Symbolbild: Pendler verlassen eine Regionalbahn. (Quelle: dpa/K. Nietfeld)
Video: Brandenburg aktuell | 12.02.2020 | Thomas Heinloth | Bild: dpa/K. Nietfeld

Bauarbeiten Nauen - Hennigsdorf - Spandau - Pendler im Nordwesten vom Regionalverkehr abgeschnitten

Auf der Bahnstrecke von Nauen nach Berlin geht es traditionell chaotisch zu: Zu wenig Züge mit zu wenig Platz für zu viele Pendler. Von Dienstag an dürfte sich die Situation für Tausende noch verschärfen: Mehrere Regionalbahnen fallen für einige Wochen aus.

Pendler auf den Regionalbahnstrecken des RE2, RE6, RB10, RB13 und RB14 müssen sich die kommenden fünf Wochen auf Einschränkungen einstellen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, werden einige Strecken ab Dienstag wegen Bauarbeiten an den Schienen komplett gesperrt. Der Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Auf anderen Strecken kommt es zu Fahrzeitänderungen und Ausfällen der kürzlich eingerichteten Verstärkerfahrten.

Die Änderungen im Fahrplan im Einzelnen:

RE2 (Odeg): Der von der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH betriebene Regionalexpress 2 verkehrt bereits seit Anfang Februar zu veränderten Zeiten, einige Züge müssen wegen Bauarbeiten der Deutschen Bahn ausfallen.

Von Dienstag, 18. Februar bis Sonntag 23. Februar gelten veränderte Fahrzeiten zwischen Nauen und Berlin-Südkreuz, -Ostkreuz und -Gesundbrunnen.

Die sogenannten Verstärkerfahrten, die im Pendler-Berufsverkehr eingesetzt werden, entfallen komplett [odeg.de | pdf]. Das betrifft die Züge ab Nauen um 07:23 Uhr, 16:44 Uhr und 18:39 Uhr. Außerdem entfällt der Zug RE6, der um Punkt 6 Uhr in Berlin-Gesundbrunnen, um 15:45 Uhr vom Ostkreuz und um 17:43 Uhr am Südkreuz startet.

Vom Sonntag, 23. bis Freitag, 28. Februar entfallen die Verstärkerfahrten zwischen Nauen und Berlin zu den gleichen Zeiten - dann allerdings komplett werktags von Montag bis Freitag.

RE6: Vom 18. Februar bis zum 24. März entfallen auf der Linie des Regioexpresses 6 aus Neuruppin die Halte Falkensee, Spandau und Jungfernheide.

Ab Hennigsdorf ist bis Berlin-Spandau ein Ersatzverkehr eingerichtet. Der RE6 wird von Hennigsdorf direkt zum Halt Berlin-Gesundbrunnen umgeleitet.

RB10/14: Ebenfalls für die fünf Wochen ab 18. Februar fällt die Regionalbahn 14 zwischen Nauen und Berlin-Charlottenburg komplett aus. Es entfallen die Halte auf der Strecke, also Brieselang, Finkenkrug, Falkensee, Seegefeld, Albrechtshof und Berlin-Spandau.

Auch hier ist ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Der RB14 startet und endet am Bahnhof Berlin-Charlottenburg und fährt von dort die gewohnte Strecke bis zum Flughafen Berlin-Schönefeld.

Etliche Fernverkehrszüge von und nach Hamburg erhalten nach Angaben der Deutschen Bahn ebenfalls im Zeitraum vom 18. Februar bis 24. März geringfügige Fahrzeitenverlängerungen - in der Regel fahren sie 10 Minuten eher. Zudem werden einzelne Züge ohne Halt in Berlin-Spandau umgeleitet.

Vom 3. bis 17. März fällt der ICE 308 um 12.38 Uhr von Berlin-Hauptbahnhof nach Hamburg aus.

Als Grund für die Sperrungen gibt die Deutsche Bahn an, dass die Schienen erneuert werden müssen, um künftig im Fernverkehr nach Hamburg mehr Züge einsetzen zu können.

Pendler warten seit Monaten auf Entlastungszüge

Pendler beschweren sich seit Monaten über die schlechten Bedingungen auf der Strecke zwischen Nauen und Berlin. Um die überfüllte Strecke zu entlasten, sollten neue Doppelstockwagen eingeplant werden. Schon im April 2019 waren 1.000 zusätzliche Plätze für die Regionalbahn-Linien 7, 10 und 13 eingeplant.

Langwierige Genehmigungsverfahren, Baustellen und Personalmangel verursachten aber Verzögerungen - viele Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge. Aufgrund der betrieblichen Verknüpfung sei auch die Linie RB14 von zu kurzen Zügen betroffen gewesen, erklärte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Die verantwortliche DB Regio zahlt wegen nicht erbrachter Vertragsleistungen eine Strafe von 1,2 Millionen Euro.

Eine der hochfrequentiertesten Strecken Deutschlands

Die lang angekündigten Doppelstockwagen sind bereits vorhanden - in Betrieb sind sie aber noch immer nicht. Auf rbb-Anfrage teilte die Bahn mit, dass die dazu benötigte Sicherheitstechnik, eine sogenannte Notbremsüberbrückung, für den Berliner Nord-Süd-Tunnel noch nicht vom Eisenbahnbundesamt (EBA) genehmigt wurde. Wann die zusätzlichen Züge in Betrieb genommen werden können, steht deshalb noch nicht fest.

Mit über 21.000 Pendlern aus dem Havelland ist die Strecke nach Angaben des Berliner Fahrgastverbands Igeb eine der höchstbelastesten in Deutschland [igeb.org].

Sendung: Brandenburg Aktuell, 12.02.2020, 19:30 Uhr

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8 Kommentare

  1. 8.

    Der Bericht in der Abendschau war mal wieder ne Katastrophe und zeigt das die Menschen es immer noch nicht verstanden haben was und wie Bauarbeiten auf der Schiene funktionieren.

  2. 7.

    Das ist ja ein Teufelskreis.
    Bei der Bahn wird gebaut>Überfüllte Züge>Die Leute fahren hinterher Auto>Stau auf den Straßen>Ausweichverkehr durch die Wohngebiete>Ärger der Anwohner, dass keiner Bahn fährtm

  3. 6.

    Ich empfehle nach wie vor das eigene Auto.

  4. 5.

    Wie üblich wird vermutlich nicht gearbeitet an Sonntagen, Feiertagen, Nachts und in den Schulferien etc.pp. nur um die Zuschläge zu sparen oder was soll der Mist.

  5. 4.

    Schnell bauen geht ja bekanntlich nicht. Bis dahin...also ich sehe auf der Seegefelder Str. und auch der Spandauer Str. schon noch Platz für Busse. Vor allem wenn diese so attraktiv sind dass noch mehr Autofahrer ihre Autos stehen lassen.

  6. 3.

    Mit Bussen wird man das Chaos nicht lösen können. Schon im Normalverkehr bekommt die Bahn den Personennahverkehr nicht gebacken.
    Hier muss nicht nur erneuert werden, hier muss ergänzt und neu gebaut werden und zwar schnell!!!

  7. 2.

    Ich finde die Politiker sollen sich nicht hinstellen und so tun als könnten sie nichts dafür! Sofort könnten Expressbusse regelmäßig nach Spandau fahren! Vor allem zu den Stoßzeiten und besonders wenn die Bahn wieder ausfällt (das passiert unheimlich oft). Dann darüber nachdenken, ob man zu Stoßzeiten immer 5 Doppelstockwagen fahren lässt, dafür vielleicht manche Bahnsteige vorläufig verlängert. Das könnte alles so schnell gehen. So chaotisch Berlin ist, das würde dort so nicht passieren.
    Darüber hinaus: Wer für besseren Bahnverkehr in Brandenburg ist, sollte bei der Volksabstimmung des VCD https://verkehrswende-brandenburg.vcd.org/startseite/ unterschreiben, BUND, greenpeace, fff, Eisenbahngewerkschaft sind alles Unterstützer.

  8. 1.

    Verstehe ich nicht: Da wo bei den Bauarbeiten die Züge nicht fahren können, werden Expressbusse als Schienenersatzverkehr eingesetzt, und zwar in der Anzahl wie Plätze benötigt werden. Zur Not kriegen diese Busse provisorische Busspuren, damit sie zügig nach Spandau kommen, dort stehen die Regionalzüge bereit..was ist daran so schwer???
    Diese S-Bahn ist schon seit Jahrzehnten in Planung, passiert aber nichts. Und wenn sie gebaut wird dauert es wieder Jahrzehnte. Wer genau beobachtet, sieht, dass gerade in Spandau ganz viele Richtung Innenstadt in die Regionalzüge einsteigen. Die S-Bahn ist weite Strecken leer. Warum? Weil sie viel zu lange braucht. Lohnt sich da der aufwendige S-Bahnbau?

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