Einer der Angeklagten im sogenannten Goldmünzen-Prozess vor dem Landgericht in Berlin (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Erneut Freispruch gefordert - Plädoyers im Goldmünzen-Prozess nähern sich dem Ende

Im Fall des spektakulären Diebstahls der 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hatten am Donnerstag erneut die Anwälte das Wort - dabei wurde ein weiterer Freispruch gefordert.

Indizien aus Sicht der Verteidigung widerlegt

Bereits Ende Januar hatten die Verteidiger von drei der vier Angeklagten auf Freispruch plädiert. Dieser Linie folgte nun auch einer ihrer Kollegen. Dieser verteidigt den 21-Jährigen, der damals als Wachmann tätig war und laut Anklage den drei Mitangeklagten wichtige Hinweise gegeben haben soll. Der Anwalt sah dafür keine Hinweise. Vielmehr seien die von der Anklagebehörde gesammelten Indizien widerlegt. Der zweite Anwalt des ehemaligen Wachmanns soll am Montag plädieren. Damit wären die Plädoyers dann abgeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor Haftstrafen von fünf bis sieben Jahren wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall verlangt. Das Urteil in dem seit mehr als einem Jahr laufenden Prozess soll noch im Februar verkündet werden.

Angeklagte haben geschwiegen

Die 21- bis 25-Jährigen Angeklagten sollen in der Nacht zum 27. März 2017 die Münze "Big Maple Leaf" mit einem damaligen Goldwert von knapp 3,75 Millionen Euro gestohlen haben. Drei der deutschen Angeklagten, die zu einer arabischstämmigen Familie gehören, sollen über ein Fenster in das Museum eingestiegen sein. Das Trio soll dann eine Vitrine zertrümmert und das riesige Goldstück zu einem Auto geschafft haben. Die Angeklagten schweigen zu den Vorwürfen. Die Münze wurde nicht gefunden. Experten nehmen an, dass sie eingeschmolzen wurde.

Sendung: Abendschau, 13.02.2020, 19.30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Immer wieder schlimm, wenn sich Menschen nicht an die Rechtsordnung halten, hat aber irgendwie auch'n bißchen was von "Dagobert" ;-)

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