Ziviles Polizeifahrzeug erfasst Frau (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Berlin-Schöneberg - Fußgängerin stirbt nach Unfall mit Zivilauto der Polizei

Nach einem Unfall mit einem Polizeiauto ist eine 28-Jährige am Samstag im Krankenhaus gestorben. Die Fußgängerin war am Mittwoch in Berlin-Friedenau lebensgefährlich verletzt worden, als sie von einem Polizeiauto angefahren wurde.

Die Ermittlungen zum Unfallgeschehen dauern an, wie die Polizei am Samstagabend mitteilte. Der zivile Wagen war nach bisherigen Erkenntnissen mit Blaulicht und Sirene unterwegs gewesen. Der Frau, die gerade die Rheinstraße über eine Fußgängerfurt überqueren wollte, konnte der Fahrer nicht mehr ausweichen.

Alkoholtests negativ

Der Fahrer unterzog sich nach Angaben der Polizei freiwillig zwei Atemalkoholmessungen. In beiden Fällen sei das Ergebnis negativ ausgefallen, hieß es. Auch bei einer Fahrtüchtigkeitsprüfung seien keine Ausfallerscheinungen bei dem Mann festgestellt worden.

Die Zivilstreife war laut Polizei auf dem Weg zum U-Bahnhof Innsbrucker Platz gewesen - wegen eines Falls von Körperverletzung.

Ähnlicher Fall kurz zuvor

Nur einige Tage zuvor erfasste eine Polizeistreife einen Fußgänger auf der Allee der Kosmonauten in Berlin-Marzahn. Der 30-Jährige erlag seinen Verletzungen. Die Beamten waren auf dem Weg zu einem Raubdelikt in der Nähe des Unfallortes.

Vor rund einem Monat wurde ein Berliner Polizist angeklagt, der im Januar 2018 mit einem Polizeiauto nahe dem Alexanderplatz den Wagen einer 21-Jährigen gerammt hatte. Die Frau war noch an der Unfallstelle gestorben. Dem 52-Jährigen werden fahrlässige Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs durch Alkohol am Steuer vorgeworfen.

Sendung: Inforadio, 22.02.2020, 20 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Die junge Frau war eine ganz enge liebe Freundin meiner Tochter. So ein grausamer Schicksalsschlag auch für alle Freundinnen dieses jungen Menschen.Sie haben Recht, diese unnötige, unachtsame Raserei zerstört das Glück mehrerer Familien ein Leben lang. Diese verrückte Raserei steht in keinem Verhältnis zum Anlass, und es berechtigt noch lange nicht, dabei Menschen zu töten. Diese junge, extrem liebenswürdige Frau war eine so lebensfrohe Person, und sie ist gestorben für eine vollkommen unberechtigte, unachtsame Raserei.

  2. 9.

    Die junge Frau war eine enge, ganz liebe Freundin meiner Tochter. Wir sind am Boden zerstört und unendlich traurig. Für meine Tochter ist die Welt stehen geblieben.

  3. 8.

    Genau wie ich bereits schrieb, bei uns in Deutschland gibts das Datenschutz Gedöns, woanders gibts Cameras.
    Wen man täglich jederzeit und überall von irgendwelchen
    Smartphones aufgenommen werden darf, wieso sollen dann Streifenwagen keine Cams haben?
    Wer soll denn hier vor was " geschützt " werden?
    Ihr erwähnter Unfalldatenschreiber hat in Marzahn übrigens keine Klarheit gebracht.

  4. 7.

    Einsatzfahrzeuge der Polizei sind mit Unfalldatenspeichern ausgestattet. Hier braucht es keine Spekulation. Es werden nur nicht alle Infos an die Öffentlichkeit wegen eines laufenden Verfahrens herausgegeben.

  5. 6.

    Es gibt seit über zwanzig Jahren an allen Dienstfahrzeugen Unfalldatenschreiber, welcher alle signifikanten Messwerte (Blaulicht, Horn, Geschwindigkeit, Lenkbewegungen, pp. ) sichert. Eine Videoaufzeichnung auf Vorrat ist schlicht rechtswidrig. Was dem normalen Bürger verboten ist, sollte nicht ohne Grund der Polizei erlaubt werden. Denn, wenn die Polizei Ihre Fahrten per Video aufzeichnet, warum sollten andere Verkehrsteilnehmer das nicht machen müssen. Ein Video hat auch keine 100% Beweissicherheit, da es auch stets auf die Kameraposition ankommt (siehe auch den Videobeweise im Fußball und dessen Probleme).

    Mal abgesehen davon, wird zurecht nicht jeder Aufklärungsschritt der Justiz sofort öffentlich gemacht. Zurecht.
    PS.: Das private Aufnehmen des Straßenverkehrs ist weiterhin rechtswidrig, der BGH hat nur erlaubt, dass diese rechtswidrigen Aufnahmen als Beweismittel in Zivilgerichtsverfahren benutzt werden dürfen.

  6. 5.

    Dafür gibt es sogar elne kostengünstige Lösung, einfach eine Dashcam und Blackbox einbauen und das Problem ist gelöst.

  7. 4.

    Sonderrechte lassen keine Raserei zu, das können Sie im Gesetz nachlesen. Ob Raserei, also zu hohe Geschwindigkeit, in diesem Fall ursächlich war muss erst noch geklärt werden. Ihr Pauschalisieren finde ich fehl am Platz. Bis zum Abschluss der Ermittlungen sollte man sich nicht in Vermutungen verlieren.

  8. 3.

    Grauenvolle Nachricht am Sonntagmorgen.
    Mein Mitleid mit der Familie und Freunden der jungen Frau.Sie hatte ihr Leben vor sich und warum musste sie sterben? Wird das geklärt werden?
    Es gibt dennoch keinem Betroffenen Trost.
    Ich fordere Kameraeinsatz für jede Einsatzfahrt der Polizei als Basisausstattung, auch zu deren eigener Absicherung.
    Ich denke nur durch Videoüberwachung/Fahrtenschreiber kann man einem möglichen Fortschreiten dieser Vorfälle etwas entgegen halten. Es wäre ein Versuch wert. Das Spekulieren ob Martinshorn an oder aus war und wer nicht schnell genug auswich, hätte zukünftig ein Ende. Meist fehlen Zeugen.
    Andere Länder haben sowas schon lange.
    Bei uns gibts das Gedöns um Datenschutz, was immer den Tätern zuspielen wird und immer das Totschlagargument ist.

  9. 2.

    Mein Beileid für die Familie und Angehörigen. Die Polizei sollte gravierend darüber nachdenken, dass die Sonderrechte keine Raserei zulassen. 2 tote Bürger in einer Woche - das geht zu weit !!

  10. 1.

    Mein herzliches Beileid und viel Kraft allen Hinterbliebenen.

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