untersucht. 

"Wenn die Acoustic Shells helfen, lärm-spezifische Konflikte zu lösen, wäre das ein toller Erfolg", erklärte Vollrad Kuhn (Bündnis90/Die Grünen), Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in der Mitteilung. Bezirksbürgermeister Sören Benn (Die Linke) sagte: "Ich bin sehr froh, dass wir das jetzt gemeinsam tatsächlich machen und gespannt darauf, wie es in der Praxis funktioniert. Wir brauchen solche innovativen Experimente zu Ausbalancierung der zunehmenden Nutzungskonflikte."

Test nahe der Schwedter Straße

Die für die Testphase vorgesehene Acoustic Shell soll entlang der Schwedter Straße innerhalb des Musikbereichs aufgebaut werden. Getesetet wird sie laut Verwaltung ab dem Frühjahr vor allem an Sonntagen. Wenn der Prototyp funktioniert, sollen weitere Exemplare bestellt werden.

Alexander Puell vom Verein "Freunde des Mauerparks" zeigte sich laut der gemeinsamen Mitteilung zufrieden: "Im Mauerpark gibt es kein Entweder-Oder, sondern alle Nutzergruppen werden von uns berücksichtigt. Die Acoustic Shells sind eine Win-Win-Situation für Anwohner wie Musiker. Anwohner bekommen mehr Ruhe und die Musiker bessere Akustik beim Musizieren."

Mehr Ruhe für Anwohner, bessere Akustik für Musiker

Als Vorbild dienen die Acoustic Shells, die in einem englischen Park von den Architekten Flanagan Lawrence errichtet wurden [mauerpark.info]. Die Erfinder hatten damit mehrere Preise gewonnen. "Die Shells bilden eine Schallbarriere zum Schutz der Anwohner und verbessern die Akustik für das unmittelbare Publikum", teilt das Bezirksamt mit. In der Testphase sollen die verschiedenen Nutzergruppen regelmäßig informiert und eingebunden werden. Geplant seien ein Zwischenbericht im Juni sowie ein Schlussbericht nach dem Projektende im November.

Die Lärmkonflikte zwischen Parknutzern und Anwohnern sind schon lange Thema im Bezirk. Die Verwaltung hatte im vergangenen Jahr erstmals zu einem runden Tisch eingeladen, um alle Parteien miteinander ins Gespräch zu bringen. Ergebnis ist der Vorschlag für ein Konzept, zu dem auch die Acoustic Shell gehören. "Der Vorschlag soll eine respektvolle und pragmatische Lösung der bestehenden Konflikte im Mauerpark für alle Beteiligten anbieten", hieß es vom Bezirksamt. 

Sendung: Abendschau, 05.02.2020, 19.30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 2.

    Es wäre ja schön, wenn es klappt und den Musikern und den Anwohnern geholfen wäre.

  2. 1.

    Okay, hoffentlich funktioniert es! Dann sollten wir es auch für den Görlitzer Park bekommen. Leider müsste man ihn fast ganz mit den Stellwänden versehen, da im Sommer jeden Abend an vielen Stellen laut getrommelt, mit Verstärkern musiziert und gegröhlt wird.

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